Rheinpfalz Im Waggon frühstücken

Der Waggon ist liebevoll eingerichtet mit echten Eisenbahn-Accessoires.
Der Waggon ist liebevoll eingerichtet mit echten Eisenbahn-Accessoires.

Seit heute hat das Dahner Felsenland eine Attraktion mehr. Mit geladenen Gästen und Handwerkern feierte Matthäus Burkhart die Eröffnung des neuen Frühstückswaggons und der barrierefreien Ferienwohnung in Dahn-Reichenbach.

„Das ist jetzt eine runde Sache, die Ferienwohnungen mit den Ferienwaggons, mit insgesamt 26 Betten und nun das noch. Hier können sowohl die Gäste aus dem Ferienbahnhof, als auch Gäste von außerhalb frühstücken“, sagt Burkhart. 48 Plätze bietet der alte Eisenbahnwaggon, der noch bis Januar 2017 als Personenwagen im Dampflokverkehr beim Badischen Kuckucksbähnel im Einsatz war. Vorher fuhr das 1945 gebaute Modell bei der Schweizer Nationalbahn. Burkhart hatte den Waggon im vergangenen Jahr für 5000 Euro gekauft. Nach nun gut einem halben Jahr Bauzeit ist das Gleisbett bereitet, Parkplatz und Terrasse sind gepflastert, der Wagen umgebaut und liebevoll eingerichtet. Auf der Terrasse direkt oberhalb der Wieslauter finden nochmals 36 Gäste Platz. Am morgigen 1. Mai geht der Waggon offiziell in Betrieb. Ab 8 Uhr gibt es täglich ein Frühstücksbuffet, „am besten aber mit Reservierung“, empfiehlt der Bahnhofswirt. Montags ist Ruhetag, von November bis Ende März ist nur samstags und sonntags geöffnet. Mit der Zeit soll das Angebot erweitert werden, der Waggon auch für Feiern gemietet werden können, dann auch mit warmem Essen. „Die beteiligten Firmen haben alle eine tolle Arbeit geleistet, es ist eine gute Zusammenarbeit gewesen und manche Herausforderung stellte sich erst während der Bauphase heraus“, sagt Burkhart. Ohne viele Freunde, die immer mal mit Hand anlegten, wäre er aufgeschmissen, meint der 50-jährige Eisenbahnliebhaber. Auf die Idee, im alten Lokschuppen eine barrierefreie Ferienwohnung einzurichten, kam er durch einen Freund, der im Rollstuhl sitzt: „Da wird man für das Thema etwas sensibler.“ Insgesamt hat er 180.000 Euro investiert. Liebevoll eingerichtet mit echten Eisenbahn-Accessoires, die Uniform hängt im kleinen Büroabteil, die Signallampen hängen als Deko an den Wänden. Eine Gastroküche wurde eingebaut und ein Buffet installiert. Man kann immer zu viert an einem Tisch sitzen, wie im richtigen Zug. Vier Tische kann man etwas verschieben, um auf einer Seite mehr Platz zu schaffen. „Es sind ja nicht alle gertenschlank“ sagt Burkhart. Auf die Frage, was er als nächstes im Sinn habe meint der Bahnhofswirt grinsend: „Einen Schuppen hab ich noch, mal sehen.“

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