Rheinpfalz Kampf gegen die Kälte

Klirrende Kälte und eisige Polarwinde haben den Kreis Kusel derzeit fest im Griff. Trotz Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt müssen einige Menschen den größten Teil ihres Arbeitstages im Freien zubringen. Die RHEINPFALZ hat gefragt, wie sie der Kälte trotzen.
Felix Reusch, Revierförster der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein, hat mit den eisigen Temperaturen kein Problem. Er begrüßt sie sogar: „Das trocken-kalte Wetter ist für den Holzeinschlag ideal, endlich haben wir mal einen richtigen Winter bekommen.“ Natürlich kleide er sich dem Wetter entsprechend mit einer dicken Jacke, Mütze und Handschuhen. Schwierig werde das Arbeiten allerdings, erzählt Reusch, wenn die Finger eiskalt werden. Das beste Rezept gegen Kälte sei, immer in Bewegung zu bleiben. Darauf achte er vor allem, wenn er einmal ins Schwitzen komme. Auch versuche er, sich so häufig wie möglich an windgeschützten Orten aufzuhalten und Bergkuppen zu meiden. Auch ein bisschen Sonne tanken könne schon einiges bewirken, sagt der Förster. „Zur Not habe ich aber immer eine warme Kanne Tee zur Hand“, fügt er hinzu und erklärt, dass er wenig kälteempfindlich sei. Das sei für seinen Beruf ein großer Vorteil. Dass vor allem viel Bewegung und die richtige Bekleidung entscheidend im Kampf gegen die Kälte sind, weiß auch Dieter Harth. Er ist ehrenamtlicher Leiter des Geschäftsbereichs Bauhof der Stadt Kusel. „Die sechs Mitarbeiter des Bauhofs verbringen den Großteil des Tages an der frischen Luft, da hilft zur Zeit nur die entsprechende Winterkleidung“, erklärt er. Die Arbeiter gehen beim Ankleiden nach dem Zwiebelschalenprinzip vor, weiß Harth. Eine dicke Wollmütze sei zudem wichtig, da die meiste Wärme über den Kopf verloren gehe. Für die innere Wärme hätten die Männer aber auch immer warmen Tee oder Kaffee zur Hand. Auch die körperliche Tätigkeit helfe beim Warmwerden. Trotz Bewegung machen Postzustellerin Kerstin Schäfer aus Bedesbach die eisigen Temperaturen zu schaffen. „Mir tun vor allem immer meine Finger weh. Bei unseren Handschuhen fehlen die Fingerkuppen“, erzählt sie. Da helfe eigentlich nur, die Hände kräftig zu reiben und sich hin und wieder an einer heißen Tasse Tee zu wärmen. Ansonsten stelle die Post aber eine sehr gute Winterausrüstung: Neben Wollkragenpullover, Softshell-Jacke, Mütze und Schal habe sie sogar Spikes für Glatteis in ihrem Sortiment. „Die langen Unterhosen dürfen natürlich auch nicht fehlen“, sagt Schäfer lachend. Obwohl sie die richtige Kleidung trage, sei sie nach einer sechsstündigen Schicht dennoch regelrecht durchgefroren, berichtet die Bedesbacherin. Besonders schlimm sei für sie, am Morgen in das kalte Auto einzusteigen. Auch dass sie häufig minutenlang vor verschlossenen Haustüren warten müsse, mache ihr zu schaffen. „Es gibt aber auch sehr freundliche Kunden, die mich schon mal zu einer warmen Tasse Tee zu sich ins Haus bitten.“ Auch Giovanni Agnello und Philip Becker von der Bauunternehmung Peter Keren, die gerade die Baustelle an der Kuseler Haischbachstraße vorbereitet, leiden unter dem aktuellen Kälteeinbruch: „Normalerweise arbeiten wir bei den Temperaturen seltener, deshalb setzt uns die Kälte schon zu.“ Dennoch seien sie zumindest über die trockene Kälte froh – nass-kalt wäre um einiges unangenehmer. „Wir bekommen aber von der Firma alles gestellt, was wir so brauchen. Von Winterjacken und Hosen über Schals und Mützen bis hin zu warmen Getränken haben wir eigentlich alles“, berichtet Agnello. Auch könnten sie hin und wieder im beheizten Container neue Kraft tanken. Nach 30 Jahren auf dem Bau hätten sich die Männer aber an Wetterextreme – heiß und kalt – ganz gut gewöhnt. Besonderes Trostpflaster sei zudem der Kältezuschlag von zwei Euro pro Stunde, der derzeit auf den Lohn aufgeschlagen werde.