Rheinpfalz Käfer profitiert vom Klimawandel

Auch in der Umgebung von Dahn gibt es sichtbare Schäden durch Börkenkäfer, erkennbar an den Stellen mit fehlender Rinde. Die mei
Auch in der Umgebung von Dahn gibt es sichtbare Schäden durch Börkenkäfer, erkennbar an den Stellen mit fehlender Rinde. Die meisten Arten besiedeln geschädigte oder abgestorbene Nadel- oder Laubbäume. Einige Arten aber befallen auch gesunde Bäume und können ganze Bestände zum Absterben bringen.

Der Borkenkäfer liebt heiße trockene Sommer und beginnt bei 16 Grad an zu fliegen. Besonderes Futter findet er in Waldstücken mit Windbruch. Ein Käfer genügt, um Tausende anzulocken. Lässt sich der Käfer an einem Baum nieder und überwintert, vermehrt er sich im Frühjahr explosionsartig. Es sind keine guten Aussichten, über die Jana Sigmund, Referendarin am Forstamt in Hinterweidenthal, am Donnerstagabend bei der Versammlung des Waldbauvereins Tannstein informierte. Die einzige Möglichkeit, die drohende Massenvermehrung des Käfers noch einzudämmen, sieht sie darin, dass Waldbesitzer ihre Fichtenbestände begutachten und Bäume, in denen der Käfer überwintert hat, herausnehmen. Der Privatwald sei besonders gefährdet, sagt Jana Sigmund, weil die Fichtenwälder oft auf ehemaligen Acker- oder Wiesengrundstücken in Monokultur nach dem Krieg aufgeforstet wurden. Ab einem Befall von 200 Käfern versage jedoch der natürliche Abwehrmechanismus des Baumes, der sich ansonsten mit Harzfluss wehren könne. Die befallenen Bäume herauszunehmen mache deshalb Sinn, weil der Borkenkäfer sich nur in kleinem Radius bewege. Abgestorbene Bäume stellten jedoch keine Gefahr mehr dar, die könne man getrost stehen lassen, sofern es die Verkehrssicherung erlaube – „gefährlich sind die, bei denen die Krone noch grün ist, aber der Käfer schon drin ist“. Die Borkenkäfer-Plage sei kein Pfälzer, sondern ein europäisches Problem. Die Stürme Burglind und Frederike haben im vergangenen Frühjahr mit 17 Millionen Festmeter Sturmholz in Europa für Käferbrutstätten gesorgt. „Fest steht, der Käfer startet gestärkt in das Jahr 2019“, so Sigmund. Rheinland-Pfalz sei das Bundesland mit der stärksten Erwärmung in Deutschland, so Sigmund, die durchschnittliche Jahrestemperatur habe sich um 1,5 Grad erhöht. „Klimawandel heißt auch Waldwandel.“ Andreas Eichenlaub, Geschäftsführer der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Pfalz GmbH, über die die Privatwaldbesitzer ihr Holz vermarkten, informierte über den Holzmarkt. „Das Holzpreisniveau ist zurzeit niedrig und die Sägewerke machen nur quartalsmäßige Verträge, weil sie auf weiter fallende Preise spekulieren“, so Eichenlaub. „Wenn es in diesem Jahr nochmal so viel Käferfichten gibt wie im vergangenen Jahr, kommt es so weit, dass wir dafür keine Gutschriften mehr weitergeben können, sondern Rechnungen“. Auch er ermutigte die Waldbesitzer, die Bäume anzuschauen, die befallenen Bäume jetzt herauszunehmen und zu Brennholz zu machen, um so wenigstens den Bestand zu schützen. Im Dahner Felsenland seien im vergangenen Jahr bei einer Privatwaldfläche von 11.000 Hektar insgesamt 25.000 Festmeter Holz dem Sturm zum Opfer gefallen und nochmal 15. 000 Festmeter dem Borkenkäfer. Eichenlaub riet den Waldbesitzern, vor einem geplanten Einschlag die Vermarktungsmöglichkeiten über den Verein abzuklären.

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