Rheinpfalz Kampf den Keimen

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800.000 Patienten infizieren sich nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene jährlich mit multiresistenten Keimen, etwa 40.000 von ihnen überleben das nicht. Unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) findet daher seit 2008 jedes Jahr der „Internationale Tag der Händehygiene“ statt. Das Westpfalz-Klinikum mit seinen vier Standorten in Kaiserslautern, Kusel, Kirchheimbolanden und Rockenhausen ist seit 2012 auch dabei und hatte gestern am Standort Kusel Informationsstände dazu aufgebaut.

Eigentlich findet der „Internationale Tag der Händehygiene“ jedes Jahr am 5. Mai statt – der 5. 5. dient dabei als symbolisches Datum für die fünf Finger an jeder Hand. Da dieses Jahr der 5. Mai aber auf den Feiertag Christi Himmelfahrt fiel, wurde die Aktion unter dem Motto „See your Hands“ im Westpfalz-Klinikum nun gestern nachgeholt. Der Tag sollte die Aufmerksamkeit des medizinischen Personals auf das Thema Händehygiene lenken. Aber auch Besuchern des Krankenhauses, die mit Patienten in Kontakt kommen, will man Verhaltensempfehlungen geben. Nun muss sich aber in der Bevölkerung keine Panik breit machen. Laut Simone Tretter, Hygienefachfrau im Westpfalz-Klinikum, reicht im alltäglichen Leben das normale Händewaschen, beispielsweise nach einem Toilettengang, um Infektionen zu vermeiden. Besonders groß aber ist die Gefahr der Übertragung von multiresistenten Keimen im Krankenhaus bei dem Kontakt zwischen Pflegepersonal und Patienten. Da das Immunsystem von Patienten oft geschwächt ist, legt man im Westpfalz-Klinikum großen Wert auf Hygienemaßnahmen, um möglichen Komplikationen schon vorbeugend entgegenzuwirken, wie Thomas Ecker, Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie sowie Krankenhaushygieniker des Westpfalz-Klinikums, berichtet. Sowohl vor als auch während Operationen ist es für das Personal wichtig, sich die Hände zu desinfizieren. Geschieht das nicht gründlich, besteht für Personal und Patient die Gefahr, dass beispielsweise Noroviren übertragen werden und eine Entzündung auslösen können. Auf einen wichtigen Unterschied zwischen „Hände waschen“ und „Hände desinfizieren“ weist Margret Martin, Hygienefachfrau am Standort Kusel, hin: Häufiges Händewaschen entfernt nicht alle Keime vollständig und ist sogar schädlich für die Haut, da diese dann rau und spröde wird. Desinfektionsmittel hingegen töten alle Bakterien ab und sind aufgrund ihrer rückfettenden Stoffe nicht belastend für die Haut. Auch werde vom Personal oft unterschätzt, dass Handschuhe keinen kompletten Schutz vor Keimen bieten. Bei einem Test wurde gestern mit Hilfe fluoreszierender Farbe gezeigt, dass trotz der Handschuhe Rückstände auf der Haut bleiben. Damit konnte das Krankenhauspersonal sehr eindringlich für die möglichen Risiken sensibilisiert werden. Seit 2001 gibt es eine Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (Krinko) des Robert-Koch-Instituts, welche regelmäßig verbindliche Leitlinien zur Vorbeugung vor Infektionen herausbringt. Das Westpfalz-Klinikum hat insgesamt sechs Hygienefachkräfte – vier in Kaiserslautern, eine in Kusel, eine für den Donnersbergkreis – demnächst kommt noch ein siebter hinzu. Um Hygienefachkraft zu werden, muss man eine abgeschlossene Berufsausbildung im Kranken-, Gesundheits- oder Altenpflegebereich sowie einige Jahre Berufserfahrung vorweisen. (mala)

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