Rheinpfalz Im schlimmsten Fall müssen die Wände raus

Immer wieder ist es der Brandschutz, der Kosten für Baumaßnahmen an kommunalen Gebäuden in die Höhe treibt. Das könnte auch an der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Contwig der Fall sein. Zusätzliche Kosten von 395.600 Euro – größtenteils für Brandschutz – drohen im schlimmsten Fall. Das wolle man jedoch verhindern, machte Peter Martini, der Leiter der Kreis-Bauabteilung, deutlich.
Brandschutzmängel im Anbau aus dem Jahr 2004 sind es, die die Kosten nach oben treiben könnten. Diesen Gebäudeteil hatte der Kreis von der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land übernommen. Und dort war wohl nicht aufgefallen, dass Brandschutzwände nicht richtig verbaut wurden. Das könnte zu einem teuren Fehler werden. Die Brandschutzwände, erläuterte Martini, müssten von Rohdecke zu Rohdecke geführt werden. Das sei allerdings nicht geschehen. Im schlimmsten Fall müssten die Wände – es handelt sich um Flurwände an Rettungswegen – auf drei Geschossen herausgerissen und ersetzt werden. Ob stattdessen eine Nachbesserung möglich ist, versucht die Verwaltung zu prüfen. Ein Problem: „Die Firma von damals gibt es nicht mehr“, so der Leiter der Bauabteilung. Dass die Mängel überhaupt vorliegen, ist erst aufgefallen, als die Umbauarbeiten an der IGS soweit fortgeschritten waren, dass im Anbau gearbeitet werden konnte. „Während des laufenden Schulbetriebes war das nicht möglich“, sagte Landrätin Susanne Ganster. Bereits im August 2018 waren zusätzliche 117.162 Euro für den Anbau bewilligt worden, um das mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion abgestimmte Raumprogramm zu erfüllen. Damals war beschlossen worden, zwei Räume für Bildende Kunst mit Materiallager und ein Lager fürs Textile Gestalten zu schaffen. Diese Arbeiten wären im neuen Auftrag enthalten. Abgestimmt hat der Kreisausschuss darüber am Montag noch nicht. Erst soll geprüft werden, ob eine günstigere Lösung umgesetzt werden kann. Vergeben wurde der Auftrag, die beiden Computerräume im Altbau mit neuen Möbeln auszustatten. Er ging für 25.410 Euro an die Firma VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken (Tauberbischhofsheim). In der Summe enthalten sind auch Möbel für zwei weitere Arbeitsplätze im Sekretariat. Gut voran kommen derweil die Arbeiten an der Außenanlage der Schule, wie Martini am Montag in der Bauausschusssitzung informierte. Nun gehe es am Buswendeplatz weiter, was die Verkehrssituation entschärfen werde. Bei gutem Wetter könne man in den nächsten Wochen damit fertig werden. Insgesamt liegen die Kosten für den Neu- und Umbau der IGS momentan 347.623 Euro unter der Prognose von 15,5 Millionen Euro. Schulentwicklungsplan Vergeben hat der Kreisausschuss den Auftrag für den gemeinsamen Schulentwicklungsplan der Städte Pirmasens und Zweibrücken mit dem Landkreis an das Büro Biregio, das sich bei den jüngsten Sitzung des Schulträgerausschusses vorgestellt hatte (wir berichteten). Die Städte hatten den Auftrag zum Gesamtpreis von 45.755 Euro bereits vergeben. Enthalten sind unter anderem die Schulentwicklungsplanung allgemeinbildender Schulen und Demografie, ein Raumprogramm für Grundschulen der Städte und weiterführende Schulen, die Einbeziehung der Schulleitungen und Schulaufsicht, die Schulentwicklungsplanung berufsbildender Schulen sowie eine Präsentation. Für je 1309 Euro pro Schule kann das Angebot um weitere Untersuchungen einzelner Schulen und Schularten erweitert werden. Für die Grundschulen im Kreis werden nur Schülerströme und Zahlen erfasst, beantwortete Ganster eine Frage von Reiner Hohn (FDP). Die Verbandsgemeinden könnten allerdings die Prüfung der Grundschulen beispielsweise mit Blick auf die Raumplanung auf eigene Kosten in Auftrag geben, so Ganster. Nicht im Plan enthalten sei eine Digitalstrategie etwa für die technische Ausstattung, die Bernd Schumacher (Grüne) für wünschenswert hält. Da jede Schule ein eigenes medienpädagogisches Konzept habe, wolle man das weiter individuell absprechen. „Das hat sich bewährt“, sagte Ganster.