Rheinpfalz Jubiläum mit einjähriger Verspätung

Im Jahr 1267 wurde „Greppen“ zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Das feiert die Gemeinde in diesem Jahr mit Festmeile und Festzug
Im Jahr 1267 wurde »Greppen« zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Das feiert die Gemeinde in diesem Jahr mit Festmeile und Festzug.

Die Ortsgemeinde Kröppen verdankt die Aufarbeitung ihrer Entstehungsgeschichte in erster Linie dem in Landau lebenden und in Annweiler arbeitenden Völkerkundler und Historiker Hans-Joachim Kölsch-Brauch. Durch seine Recherchen und die der Lemberger Heimatkundler Emil Guth und Karl Ziegler ist nachgewiesen, dass die Ortsgemeinde erstmals im Jahr 1267 unter „Greppen“ urkundlich erwähnt wurde. Mit einjähriger Verspätung feiert die Gemeinde in der Zeit vom 30. August bis 2. September nun das 750. Jubiläum dieser Ersterwähnung.

Im Gegensatz zu den meisten Dörfern um Pirmasens, deren frühe Geschichte oft eng mit dem Benediktinerkloster Hornbach verknüpft ist, stand die Hackmesserseite seit dem frühen 12. Jahrhundert unter dem Einflussbereich der Abtei Stürzelbronn. Aus Besitzurkunden für die Jahre 1155, 1178, 1179, 1196 und 1200 ist zu erfahren, dass die meisten Besitztümer der Abtei im heutigen Elsass und in Lothringen lagen. Ein Teil der Klostergüter erstreckte sich auch auf die Gebiete südlich von Pirmasens. So lässt sich laut Kröppens Ortsbürgermeister Steffen Schwarz aus den Unterlagen von Kölsch-Brauch die erste urkundliche Erwähnung des Orts für das Jahr 1267 nachweisen. Im Codex für Stürzelbronn ist eine Landschenkung enthalten, in der die Rede von „Greppen“ ist. Hans-Joachim Kölsch-Brauch hatte die Geschichten der benachbarten Gemeinden Eppenbrunn und Trulben aufgeschrieben. Beide Gemeinden gaben diese wertvolle Arbeit als Ortschronik heraus, Trulben veröffentlichte seine am 17. Februar 1995. Danach wandte sich Kölsch-Brauch der Geschichte Kröppens zu. Er bekam sie bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges zusammen. Doch zur Fertigstellung der Geschichte und zur Veröffentlichung einer Chronik kam es bislang nicht. Das wird laut Steffen Schwarz bis zur Jubiläumsfeier auch nicht mehr gelingen, da die ganze Aufmerksamkeit den Vorbereitungen gelte. Feiern wollte die Gemeinde eigentlich im Jahr 2017, genau 750 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung. Bärbel Schwarz, Witwe des am 30. September 2015 überraschend verstorbenen Ortsbürgermeisters Ottmar Schwarz, erinnerte sich an eine Aussage ihres Mannes, dass die Gemeinde erst den Seniorentag 2015 durchführen müsse, bevor sie in die Planungen für das Jubiläum 2017 einsteige. Dazu kam es bekanntlich nicht, denn bis zum 1. März 2018 hatte Kröppen keinen Ortsbürgermeister. Steffen Schwarz ließ das Jubiläum nicht los. Er war Initiator zur Gründung des Fördervereins „Dorfgemeinschaft Kröppen“. Schwarz ist nicht nur einer von drei gleichberechtigten Vorsitzenden des Vereins, der die Jubiläumsfeier plant. Als feststand, dass die urkundliche Ersterwähnung mit einjähriger Verspätung am traditionellen alljährlichen Erntedankfestwochenende, dem ersten Wochenende im September, gefeiert werden soll, trat er als Ortsbürgermeister in die Fußstapfen seines Vaters. In seiner Doppelfunktion informierte Schwarz in der ersten von ihm geleiteten Ortsgemeinderatssitzung im April offiziell über den Stand der Festvorbereitungen. Mit den Planungen sei die Dorfgemeinschaft im Soll. Schwarz: „Wenn das Wetter mitspielt, wird es ein Top-Event.“ Die Gemeinde hat ein Festzelt angemietet. Es wird zwischen Sportheim und Sportplatz Kröppen aufgestellt und bietet Platz für 800 Personen. Im Zelt findet zum Auftakt am Freitag, 30. August, die offizielle Festeröffnung statt. Die Gemeinde hofft dabei auf das Kommen von Innenminister Roger Lewentz, wobei es laut Schwarz durchaus auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer sein dürfte. Eine Zusage aus Mainz liege allerdings noch nicht vor. Nach dem offiziellen Teil spielt die Band „Bruise“. Höhepunkt auf der Hackmesserseite wird am Samstag, 1. September, eine 950 Meter lange Festmeile mit Eventbühne sein. Sie erstreckt sich vom Sportplatz über den Kreisel bis ins Käseck. Die Höhstraße mit dem sogenannten Käseck nimmt in der Zeit von 11 bis 17 Uhr den deutsch-französischen Bauernmarkt auf. Auf der Eventbühne gibt es ein ganztägiges Programm. Dazu gehören neben einem Pfälzer Weindorf auch ein Bierdorf sowie eine Beachbar mit DJ. Bereits jetzt können Helikopterrundflüge per E-Mail unter 750jahrekroeppen@gmx.de gebucht werden. Ein großer Mittelaltermarkt mit Feuershow findet auf der freien Wiese gegenüber dem Sportheim in der Zeit von 11 bis 22 Uhr statt. Es gibt einen eigenen Jugendbereich sowie im Festzelt Livemusik von der Band „Krachleder“. Der dritte Festtag, Sonntag, 2. September, bringt vormittags zum Auftakt einen ökumenischen Gottesdienst im Festzelt. Unmittelbar danach ist abermals der Mittelaltermarkt bis 18 Uhr geöffnet. Höhepunkt soll dann nachmittags ab 14 Uhr der Festzug sein. Mit bisher 50 fest zugesagten Programmnummern wird er sich nach seiner Aufstellung an der katholischen Kirche auf großen Teilen der traditionellen Zugstrecke der Erntedankumzüge durch die Straßen des Ortes in Bewegung setzen. Am Ende wird im Festzelt und auf der Festmeile ausgiebig bis in die Puppen gefeiert.

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