Interview
Dominique Heintz: „Am Anfang war es eine Schnapsidee“
Haben Sie die Sportart gewechselt?
Nein, nicht ganz. Fußball bleibt natürlich immer noch mein Hauptberuf und mein Lieblingshobby. Aber Padel ist ein guter Ausgleich und macht einfach Spaß.
Wie sind Sie auf Padel gekommen?
Vor fast zwei Jahren war ich mit den Jungs in Köln das erste Mal spielen und es hat uns allen so viel Spaß gemacht. Dann haben wir gesagt, was machen, wenn wir zuhause in der Pfalz sind? Die nächsten Hallen sind weit weg. Da sind wir auf die Idee gekommen, wie es wäre, wenn wir einen eigenen Padelclub bei uns in der Heimat aufmachen würden. Es war eigentlich eher Spaß.
Eine Schnapsidee?
Genau. Aber aus Spaß wurde dann Ernst und jetzt ist das dabei rausgekommen.
Wer sind „die Jungs“?
Mein Bruder David, mein bester Freund Daniel Schäuble und unser Nachbar von früher, Ole Heeß. Wir waren alle ein Spiel besuchen und am nächsten Tag Padel spielen. Dann waren alle angestachelt davon.
Alkohol war nicht im Spiel?
Nein, ich trinke ja eh keinen und war klar im Kopf (lacht).
Wie ging es dann weiter?
Wir haben alles zusammengesucht, alles durchgeplant, durchkalkuliert und geguckt, ob sich das überhaupt lohnt. Erst mal aus Spaß. Wir sind dann durch Zufall auf die Tennishalle in Maikammer gestoßen und haben gedacht, die Chance dürfen wir uns nicht entgehen lassen. Wir haben mitgekriegt, dass die großen Padelvereinigungen schon überall nachfragen, nach Hallen suchen. Da haben wir gesagt, wir müssen die Ersten sein in der Pfalz und haben das dann schnell über die Bühne gebracht. Auch dank der Jungs vom Sportpark in Maikammer, die das mit uns zusammen schnell über die Bühne gebracht haben. Die Plätze standen in drei Wochen, wir haben die Halle in sechs Wochen fertiggemacht. Kompliment an alle Helfer, Firmen, die Jungs, alle Familienmitglieder, die da mitgearbeitet haben.
Wie haben Sie das jetzt organisiert? Als Verein?
Nein, wir haben eine Firma gegründet, sind jetzt eine GmbH, die Padel Club Weinstraße GmbH. Es hat Spaß gemacht, sich mal in was ganz anderes reinzufuchsen.
Wie ist die Rollenverteilung in der Gruppe?
Ole ist mehr für die Events zuständig, fürs Veranstalten von Turnieren zum Beispiel. Daniel ist für die ganze Technik zuständig. Mein Bruder macht alles, was mit Social Media zu tun hat. Und ich bin da, um die Kontakte zu pflegen, mit den Sponsoren zu reden, das Ganze zu pushen. Mich kann man auch hier antreffen. Ich spiele selbst gern Padel. Aber wir machen alles zusammen.
Und jeder hat parallel dazu noch seinen Beruf?
Ja. Daniel hat eine eigene Firma, mein Bruder arbeitet bei meiner Beraterfirma, ich spiele noch Fußball ... Aber Ole und Daniel sind die meiste Zeit hier, weil die hier wohnen.
Wie geht es bei Ihnen fußballtechnisch weiter?
Momentan bin ich in Gesprächen, will mir aber Zeit lassen, weil es mit Familie eine wichtige Entscheidung ist für die nächsten Jahre.
Was sind die Prioritäten? In der Region zu bleiben oder möglichst hoch zu spielen?
Das mit dem FCK hat sich ja leider erledigt. Das hat Thomas Hengen ja im Podcast gesagt, dass ich zu alt bin. Das muss ich akzeptieren. Natürlich wäre es schön gewesen und war immer mein Traum, wieder nach Hause zu kommen. Das hätte jetzt perfekt gepasst und ist natürlich schade. Aber manchmal ist das in der Realität anders. Der FCK bleibt trotzdem mein Verein und ich freue mich, dass er mit seiner zweiten Mannschaft in die Regionalliga aufgestiegen ist.
Wie haben Sie den Spagat zwischen Köln und der Pfalz hinbekommen?
Ich war immer mit der Region verbunden. Ich baue nicht umsonst mein Haus hier für später. Wir ziehen diese Woche ein. Unser fester Ankerpunkt wird hier sein nach dem Fußball. Ich habe hier meine Familie, meine Freunde, bin hier zuhause. Die Pfalz ist meine Heimat. Die vermisst man, wenn man 15, 16 Jahre weg ist. Und den Blick. Wenn Du hierherfährst, siehst Du das Hambacher Schloss, den Pfälzerwald. Das macht was mit mir. Wenn Du durch die Gassen fährst, in denen Du groß geworden bist, dann holt Dich das direkt zurück und Du weißt, Du bist zuhause. Ich habe ein schönes Grundstück bekommen am Pfälzerwald mit einem phantastischen Blick aufs Hambacher Schloss, auf die Weinreben, den Wald. Dafür hat man Fußball gespielt und sich das alles erarbeitet.
Ein Weinberg gehört auch dazu?
Ja. Da mache ich Traubensecco für den Privatgebrauch. Ich habe das ganze Jahr für meine ganze Familie Traubensaft.
Zu welchen Leuten aus FCK-Zeiten haben Sie noch Kontakt?
Mit Mitarbeitern, ab und zu mit Willi Orban, mit dem ich zusammengespielt habe, mit Jean Zimmer, Philipp Klement, Tobi Sippel. Der kommt hoffentlich auch wieder hierher in die Heimat.
Wie und wo sind Sie das erste Mal mit Padel in Kontakt gekommen?
Das war mit der Mannschaft beim 1. FC Köln. Dann bin ich mit meiner Frau und mit den Jungs Padel-Spielen gegangen, haben es ausprobiert und es hat uns allen sofort Spaß gemacht.
Was ist das Faszinierende daran?
Dass Du nicht der perfekte Sportler sein musst, schnell Verbesserungen siehst. Es ist für alle Altersgruppen geeignet, man kann auch Mixed spielen und es macht einfach Spaß. Mein Traum ist, dass die Leute aller Altersgruppen wieder rausgehen, sich bewegen. So wie ich das von früher kenne. Ich will die jüngeren Leute wegbringen vom Laptop, vom Handy und für Sport begeistern.
Wie gut spielen Sie selbst?
Ich bin schon über fortgeschritten hinaus, habe auch einmal in der Woche Padeltraining genommen in Köln, um die Technik zu lernen. Gegen einen Padelprofi habe ich natürlich gar keine Chance. Das ist wie wenn ich Fußball spiele gegen einen Padel-Spieler.
Padeltennis in Maikammer
Die Halle in der Schwimmbadstraße 6 in Maikammer ist seit 1. Juni geöffnet. Auf 2500 Quadratmetern sind in der ehemaligen Tennishalle fünf Padel-Kunstrasen-Plätze untergebracht, darunter ein pinkfarbener Platz, der als einer von 25 weltweit von Adidas gesponsert wird. Wer dort spielt, unterstützt über die Kampagne #pinkmovement Förderprojekte für Krebskranke und ein von Dominique Heintz frei wählbares Projekt: Sein Erlös geht an das Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen.
Weitere Infos unter https://padelclub-weinstrasse.de. Buchung über die Playtomic-App, die auf Wunsch auch Spielpartner vermittelt. Schläger können geliehen und Bälle gekauft oder mitgebracht werden.
Am Sonntag, 7. Juni, veranstaltet der Padel Club ein Familienfest in der Halle, bei dem kostenlos getestet und gespielt werden kann. Abends startet ein Turnier. 85 Spieler haben sich bereits angemeldet.
Zur Person Dominique Heintz
Der 32-jährige Fußballprofi ist in Kirrweiler aufgewachsen, spielte zunächst beim SV Herta Kirrweiler, durchlief ab der F-Jugend sämtliche Jugendmannschaften des FCK, wurde Profi und nahm 2015 das Angebot des 1. FC Köln an, in der Bundesliga zu spielen. Am letzten Spieltag der Saison 2025/26 wurde der Innenverteidiger ein letztes Mal in Köln eingewechselt und feierlich verabschiedet. Aktuell ist er auf der Suche nach einem neuen Verein. Heintz war auch in seiner Kölner Zeit immer mit der Pfalz verbunden, hat ein Haus in Maikammer gebaut und will nach seiner aktiven Zeit in die Pfalz zurückkehren. Mit seiner Frau Laura, einer ehemaligen Leistungsschwimmerin, hat er zwei Kinder, Lilli (5) und Finn (3). Zur Familie gehört auch der Australian Shepherd Mogli (fast 8).