Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel „Jeder macht seine Amtszeit zu seinem Jahr“: Kuseline Lena Geuer gibt ihrer Nachfolgerin Tipps

„Dankbar, dass ich das erleben durfte“: Noch-Kuseline Lena Geuer. Foto: Sayer
»Dankbar, dass ich das erleben durfte«: Noch-Kuseline Lena Geuer.

Rund 80 Auftritte hatte Lena Geuer im vergangenen Jahr als Repräsentantin des Landkreises Kusel. Ab der Kuseler Herbstmesse wird es ruhiger für die Noch-Kuseline, denn dann wird ihre Nachfolgerin inthronisiert. Sicherlich wird auch die am Ende sagen: „Schade, dass es vorbei ist.“

„Eigentlich wollte ich mal die Kilometer zusammenrechnen, die ich auf dem Weg zu Kuseline-Auftritten zurückgelegt habe“, sagt Lena Geuer – „ich bin aber nicht dazu gekommen“. Für die 23-Jährige aus Rammelsbach geht ein aufregendes Jahr zu Ende. Rund 80 Termine habe sie als Repräsentantin des Landkreises Kusel hinter sich gebracht, schätzt sie bei ihrem Rückblick „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“: „Es ist einerseits so schade, dass es jetzt bald vorbei ist. Aber andererseits bin ich einfach dankbar, dass ich das erleben durfte.“

Dabei habe sie in den ersten Wochen nach der Inthronisierung bei der Herbstmesse zunächst das Gefühl gehabt, dass es ohne große Anstrengung geht, berichtet Lena Geuer. „Aber das Jahr als Kuseline ist in Phasen eingeteilt.“ Vor allem nach Neujahr, in der Fasnachtszeit und aktuell – in den letzten Wochen der Amtszeit – gebe es richtig viel zu tun.

Kuseline ist überall bekannt

Vor allem die Termine weit im Norden und Süden des Kreises bleiben ihr in Erinnerung. Zum Beispiel jener bei einer Einweihung in Cronenberg, wo sie, wie sie offen zugibt, „zum allerersten Mal im Leben“ war. „Da wurde ich so herzlich empfangen, mit Blumenpräsent“, berichtet die Noch-Kuseline. „Ob ganz dort oben oder in Waldmohr: Die Kuseline ist überall bekannt und anerkannt.“

Aber auch ihr erster Termin nach der Messe war ein ganz Besonderer für Lena Geuer. Sie war dabei, als die Partnerschaft der Stadt Kusel mit der sizilianischen Gemeinde Valguarnera Caropepe besiegelt wurde, war dann auch Teil der Kuseler Delegation, die nach Sizilien reiste. Sie schwärmt von der „Tradition, die die dort leben“. Pünktlich zu einem katholischen Patronatsfest waren die Kuseler in Valguarnera Caropepe – es sei schon toll, sich „als Kuseline als Teil dieser Partnerschaft fühlen zu dürfen“. Auf Sizilien sei – so weit Lena Geuer das nachvollziehen kann – die Kuseline-Schärpe erstmals offiziell am Meer gewesen.

„Stress, den man genießt“

Was bei der Rammelsbacherin in den zwölf Monaten ihrer Amtszeit noch Eindruck hinterlassen hat: „Ich hätte nicht gedacht, dass die Kuseline überall so herzlich empfangen wird, dass die Leute sich so freuen, wenn sie da ist. Und ich habe nicht damit gerechnet, dass man dann auch so sehr im Mittelpunkt steht.“

Kein Wunder also, dass eine der ersten Fragen bei Gesprächen im vergangenen Jahr stets gewesen sei: „Das ist doch ganz schön stressig, oder?“ Da mag Lena Geuer zwar nicht widersprechen, ihre Antwort sei aber zumeist: „Es ist schöner Stress, den man genießt“ – ein Ausgleich zum Alltag. Problemlos bewältigt habe sie ihre Aufgaben auch dank der Unterstützung durch ihre Eltern, „die bei wirklich jedem Termin dabei waren“ – der Papa auch gerne als Taschenhalter ...

Es sei der „perfekte Zeitpunkt“ gewesen, um das Amt anzutreten, befindet die 23-Jährige rückblickend: „Ich war in meiner Entwicklung so weit, dass ich mir das zugetraut habe.“ Ein bisschen Stress müsse man halt doch aushalten können, zudem in der Lage sein, mit vielen Menschen in Kontakt zu treten.

Ein Amt fürs Selbstbewusstsein

Daher rät die Rammelsbacherin all jenen jungen Frauen, die sich für ihre Nachfolge interessieren: „Man muss offen und kontaktfreudig sein und auf Leute zugehen können.“ Ihr Tipp: „Ein Lächeln auf den Lippen kommt immer gut an.“ Davon abgesehen, gebe es aber nicht wirklich den Prototypen einer Kuseline. „Es ist auch wichtig, so zu bleiben, wie man ist. Jeder macht seine Amtszeit zu seinem Jahr.“

Viele Menschen habe sie im vergangenen Jahr kennengelernt – „aber auch endlich mal den gesamten Landkreis“. Und auch persönlich habe sie sich weiterentwickelt, schildert die scheidende Kuseline. „Anfangs habe ich mir die Reden noch vorgeschrieben, mittlerweile kann ich mich hinstellen und aus dem Stegreif erzählen.“ Selbstbewusster sei sie durch die vielen öffentlichen Auftritte in jedem Fall geworden. „Eigentlich gab es nichts Schlechtes“, sagt Lena Geuer. „Ich habe nur positive Erfahrungen gemacht.“

x