Rheinpfalz IGS Waldfischbach bricht ein

Alle weiterführenden Schulen im Kreis Südwestpfalz mussten bei den Anmeldezahlen für das Schuljahr 2015/16 Federn lassen. Besonders stark war der Rückgang bei der Integrierten Gesamtschule (IGS) Waldfischbach-Burgalben, die fast ein Drittel weniger Anmeldungen zu verzeichnen hat. Dennoch geht der Trend weiter zur Gesamtschule, denn die verloren insgesamt weniger Neuanmeldungen als die Realschulen plus. Allerdings handelt es sich bei den aktuellen Viertklässlern insgesamt um einen zahlenmäßig schwachen Jahrgang mit nur 478 Kindern (584 im Schuljahr zuvor).
Gut, aber nicht voll belegt sind die Gesamtschulen Thaleischweiler-Fröschen (105 Anmeldungen) und Contwig (103). 112 Schüler in vier Klassen hätten aufgenommen werden können. In diesem Jahr finden alle 32 Pirmasenser Schüler, die an die IGS Thaleischweiler wollen, einen Platz, weil die Zahl der „eigenen“ Schüler zurückgegangen ist. Im vergangenen Jahr war das noch anders; da mussten 20 der 49 Interessenten abgewiesen werden. Das neue Angebot für die Nachmittagsbetreuung am Pirmasenser Hugo-Ball-Gymnasium – die es übrigens auch an den Gesamtschulen im Kreis gibt – dürfte die ausschlaggebende Rolle gespielt haben, dass nun weniger Pirmasenser nach Thaleischweiler wechseln wollen. Auf jeden Fall reicht es in den beiden Gesamtschulen wieder für die Bildung von vier Parallelklassen. Anders sieht es bei der IGS Waldfischbach aus, die dieses Mal auch nicht von abgewiesenen Schülern aus Thaleischweiler profitiert. Mit 72 Fünftklässlern werden nur noch drei Klassen gebildet werden können – bei 28, 56, 84 Schülern ist der Teiler bei einer IGS –, während es im laufenden Schuljahr noch 101 Schüler in vier Klassen sind. Die Schulleitung sah sich gestern nicht in der Lage, Fragen der RHEINPFALZ dazu zu beantworten. Die sozusagen zwischen den beiden Gesamtschulen Thaleischweiler und Waldfischbach „eingeklemmte“ Realschule plus in Rodalben hatte bis vor wenigen Tagen erst zehn Anmeldungen zu verzeichnen, die noch in der vorläufigen Statistik der Kreisverwaltung aufgeführt sind (siehe Grafik). Doch wie Leiterin Marie-Luise Graff-Link gestern auf Anfrage mitteilte, ist die Zahl nun bereits auf 15 angewachsen. Auch im vergangenen Jahr waren zunächst nur 20 Schüler angemeldet worden, doch es wurden schließlich 30 und damit zwei Klassen (Teiler bei Realschulen plus: 25). „Der letzte Schüler wurde sogar noch am ersten Schultag aufgenommen“, sagte Graff-Link. Die Eltern „zögern und zaudern eben“; einen triftigen Grund dafür kenne sie nicht. Auf einen Zuwachs wegen Überfüllung der Gesamtschulen braucht Graff-Link indessen in diesem Jahr nicht zu hoffen, sodass es wohl bei einer Klasse bleiben wird. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt die Rodalber Leiterin mit Blick auf die vom Land für Realschulen geforderte Dreizügigkeit. Auch die Gesamtzahl von noch 227 Schülern nähert sich der roten Linie von 181, die das Land für den Fortbestand eine Realschule plus gezogen hat. In letzter Konsequenz würde das ein Auslaufen der Schule bedeuten, so wie es in Wallhalben gerade passiert. Insgesamt wechseln im kommenden Schuljahr 125 Fünftklässler aus dem Kreis an Gymnasien in Pirmasens (wir berichteten gestern). Umgekehrt gehen dann 51 (Vorjahr 57) Pirmasenser Fünftklässler an weiterführende Schulen im Kreis: 32 an die IGS Thaleischweiler, zwei an die IGS Waldfischbach, acht an die Realschule plus Dahn, fünf an die Realschule plus Vinningen und vier an die Realschule plus Rodalben. Aus der Stadt Zweibrücken werden 58 Fünftklässler in den Kreis pendeln: 56 zur IGS Contwig und zwei zur IGS Thaleischweiler. Das Otfried-von-Weißenburg-Gymnasium im Schulzentrum Dahn, das einzige Gymnasium im Kreis, kann mit seinen 57 neuen Schülern wieder drei überschaubar große Klassen bilden, ebenso die benachbarte Realschule plus mit 62 Schülern. Dass sich nicht mehr Schüler ans Dahner Gymnasium trauen, könnte mit der ersten Fremdsprache in der fünften Klasse zu tun haben, die seit einigen Jahren Französisch oder Latein statt Englisch ist. Wieder abwärts geht es mit der Realschule plus Hauenstein, die mit nur noch 40 Schülern zwei Klassen einrichten kann. Das wird auch die Realschule plus in Vinningen schaffen – aber mit 29 Schüler wird die Mindestvoraussetzung für zwei Parallelklassen in einer Realschule plus im siedlungsproblematischen (ländlichen) Raum nur noch knapp erfüllt.