Kultur Südpfalz Inspiration von außen

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Zwei Gegensätze vereint in einer Schau und einem Titel: „AbstrAKT“ umfasst abstrakte Malerei von Hiltrud Klein und Aktzeichnungen von Antje Reeb. Die Künstlerinnen aus dem Kunst- und Kulturverein Römerberg zeigen zusammen rund 40 Werke im Zehnthaus Berghausen.

Wann ist die Komposition stimmig, das Bild fertig? Oft fällt es ihr schwer, einen Endpunkt zu bestimmen, gesteht Klein. „Das Aufhören ist oft ein Problem.“ Die Betrachter lädt sie zu einer Reise ein, zum Erforschen, was sich auf den Leinwänden verbirgt. Teile von Omas Spitzendecke, von einer Jeans oder Wellpappe: Verschiedene Materialien bilden die Basis von Kleins Werken, schaffen grundlegende Strukturen. Manchmal bringen sie auch Gegenständliches mit – mit Blumen bedruckte Stoffe oder die Aufdrucke auf einem alten Kaffeesack. Bis zu zehn Schichten baut die Germersheimerin auf. Mit Spachtelmasse, verschiedenen Mehlen und Kreiden sowie Acrylfarbe verbindet sie die Strukturen und schafft weitere. Sie entscheidet spontan, trägt so lange auf, bis es stimmig ist. Die Collagen sind wuchtig und expressiv, mit feurigem Rot. Die Bilder können aber auch eher bescheiden und nachdenklich wirken, wenn Formen ein Zwiegespräch führen und Klein eine sehr reduzierte Farbpalette einsetzt. Die 61-Jährige macht sich gerne den Zufall zunutze, testet etwa, welche Spuren die Farbe hinterlässt, wenn sie in schwingenden Bewegungen aufgebracht wird. Zum hohen Materialeinsatz von Kleins Bildern stehen die Akte von Reeb im krassen Gegensatz. Sie benutzt lediglich Zeichenpapier, eine Bambusfeder, Pinsel und Tusche. Mit verwässerter Tusche erfasst sie zunächst die Proportionen und die Haltung der Modelle. Mit breiten Pinseln schafft sie Volumen. Anschließend bringt die Dudenhofenerin mit der Feder die Konturen auf, die die Form korrigieren und sie im Zaum halten. Die Federstriche betonen Linien und Körperstellen, setzen Akzente. Gesichter deutet sie allenfalls an. Mimik ist für die 49-Jährige nicht wichtig, sondern die Körper und ihre Bewegungen. Trotz der Unterschiede bestehen bei den Künstlerinnen Übereinstimmungen: Beide lassen sich stark von außen inspirieren. Sie arbeiten spontan, lassen Unerwartetes zu. Ausstellung Zu sehen heute von 14 bis 18 Uhr und morgen von 10 bis 18 Uhr .

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