Rheinpfalz Islam-Zentrum im alten Kino
Das seit Jahrzehnten leerstehende, immer mehr verfallende frühere Resi-Kino in Homburg-Erbach soll zum islamischen Kulturzentrum mit Gebets- und Schulungsräumen sowie Übernachtungsmöglichkeiten umgebaut werden. Eine der beiden muslimischen Gemeinden in Erbach plant, ihr geistliches Zentrum aus einer kleineren Moschee in das Kinogebäude zu verlagern.
Der Ausbau soll in wenigen Wochen beginnen, etwa ein Jahr dauern. Abnan Özdemir, Sprecher der muslimischen Gemeinde, erläuterte am Mittwoch vor dem Bauausschuss den Antrag. Als zahlender Bauherr fungiere der Verein „Dachverband der islamischen Kulturzentren“ mit Sitz in Köln. Im Haus vorgesehen sind eine Kantine, Seminar- und Personalräume, Gebets- und Aufenthaltsräume, letztere getrennt für Männer und Frauen. Für das Dachgeschoss sind neben weiteren Räumen vier Schlafzimmer geplant. „Unsere Erbacher Gemeinde gibt es seit über 30 Jahren – es hat noch nie Probleme gegeben“, beantwortete Özdemir eine Anfrage aus dem Ausschuss, um wen es sich bei den Betreibern eigentlich handle. Er lud die Ausschussmitglieder zu Besuchen ein. Dass das alte Kino, das dem Verband seit zehn Jahren gehöre, ungenutzt verfällt, begründete Özdemir damit, dass die ursprünglichen Pläne zu aufwendig gewesen seien: Mit der zunächst geplanten Einrichtung eines Internats würde sich die finanziell nicht besonders gut gestellte Muslim-Gemeinde übernehmen. Man habe die Pläne so abgespeckt, dass man nun mit den Bauarbeiten beginnen könne. Bei zwei Gegenstimmen erteilte der Bauausschuss sein Einvernehmen. (ghm)