Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Irma Scheib aus Hauenstein wird 100

Obwohl es oft schwer war: Irma Scheib blickt dankbar zurück auf ein erfülltes Leben.
Obwohl es oft schwer war: Irma Scheib blickt dankbar zurück auf ein erfülltes Leben. Foto: W. Schächter

Sie nimmt regen Anteil am Geschehen um sie herum, ist dankbar für ein erfülltes Leben und für ihre Familie. Am Montag feiert Irma Scheib ihren 100. Geburtstag.

Irma Scheib aus Hauenstein, die am Montag 100 Jahre alt wird, ist fürwahr noch begnadet rüstig. Wann hat es das schon gegeben, dass eine 100-Jährige noch aktives Mitglied im Heimbeirat ist? „Ich sag’ da immer noch meine Meinung und mach’ gute Vorschläge“, meint die gebürtige Zweibrückerin, die als junge Frau der Liebe wegen zu ihrem ersten Mann Karl Schumacher nach Hauenstein kam. Dort hat die kommunikative Frau sich schnell eingelebt. Vor einigen Jahren zog sie dann um nach Hinterweidenthal ins Seniorenheim, wo sie sich sichtlich wohlfühlt. „Mein ganzer Stolz sind meine vier Kinder, die mich mit ihren Familien regelmäßig besuchen“, verweist die Jubilarin auf eine große Familie mit sieben Enkeln, acht Urenkeln und sogar einem Ur-Ur-Enkel.

Vier Kinder alleine groß gezogen

Sie sei in Hauenstein sofort gut aufgenommen worden, sagt sie, auch wenn die Zeiten nicht immer gut waren: Ihr Mann Karl Schumacher - Sohn vom legendären „Stääner Max“ und ein begnadeter Schuhmacher in mehreren Hauensteiner Fabriken – kam schwach und krank aus dem Krieg zurück. Immer wieder zwangen ihn die Kriegsfolgen zu längeren Pausen, bis er mit 47 Jahren allzu früh starb. „Ich war immer fleißig, blickte optimistisch in die Zukunft und zog meine vier Kinder nun allein groß, Freizeit und Urlaub gab es dabei nicht“, erzählt sie. Als Heimarbeiterin war die geschickte Frau auch legendär im Flechten von Gürteln aus Lederteilchen, die sie mit großem Fleiß für einen Betrieb fertigte. Später steppte sie ebenso geschickt als Heimarbeiterin und ging dann bis ins Rentenalter „zum Jubo (Julius Bock) in die Fawwerik“.

Es sei für sie und ihre Kinder ein großer Glücksfall gewesen, sagt sie, als sie später „de Schwarz-Peter Vinzenz“ (Vinzenz Scheib) kennenlernte, der nach vielen Jahren aus Kanada in seine Heimat zurückgekehrt war. Die beiden heirateten und bauten sich in der Josefstraße ein Eigenheim. „Nach dem plötzlichen Tod von Vinzenz war ich wieder allein, aber ich hatte immer die Geborgenheit meiner Familie“, blickt sie dennoch dankbar zurück.

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