Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslautern: Docu-Center Ramstein präsentiert Ausstellung „Amipfalz“

Bei der Eröffnung der Schau „Amipfalz – zwei Perspektiven“ in der Pfalzbibliothek: der Leiter des Docu-Centers Ramstein, Michael
Bei der Eröffnung der Schau »Amipfalz – zwei Perspektiven« in der Pfalzbibliothek: der Leiter des Docu-Centers Ramstein, Michael Geib. Foto: VIEW

Amerika und die Pfalz verbindet eine lange, gemeinsame Geschichte. Aber „Amipfalz“? Was soll das sein? Der Leiter des Docu-Centers Ramstein (DCR), Michael Geib, gab Erklärungen ab bei der Eröffnung der gleichnamigen Ausstellung, die bis Januar kommenden Jahres in der Pfalzbibliothek zu sehen ist.

Mit Objekten aus der Sammlung des DCR, ergänzt um Fotografien, mit denen Fotograf Günther William (Ludwigshafen) besonders prägende Orte in der Region abgelichtet hat, laden Docu-Center und Pfalzgalerie dazu ein, sich auf die Suche nach den Besonderheiten einer Region zu begeben. Dies, dem Motto der Ausstellung „Amipfalz – Zwei Perspektiven“ entsprechend, aus mehr als einer Perspektive.

In Frankenthal aufgewachsen und somit ein echt Pfälzer Kind, hatte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder zum Thema selbst Bilder im Kopf gespeichert. Da waren die Flugübungen über der Rheinebene, mit Flugzeugen so groß, dass die heutigen Flieger geradezu idyllisch daherkommen. Und gab es den Wurstmarkt, hätten eine beachtliche Zahl Amerikaner es sich „ohne Grundkenntnisse“ am Wein so gütlich getan, dass „gewisse Ausfälle“ nicht zu vermeiden waren.

Beziehungen zu USA im Wandel

Amerikanische Streitkräfte hätten die Sicherheit und Freiheit der Menschen in der Bundesrepublik bis heute garantiert und Deutschland aus der Herrschaft der Nazis befreit, erinnerte Wieder. Tatsächlich bestehe die Verbindung der Pfalz mit Amerika viel länger. Vergleichbar mit heutigen Flüchtlingsbewegungen sah er die massenhafte Auswanderung im 19. Jahrhundert von Pfälzern nach Amerika. Auch sie hätten in der Heimat damals keine Lebensgrundlage für sich gesehen.

Zwischen Deutschland und Amerika habe sich einiges grundlegend verschoben, räumte Wieder ein. Früher habe man sich auf das Handeln von Präsidenten wie Kennedy, Bush senior oder Obama verlassen können. Heute herrsche eher große Furcht vor dem, was über Nacht über Twitter mit geo- wie sicherheitspolitischen Folgen in die Welt geschickt werde.

„Kleeblatt“ seinerzeit einzigartig

Mit Amerika sei die Pfalz über Jahre verbunden, fasste der Bezirkstagsvorsitzende zusammen. Zeugnisse und Folgen seien noch sichtbar. Er regte an, aus der Geschichte zu lernen, wie die Menschen zu Amerika gestanden hatten und wie wir mit unserer vielleicht großen Verantwortung umzugehen haben. Zur Ausstellung solle jeder seine eigenen Gedanken finden.

Mehr als 70 Jahre sei die Region um Kaiserslautern, Ramstein und Landstuhl durch das US-Militär geprägt, schilderte der Leiter des Docu-Centers. Weil die Amerikaner darauf bestanden hätten, von ihrer Wohnsiedlung im Westen auf direktem Weg zu ihren Kasernen im Osten fahren zu können, sei Kaiserslautern mit dem damals einzigartigen Kleeblatt die erste autogerechte Stadt Deutschlands geworden. Die Kasernen hätten die Stadt regelrecht in die Zange genommen. „De Ami“ habe auch dafür gesorgt, dass sich die wirtschaftliche Struktur rasant geändert habe – Bauernhäuser zu Mietshäusern wurden.

„Vielleicht sind wir auf dem Weg zu einer speziellen Kulturlandschaft – aber dafür braucht es noch Zeit“, stellte Geib in den Raum. Aspekte für eine erste Annäherung wolle die Ausstellung aufzeigen. Er lud die Besucher ein, sich auf Objekte wie ein Plüschbärchen in Uniform, eine Sammlung spezieller Dosenöffner, dazu Bücher und Bilder einzulassen und damit selbst auf Spurensuche zu gehen.

Info

Die Schau im Lesesaal der Pfalzbibliothek ist bis 18. Januar montags bis freitags (9 bis 16), samstags (10 bis 14 Uhr) zugänglich.

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