Rheinpfalz Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft

Die Zweibrücker Staatsanwaltschaft lässt als erstes klären, um welche Vogelart es sich bei den vergifteten Tieren handelt. Erwei
Die Zweibrücker Staatsanwaltschaft lässt als erstes klären, um welche Vogelart es sich bei den vergifteten Tieren handelt. Erweisen sich die Vögel als Saatkrähen, kann der Täter sogar hinter Gitter kommen.

Wegen der Vergiftung von Saatkrähen in Zweibrücken ermittelt nun die örtliche Staatsanwaltschaft. Sie geht dem Verdacht nach, dass gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen wurde. Sollte es sich bei den vergifteten Krähen tatsächlich zweifelsfrei um Saatkrähen handeln, so droht dem Täter eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe.

Die Leitende Oberstaatsanwältin Iris Weingardt sagte am Mittwoch auf Anfrage der RHEINPFALZ, die Staatsanwaltschaft führe ein Verfahren gegen unbekannt. Es müsse zunächst geklärt werden, welcher Art die mutmaßlich vergifteten Vögel angehören. Sollte es sich tatsächlich um Saatkrähen handeln – was vermutet wird – so handele es sich um Tiere, die nach dem Bundesnaturschutzgesetz einer „besonders streng geschützten Art“ angehören. In diesem Fall wäre die mögliche Höchststrafe fünf Jahre Gefängnis. Sollte es sich allerdings herausstellen, dass die getöteten Tier einer anderen Krähen-Art angehören, so würde es sich um ein Vergehen gegen eine „besonders geschützte Art“ handeln. Hier liege die Höchststrafe bei drei Jahren Gefängnis. In Zweibrücken hat sich die drittgrößte Saatkrähen-Kolonie von Rheinland-Pfalz niedergelassen – am Rande der Innenstadt in der Allee am Schwarzbach, die als Herz der innerstädtischen Grünachse gilt. In der zweiten Mai-Woche hatten Spaziergänger ungewöhnlich viele tote Krähen in der Allee gefunden, darunter auch Alttiere. Die Spaziergänger hatten die Wildvogelrettung Hochspeyer/Bad Dürkheim informiert. Diese wiederum hatte tote Tiere eingesammelt und Kadaver untersuchen lassen. Der Organisation zufolge hat eine Untersuchung in der Uni München ergeben, dass die Tiere mit Rattengift getötet wurden. Dies teilte die Organisation am Montag auf Anfrage mit. Die Kreisverwaltung Südwestpfalz hatte ebenfalls tote Tiere untersuchen lassen – im Landesuntersuchungsamt in Koblenz. Hier liegt allerdings noch kein Ergebnis vor, wie die Kreisverwaltung am Mittwoch auf neuerliche Anfrage wissen ließ. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, sie habe die Polizei gebeten, alle zur Verfügung stehenden Untersuchungsergebnisse zu beschaffen. Sie teilte ebenfalls mit, dass bisher kein Tatverdacht gegen bestimmte Personen vorliege.

Sandra Labenski mit toten Krähen in Händen.
Sandra Labenski mit toten Krähen in Händen.
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