Bedesbach
Werke von Salvador Dalí
Die Galerie des Kunstkreises Kusel zeigt eine Auswahl aus einer Privatsammlung. Öl-Gemälde sind nicht dabei. Aber zählt man die Preise der ausgestellten Radierungen, Lithographien und farbigen Holzschnitte zusammen, kommt man immerhin rasch auf einen ordentlichen, fünfstelligen Betrag. „So eine Hausnummer hatten wir bisher noch nicht“, gestand denn auch der Vorsitzende des Kunstkreises Kusel, Michael Hamburger, bei der Vernissage am Sonntag, 31. Mai. „Und so schnell werden wir so etwas auch nicht wieder hier haben“, ergänzte er.
Die Ausstellung aus der Privatsammlung von Frederik Kunz, darunter sind auch wenige Bilder des Dalí-Schülers Pierre Le Colas, sei überaus kurzfristig organisiert worden. Dafür sorgte der Altenglaner Künstler Roger Graff: „Ich habe Frederik Kunz zufällig in einer Galerie in Frankfurt getroffen“, erzählt er. Daraufhin hätten die beiden Nägel mit Köpfen gemacht und die Bilder in die Galerie an der Alten Schmiede nach Bedesbach geholt.
Für die Echtheit der 41 ausgestellten Dalí-Werke verbürgt sich der Sammler aus dem baden-württembergischen Eberdingen. Er beruft sich dabei unter anderem auf das Werkverzeichnis, die Nummerierung, das Wasserzeichen, Original-Signaturen oder in Stein gedruckte Signaturen sowie die Maße der Bilder laut Verzeichnis, wie er im Gespräch mit der RHEINPFALZ erläutert. Einer Fälschung aufgesessen sei er noch nicht, betont Kunz, der bei der Eröffnung ein gefragter Gesprächspartner war. Passende musikalische Akzente setzte Daniela Machhamer mit ihrem Saxofon.
Ausgestellt sind unter anderen farbige Druckgrafiken der Dalí-Serie „Pantagruel“ aus dem Jahr 1973, die groteske Szenen aus der Fantasiewelt illustrieren. Auf Holzschnitten schuf der Künstler Höllenhunde, Teufel, Gotteslästerer und Betrüger. Das teuerste Stück der Ausstellung ist die 1957 entstandene „Metamorphose des Ritters“, eine Farblithographie für 3900 Euro.
Die Werke sind käuflich
Kunz ist nach eigenen Aussagen erst seit rund zweieinhalb Jahren in der Kunstsammler-Szene unterwegs. Mentor, Freund sowie fast Nachbar ist Helmut Rebmann, ein großer Sammler von Dalís Werk. Der spanische Maler (1904-1989) gilt als einer der Hauptvertreter des Surrealismus. Er habe zahlreiche Bilder von Rebmann erworben, auch besuche er Auktionen, schildert Kunz, der im Hauptberuf bei Porsche in der Projektbeschaffung tätig ist. Die ausgestellten Werke sind auch in der Bedesbacher Galerie verkäuflich. An einer Radierung klebte schon bald nach Eröffnung der Schau ein roter Punkt. Die Preise bewegen sich zwischen 290 Euro für eine Farblithographie bis zu 3400 Euro für Radierungen.
Info
Die Ausstellung in der Galerie an der Alten Schmiede in Bedesbach, Austraße 1, ist bis zum 26. Juni sonntags zwischen 14 und 17 Uhr zu sehen. Weitere Termine sind nach Vereinbarung unter E-Mail michaelgh@web.de oder Telefon 06381 70614 möglich.