Kultur Südpfalz Junge Virtuosen heiter und tiefgründig

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Musikalischer Glanzpunkt im Kelterhaus Bernhart in Schweigen-Rechtenbach: Dort bot das Evenos-Quartett, prämierte junge Streicher aus Köln, ein exquisites Konzert mit Werken von Haydn, Strawinsky und Schumann. Seit 2015 sind die Musiker auch Stipendiaten der Villa Musica, der Stiftung des Landes Rheinland-Pfalz und des Südwestfunks.

Bei der Begrüßung dem jährlichen Pfingstkonzert unter dem Motto „Classische Weine – Classische Musik“ erinnerten Inhaber Gerd Bernhart und Cornelia Hoffmann von der Gesellschaft der Musikfreunde Bad Bergzabern im proppenvollen Kelterhaus an den in diesem Jahr verstorbenen Inhaber Willi Bernhart, der die erfolgreiche Veranstaltungsreihe vor gut 20 Jahren mit Professor Theo Hülshoff ins Leben rief. Die Musiker des 2012 gegründeten Evenos-Quartett – die Griechen Odysseas Lavaris (Bratsche) und Ioannis Petrakis (Geige), der Serben Ivan Knezevic (Geige) und der Belgier Mathieu Jocque (Cello) – sind Absolventen nordrhein-westfälischer Musikhochschulen. Sie konzertieren erfolgreich im In- und Ausland mit einem breitgefächerten Repertoire, das von Haydn bis Arvo Pärt und Boris Joffe reicht. In der neuen Villa-Musica-Saison kooperieren die Vier mit Künstlern wie Claudio Bohórquez, Gareth Lubbe und Julian Arp. Den Auftakt machten die leidenschaftlichen Musiker mit Haydns Streichquartett in C-Dur op. 76 Nr. 3, dem „Kaiserquartett“ und präsentierten vollendet die musikalischen Charaktere. Es folgten Strawinskys „Drei Stücke für Streichquartett“, die überwiegend frisch und frech, zackig, kurz und kontrapunktisch daherkamen. Neben den heiter verspielten Motiven haben die Stücke auch drängende und tiefschürfende Momente. Mit Virtuosem aus der Hochromantik, Schumanns Streichquartett in A-Dur op. 41 Nr. 3, ließ das Evenos-Quartett nach der Pause aufhorchen. Beginnend mit warm-samtigem Bogenstrich und tiefen Klangfarben, über verhaltene Konturen hin zu dynamisch zupackenden und rasanten Passagen, bei denen besonders der Bratschist Petrakis glänzte. Mucksmäuschenstill war es im Kelterhaus bei dem Seelenstreichler, dem Adagio molto. Mit beschwingten Tanzrhythmen animierte das quirlige Finale Allegro molto vivace, bei dem das Quartett noch einmal ein kraftvolles, impulsives und kongeniales Zeugnis seines Könnens gab. Zurecht belohnt wurde das Quartett mit frenetischem Applaus. Der so lange anhielt, bis die Könner zu einer Zugabe bereit waren. Sie spielten noch mal den Variationensatz aus Haydns Quartett mit jener bekannten Melodie, auf die das Deutschlandlied gesungen wird. (hima)

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