Rheinpfalz Jeder 20. Autofahrer zu schnell
Hinterweidental: Neuer Blitzer mit gleichem Ergebnis wie herkömmliche Messtechnik, aber ohne Personal
Auf der B 10 beim Katharinenhof zwischen Hauenstein und Hinterweidenthal sind in Fahrtrichtung Pirmasens etwa fünf Prozent der Autofahrer zu schnell unterwegs. Das ergaben die Messungen des neuen semi-mobilen Blitzers, den das Polizeipräsidium Westpfalz mehrere Tage lang im April und im Mai dort aufgestellt hatte. Die Beanstandsquote entspreche in etwa der Quote beim Einsatz anderer Messtechnik, teilte Hauptkommissarin Karin Decker, Leiterin der Zentralen Verkehrsdienste, auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. Wie viele Fahrer am Katharinenhof insgesamt schneller als erlaubt gefahren sind, darüber gab die Polizei allerdings keine Auskunft. Die höchste Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern habe bei der fünftägigen Messung Mitte April 36 Stundenkilometer betragen, bei der Messung im Mai 24 Stundenkilometer. Fahrverbote, die außerorts ab einer Überschreitung von 41 Stundenkilometern ausgesprochen werden können, wurden demnach nicht verhängt. Der neue Blitzer im Anhänger-Look, der mehr als 100.000 Euro gekostet hat und seit Mitte April in der Westpfalz im Einsatz ist, kann fünf Tage am Stück die Geschwindigkeit vorbeifahrender Autos messen, ohne dass Personal dabei sein muss. Innerhalb dieser fünf Tage werden Decker zufolge mit zunehmender Aufstellzeit weniger Geschwindigkeitsüberschreitungen aufgezeichnet. Mittelfristig soll der bewusst auffällig gestaltete Blitzer-Anhänger dazu führen, dass die Fahrer die Geschwindigkeit reduzieren und so die Zahl der Verkehrsunfälle zurückgeht. Dass der Blitzer-Anhänger an der Einfahrt zum Katharinenhof aufgestellt wurde, hat unter anderem in den Sozialen Medien für Diskussionen gesorgt, weil diese Stelle nicht als ein Unfallschwerpunkt angesehen wird. „Der Standort des semi-mobilen Blitzers am Katharinenhof an der B 10 hat sich aus der Unfallanalyse zur B 10 ergeben“, erklärt dagegen die Pressestelle des Polizeipräsidiums auf Nachfrage. 2016 kam es zu 98 Unfällen auf der B 10 zwischen Kreisgrenze und Münchweiler – dem Streckenabschnitt, für den die Polizeiinspektion Dahn zuständig ist. Das entspreche etwa 13,5 Prozent aller Unfälle in ihrem Zuständigkeitsbereich. Allein auf dem Abschnitt der B 10 zwischen Hauenstein und Hinterweidenthal sei es zu 44 Unfällen gekommen, zwei davon mit „schwerwiegenden Folgen“. Hauptkommissarin Decker erläutert, dass der festgelegte Messort „etwa in der Mitte dieses Unfallhäufungslinie“ liege. Durch die Analyse von Unfallstatistiken und Bürgerbeschwerden sind von den Zentralen Verkehrsdiensten in Abstimmung mit den örtlichen Dienststellen 35 Messstellen in der Westpfalz festgelegt worden, an denen der semi-mobile Blitzer zum Einsatz kommt. Im Landkreis Südwestpfalz sind neben der B 10 auch die B 270, A 8 und A 62 betroffen. Die genauen Standorte der Messstellen gibt die Polizei nicht preis. Innerorts sei bislang noch kein Einsatz des Blitzer-Anhängers geplant.