Rheinpfalz „Irrationale und unsachliche Debatte“

Ausgezeichnete IG-Metall-Mitglieder aus dem Landkreis Kusel.
Ausgezeichnete IG-Metall-Mitglieder aus dem Landkreis Kusel.

Die Zukunft des Autos war ebenso Thema wie die demografische Entwicklung: Mehr als 350 Mitglieder der IG Metall folgten am Samstag der Einladung der IG-Metall-Verwaltungsstelle Saarpfalz Homburg-Zweibrücken in den Homburger Saalbau zur Mitgliederehrung. Auch zahlreiche Mitglieder aus dem Kreis Kusel wurden ausgezeichnet.

Der Erste Bevollmächtigte, Ralf Reinstädtler, nahm bis auf eine Ausnahme erstmals in seiner Rede keinen direkten Bezug auf bestimmte Unternehmen der Region, sondern sah den großen Zusammenhang in der Metall-Industrie. Besonders die aktuelle Diesel-Debatte, aber auch Digitalisierung und die vergleichsweise alten Belegschaften in den Metallbetrieben nannte er. Die demografische Herausforderung mit damit einhergehendem vorausgesagtem Fachkräftemangel in den kommenden Jahren, die Weigerung einiger Betriebe, vereinbarte flexible Arbeitszeitmodelle umzusetzen, sowie die Verkehrspolitik waren Themen, die er ansprach. „Es geht längst nicht nur um die Zukunft des Dieselmotors. Das Auto an sich als Mittel der individuellen Fortbewegung wird zunehmend und lautstark kritisiert“, sagte er und ergänzte die Haltung der IG Metall dazu. „Ja, auch die IG Metall ist für Umweltschutz, und ja, wir sind für ehrgeizige Umweltschutz-Ziele, und es lohnt sich auch, in diesem Bereich eine Vorreiterrolle einzunehmen. Aber wir sind gegen eine ideologisch geprägte, zum Teil irrationale und unsachliche Debatte zum Nachteil der Menschen, der Industriearbeit und damit letztlich der Umwelt“, rief Reinstädtler und erntete dafür Applaus. So seien Benzin- und Dieselmotoren wiederverwertbar, die meisten Stoffe in Batterien jedoch nicht. „Alleine in Homburg hängen an der Technik des Verbrennungsmotors fast alle Arbeitsplätze in der Metall- und Elektroindustrie“, machte der Bevollmächtigte klar. Geehrte aus Kreis Kusel —70 Jahre Mitgliedschaft: Lothar Gaffga (Schönenberg-Kübelberg) —60 Jahre: Ernst Beisecker (Gries), Dieter Thom (Schönenberg-Kübelberg) —50 Jahre: Franz Geimer, Joachim Kirsch, Franz Klein (alle Schönenberg-Kübelberg), Richard Jung (Herschweiler-Pettersheim), Harald Koch (Gries), Reiner Weber (Nanzdietschweiler) —40 Jahre: Manfred Dahl, Norbert Lindner, Dieter Neufing (alle Schönenberg-Kübelberg), Roland Faul (Wahnwegen), Monika Frank (Waldmohr), Alois Geminn (Schellweiler), Irene Göbel (Selchenbach), Manfred Göhlich, Rudi Maurer (beide Hüffler), Helmut Gregor (Breitenbach), Herta Hoffmann (Altenglan), Klaus-Jürgen Körbel, Peter Lensch (beide Ohmbach), Klaus Patsch (Niederalben), Uwe Radmacher (Herschweiler-Pettersheim) —25 Jahre: Thomas Eimer (Schönenberg-Kübelberg)

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