Rheinpfalz Jubiläum zufällig entdeckt

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Die protestantische Kirche in Lauterecken wird 150 Jahre. Dieses Jubiläum begeht die Kirchengemeinde am Reformationstag, 31. Oktober, mit einem Festgottesdienst und einem Empfang.

Das Jubiläum hat der Lauterecker Pfarrer Timo Schmidt zunächst gar nicht auf der Agenda gehabt, wie er verrät. Seit wenigen Monaten erst Pfarrer in der Westpfalz, sei er eher zufällig darauf gestoßen. Daher habe die Vorbereitungszeit gefehlt, den Geburtstag groß zu feiern. „Wir wollen das Jubiläum mit einem kleinen Festgottesdienst begehen“, kündigt Schmidt an. Allerdings gebe es weiterführende Pläne für kommendes Jahr. Dann soll eine Jubiläumsschrift herausgegeben werden, passend auch zum 50. Geburtstag der Orgel. Der ehemalige Leiter des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Roland Paul, sei als Autor angefragt. Rupertus Woehl aus Lohnweiler könnte zudem etwas zur Kunsthistorik schreiben, sagt Schmidt. Doch setzt der Pfarrer auch auf die Mithilfe von vielen anderen Menschen. Denn er wünscht sich, die Geschichte der Kirche auf lebendige Art zu erzählen. Schmidt: „Menschen sind immer in die Geschichte verstrickt, und die hat auch etwas mit Kirche zu tun.“ Die Kirche präge und begleite seit 150 Jahren das Leben in Lauterecken. Daher ruft der Pfarrer auf, Fotos und Erzählungen zu sammeln – Anekdoten, die davon erzählen, was Menschen in und um die Kirche erlebt haben. Die „Fundstücke“ können schriftlich beim Pfarramt abgegeben werden, aber auch erzählt werden, ruft der Pfarrer zum Mitmachen auf. Über den Kirchenbau an sich verfasste bereits Emil Edinger einen Beitrag in einer Schrift über die Kirchen im Dekanat Lauterecken. Nach Edingers Recherchen wurde die Kirche von 1865 bis 1866 am Veldenzplatz gebaut. Der Plan stammte von dem Kirchheimbolander Baubeamten Geyer. Vollendet wurde die Kirche von dessen Kaiserslauterer Kollegen Morgens. Der imposante Bau mit seinem 41 Meter hohen Turm wurde aus gelbem Otterberger Sandstein im neugotischen Stil auf dem Grundstück des ehemaligen Pfarrhauses errichtet. Am 7. Oktober 1866 wurde das Gotteshaus eingeweiht. Aus der früheren Barockkirche in der Nähe war nur der Altar aus Marmor übernommen worden. In den 1960er Jahren erfolgte eine Renovierung. Dabei wurden die Empore umgestaltet und drei neue Chorfenster eingebaut. Zu den Kostbarkeiten in der Kirche gehören vier Grabplatten im Turmeingang aus den Jahren 1604 bis 1625. Es handelt sich laut Edinger um Gräber von Hofbeamten oder gräflichen Verwandten, die in der früheren Kirche bestattet werden durften. Info Wer etwas zur Jubiläumsschrift beitragen möchte, kann sich an das protestantische Pfarramt in Lauterecken unter Telefon 06382 6034 oder E-Mail pfarramt.lauterecken@evkirchepfalz.de wenden. Der Festgottesdienst findet am Montag, 31. Oktober, um 19 Uhr statt. |suca

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