Lauterecken RHEINPFALZ Plus Artikel KI im Schulalltag: Lauterecker Veldenz-Gymnasium weckt in China Interesse

Acht- und Neuntklässler erklärten den chinesischen und saarländischen Gästen an konkreten Beispielen die Möglichkeiten der Künst
Acht- und Neuntklässler erklärten den chinesischen und saarländischen Gästen an konkreten Beispielen die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz als Werkzeug für Unterricht und Alltag.

Eine Delegation aus Shanghai hat das Veldenz-Gymnasium besucht. Thema war der verantwortungsvolle Umgang mit KI im Unterricht.

Wie Künstliche Intelligenz (KI) am Veldenz-Gymnasium Lauterecken in den Schulalltag integriert und als Werkzeug genutzt wird, weckt weit über Rheinland-Pfalz hinaus Interesse. Das „Shanghai Teacher Institute“ entsandte eine Delegation zum Austausch mit Schülern und Lehrkräften.

In rund 15 Stunden ging es aus der chinesischen Metropole mit rund 25 Millionen Einwohnern ins Nordpfälzer Bergland – direkt zum kleinsten staatlichen Gymnasium in Rheinland-Pfalz. Nach einem zwölfstündigen Flug reiste die siebenköpfige Gruppe ohne Verzögerung weiter nach Lauterecken. Es war der erste Halt eines straffen mehrtägigen Programms mit Terminen unter anderem in Bonn, Düsseldorf und Brüssel. Von Jetlag keine Spur: Die Gäste lernten die Schule und deren KI-Ansatz sofort kennen.

Auch ethische Fragen werden diskutiert

Zum Auftakt stellte die Schulleitung die Einrichtung und die digitalen Elemente im Schulalltag vor. Fünftklässler arbeiten mit iPads, das digitale Klassenbuch ist Standard, in der achten Klasse ist eine KI-Arbeitsgemeinschaft verpflichtend. Lehrerin und KI-Expertin Lisa Häßel erläuterte die Arbeitsweise dieser AG: Ziel ist ein kritischer, verantwortungsbewusster Umgang mit KI als individuelle Lernhilfe – ohne Noten und Leistungsdruck, ähnlich einer Ringvorlesung mit Lehrkräften verschiedener Fächer.

Informatiker vermitteln Grundlagen, es werden ethische Fragen zu Chancen und Risiken diskutiert und fachspezifische Einsatzmöglichkeiten erprobt. Die Schüler lernen, wie maschinelles Lernen funktioniert, befassen sich mit Risiken wie Deepfakes und Datenschutz und erkennen Grenzen. Sie entwickeln eigene KI-Assistenten, die als Alltagshelfer dienen. Wie das praktisch aussieht, zeigten Acht- und Neuntklässler, beantworteten Fragen und gaben Einblicke in neue Möglichkeiten.

Fan Xia: „Lauterecken kannte ich vorher nicht“

Auf das Lauterecker Gymnasium war die Dolmetscherin Fan Xia durch Medienberichte aufmerksam geworden. Sie hatte in der Folge die Schulwebsite studiert und Kontakt zu Schulleiter Ulrich Königstein aufgenommen, der sich über den internationalen Austausch jenseits Europas freut. Fan Xia, auch im deutsch-chinesischen Schüleraustausch tätig, kennt zahlreiche deutsche Gymnasien mit KI-Schwerpunkt – „Lauterecken kannte ich vorher noch nicht“, sagte sie lachend.

In Sachen KI gibt es Parallelen zwischen beiden Ländern: Schüler werden ab etwa zehn bis elf Jahren schrittweise an die digitale Welt herangeführt. Während am Veldenz-Gymnasium die Lehrkräfte entscheiden, ob sie KI im Unterricht nutzen – was viele laut Königstein auch tun –, entscheiden in China die Schulen, setzen KI jedoch in fast allen Fächern als Lernwerkzeug ein.

KI als passgenaues Lernwerkzeug einsetzen

Zur Delegation aus China stießen Vertreter der Albert-Schweitzer-Gemeinschaftsschule aus Spiesen-Elversberg. Alf Müller erzählte, ihn beeindrucke besonders, wie Schüler KI-Kompetenzen auch außerhalb der Schule einsetzten: Ein Junge hatte eine Anwendung für den Familienbetrieb entwickelt. „Manche planen so ihren Sommerurlaub“, berichtete Königstein, der zudem eine neue Idee skizzierte: Schüler, die die AG besucht haben, sollen Mitschülern helfen, KI als passgenaues Lernwerkzeug einzusetzen, etwa zum Vokabellernen. Nach dem Motto: Schüler helfen Schülern – mit Lerneffekt und Hilfe zur Selbsthilfe. Denn KI könne, richtig angewendet, kleinteilig und geduldig erklären. Anders als klassische Nachhilfe sei sie unabhängig vom Geldbeutel der Eltern und jederzeit verfügbar.

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