Rheinpfalz Investor hält an Möbelhaus-Plänen fest
Auch wenn es ruhiger um das geplante Möbelhaus auf der Truppacherhöhe bei Zweibrücken geworden ist: Projektentwickler André Kleinpoppen aus Solingen hält an seinen Zielen fest: Er hofft, dass das Einzelhandelskonzept und die Auswirkungsanalyse auf den Einzelhandel Ende Januar fertig wird.“ Jürgen Gundacker, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, rechnet erst später damit.
Kleinpoppen gibt sich zuversichtlich: „Wir werden die Vorgaben der Landesplanung einhalten.“ Auch dem bei einem solch großflächigen Projekt erforderlichen Zielabweichungsverfahren blickt er optimistisch entgegen. Spätestens 2020 oder 2021 werde das Verfahren abgeschlossen sein, dann könne das Möbelhaus mit fast 40.000 Quadratmetern Verkaufsfläche ohne weitere Verzögerungen gebaut werden. Wenn das Einzelhandelsgutachten samt Auswirkungsanalyse der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd in Neustadt als Grundlage für die Bewertung des Vorhabens vorliege, könne die Aufsichtsbehörde ihre Stellungnahme noch im ersten oder zweiten Quartal 2019 abgeben, so Kleinpoppen. Ab Sommer könne ein Bebauungsplanverfahren laufen. Das von Kleinpoppen mit der Planung beauftragte Karlsruher Büro Pröll-Miltner rechnet aber damit, dass das notwendige Einzelhandelsgutachten, erst bis Ende Februar/Anfang März vorliegt. Im April oder Mai würden die Unterlagen zusammengestellt, so eine Sprecherin. Das Gelände, auf dem der Möbelmarkt geplant ist, gehört zwar dem Zweckverband Flugplatz, liegt aber auf Contwiger Gemarkung. Deshalb ist die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land für die Planung zuständig. So musste laut Bürgermeister Jürgen Gundacker die VG das Einzelhandelsgutachten in Auftrag geben, das die Auswirkungen des Möbelhauses auf die VG und die Nachbarstädte Zweibrücken, Homburg, Pirmasens untersuchen soll. Mit der Aufgabe, die regionale Wettbewerbssituation zu beleuchten und eine Sortimentsliste zu erstellen, ist die BBE Handelsberatung aus Köln betraut worden. Erste Ergebnisse habe BBE bereits im Dezember geliefert, sagt Gundacker, der stolz darauf hinweist, dass „das Kaufkraftpotenzial der Verbandsgemeinde-Bewohner bei über 100 Millionen Euro liegt“. Die Ergebnisse lägen voraussichtlich bis Ende des ersten Halbjahres vor. Gundacker verweist auf den schon gefassten Grundsatzbeschluss der Verbandsgemeinde, ein Zielabweichungsverfahren bei der SGD Süd zu beantragen. Denn es sei wichtig, Klarheit zu haben, ob ein Möbelmarkt auf der Truppacherhöhe gebaut werden kann. Kleinpoppen, hinter dem vermutlich der Möbelhändler XXX Lutz steht, plant, auf 31.500 Quadratmetern Verkaufsfläche Möbel und Küchen anzubieten, die restlichen 8000 Quadratmeter sind für Randsortimente vorgesehen. Dazu gehören Haushaltswaren, Glas, Porzellan, Bilder, Rahmen sowie Deko- und Geschenkartikel. BBE aus Köln hatte dem neuen Möbelhaus schon 2017 einen Jahresumsatz von 90 Millionen Euro prognostiziert. Knapp ein Fünftel des Umsatzes sollen französische Kunden beisteuern. Neben dem Möbelhaus sollen sich Tank- und Rastanlage, Spielhalle und ein Fast-Food-Restaurant ansiedeln. Das Projekt ist umstritten, weil es zu einem Verdrängungswettbewerb und deutlichen Umsatzeinbußen von regionalen Möbelanbietern führen würde. Das hatte ein BBE-Gutachten ermittelt. Im Einzugsgebiet, das große Teile von Pfalz und Saarland umfasst, leben gut 1,8 Millionen Einwohner mit einem geschätzten Nachfragevolumen von 1,15 Milliarden Euro.