Rheinpfalz „Ihr habt Großartiges geleistet“
Die dreitägige Feier zum 750-jährigen Bestehen der Ortsgemeinde Kröppen brachte unerwartete Menschenmassen in den Ort. Viele fühlten sich mit den Bürgern und ihrer Dorfgemeinschaft verbunden, feierten gut gelaunt mit. Nach dem Festabend am Freitagabend (wir berichteten) feierten sie kräftig weiter, denn es folgten zwei Tage mit einem vollen und tollen Programm.
Um es vorweg zu nehmen: Das Wetter spielte mit, es gab keine Verkehrsprobleme und die Dorfgemeinschaft bestand mit Bravur die Mammutaufgabe. Dass die Sommerhitze vorüber war, war gut, denn sonst wären Kuchenbäckerinnen und Helfer noch mehr ins Schwitzen gekommen. Insgesamt wurden der Dorfgemeinschaft unter den Vorsitzenden Steffen Schwarz, Jennifer Hitzelberger und Kerstin Winter 122 Kuchen gespendet. Sie konnten auf etwas über 300 ehrenamtliche Helfer aus dem Ort und darüber hinaus bauen, die das – seit der Vereinsgründung am 22. Mai 2017 geplante – Fest umsetzten. Am Ende der drei Tage waren ausnahmslos alle „platt“. Am Samstag gab es neben einem umfassenden Angebot als Novum eine 950 Meter lange Festmeile vom Sportplatzgelände bis zum Ende der Höhstraße. Dort stellte beim deutsch-französischen Bauernmarkt ein Besucher fest: „Die Stände stehen ja fast bis Vinningen.“ Zentraler Ort war die Freifläche beim Kreisel mit einer Bühne, auf der es ein breit gefächertes buntes Programm gab. Direkt gegenüber auf dem Freigelände des Gasthauses Knerr das „Pfälzer Weindorf“ sowie das „Valentins Bierdorf“. Im Gasthaus selbst gab es keinen Ausschank, sondern eine Bilderausstellung. Die hatte Altbürgermeister Willi Lehmann zusammengestellt. Vornehmlich er, aber auch weitere ältere Bürger standen den zahlreichen Besuchern mit Erklärungen zur Seite. Nicht weit entfernt von der Bühne war der Showplatz. Hier gab es Vorführungen der „Bunny Hoppers“ aus Eppenbrunn, Reitvorführungen des Reit- und Fahrvereins Kröppens sowie „Dancing Dogs“, dargeboten von dem Hundesportverein Münchweiler. Ab der Stockwiesenstraße bis hinter das Sportheim des Sportvereins gab es nach dem großen Jugendbereich weitere Angebote. Dazu zählten ein kleines schaustellerisches Angebot, Helikopterrundflüge über zwei Tage und eine Oldtimerausstellung. Feuerwehr, Zoll, THW und die Bundespolizei waren mit Ausstellungen vertreten. Direkt gegenüber dem Standort der Kreativsägearbeiten gab es eine Ausstellung des Forstes, überwiegend vom Leiter des Forstreviers Hackmesserseite, dem Kröpper Revierförster Michael Betz, betreut. Theodor Ringeisen, Leiter des Pirmasenser Forstamtes Westrich, ließ es sich aber auch nicht nehmen, in sein Kröpper Revier zu kommen. Abgerundet wurde alles am Ende der Festmeile mit dem zweitägigen großen Mittelaltermarkt und mit einer großen Feuershow am Abend. Gegenüber spielte derweil bereits im übervollen Festzelt die Band „Krachleder“. Sie brachte die überwiegend jugendlichen Besucher zum Toben, was so weit ging, dass Bänke und Tische als Standflächen dienten. Verändert zeigte sich dann am Morgen des dritten Festtages das Festzelt. Die Elektronik war verschwunden. Statt ihrer Stelle stand auf der Bühne ein Altar. Die katholische Großpfarrei St. Wendelinus Trulben und die Protestantische Kirchengemeinde hatten zum ökumenischen Gottesdienst eingeladen. In einer spontanen Dialogpredigt ging es zwischen Pastoralreferent Bernd Adelmann von katholischer Seite und dem Luthersbrunner Pfarrer Matthias Schröder um den Aufruf von Ortsbürgermeister Steffen Schwarz, zum Jubiläum den Ort herauszuputzen. Gefolgt vom Dank an jene Menschen, die mit Vertrauen auf Gott innerhalb 750 Jahren das geschaffen hätten, was Kröppen heute ist. Dieses Vertrauen sollte man mit Gottes Gnade nutzen und in die Gemeinschaft tragen. Musikalischer Begleiter war Pfarrer André Koch, während die drei Seelsorger von der Prädikantin Ingrid Pfaff und den Lektorinnen Elly Straßel und Christiane Memmer unterstützt wurden. Memmers Bruder Michael Wafzig leitete an diesem Tag den Musikverein Trulben. Dieser bereicherte nicht nur den Gottesdienst, sondern spielte auch im Festzelt auf bis kurz vor dem Beginn des Umzuges. Zu diesem Zeitpunkt traf auch der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck in Begleitung des Kreisbeigeordneten Peter Spitzer ein. Unter Führung von Ortsbürgermeister Steffen Schwarz verschaffte er sich einen Überblick, kam dann vom Mittelaltermarkt ins Festzelt, um das Resümee zu ziehen: „Ihr habt Großartiges geleistet“. Das Großartigste kam dann gleich darauf in Form des Festzuges mit über 40 Nummern durch die Straßen Kröppens. Nach der großen Kröpper Reitergruppe kamen die „Prominentenkutschen“. In der ersten saß Ortsbürgermeister Schwarz zwischen Landrätin Susanne Ganster und Bürgermeisterin Silvia Seebach, die ihre Kleidung passend zum Fest gewählt hatten. Die Ortsbeigeordnete Elly Straßel folgte in der zweiten Kutsche mit Peter Spitzer. Danach bot sich ein farbenprächtiges Bild nach dem anderen, was die Zuschauer begeisterte. Voller Niveau und Stimmung waren die einzelnen Zugnummern. Sieben oder acht Musikkapellen mögen es gewesen sein, die den Festzug auflockerten, der von vielen Kindern und Jugendlichen bereichert wurde. Eine Schornsteinfegergruppierung fungierte als Glücksbringer. Kröppens Nachbarorte Vinningen und Trulben waren gar mit mehreren Nummern vertreten. Vinningens Ortschef Felix Kupper steuerte einen Hublader und Trulbens Ortsbürgermeister Jürgen Noll warb mit der Dorfgemeinschaft für den 6. Trulber Almabtrieb am 21. Oktober. Hornbachs Ortsbürgermeister Rainer Hohn hatte nicht nur Abt und Mönche mitgebracht, sondern steuerte das Fahrzeug, auf dessen Anhänger sich das Kloster Hornbach befand. Der französische Nachbarort Walschbronn war mit seiner Kirche präsent, während die Rumbacher ihre Salztrippler mitgebracht hatten. Schweix grüßte tierisch mit Geißen, Merzalben mit seinen „Neechern“ und Dahn mit seiner Volkstanzgruppe. Die Grenadiere des CVP vertraten Pirmasens würdig und Bottenbachs erster Ortsbeigeordneter Klaus Weber steuerte einen Traktor, dem in einem weiteren Traktor seine Ehefrau folgte. Die Marktgräfin des Sickinger Landes war ebenso vertreten wie der PWV Busenberg mit der Drachenfelshütte und – passend zur „Hackmesserseite“ – einem angehängten „Hackmesser“. Im Festzelt klang schließlich die gelungene Feier aus.