Rheinpfalz IG-Metall-Nachwuchs plant Demo in Bexbach

Unter dem Motto „Komm, wir verändern unsere Zukunft“ trafen sich am Mittwochabend in Kirkel gut 60 junge Mitglieder der Gewerkschaft IG Metall Homburg-Saarpfalz. Festgelegt wurden die Ziele fürs kommende Jahr, zudem wurde das Leitungsgremium neu gewählt.
Viktor Koslow, Uschi Alisa Urban und Philipp Welker bilden ab sofort das Leitungsgremium. Viel Arbeit wartet auf sie und die anderen Jung-Metaller. Der Zielkatalog 2017 ist umfangreich: Die angekündigten Werksschließungen bei Terex in Bierbach und GE Power in Bexbach werden die Gewerkschafter beschäftigen. So ist bereits für Montag, 12. Dezember, eine Kundgebung in Bexbach geplant. Auch bei Terex werde man die Belegschaft unterstützen, erklärte Gewerkschaftssekretär Martin Zimmer. „Es heißt immer, Jugend ist die Zukunft. Dann muss man aber auch einsehen, dass die Jugend Forderungen stellt“, sprach Koslow von Erwartungen an die Politik. Vor allem mehr Fairness, Sicherheit und Transparenz wünschen sich die jungen Metaller. Sei es Chancengleichheit in Studium und Ausbildung, Erhöhung der Ausbildungsvergütung oder gesetzliche Regelungen beim dualen Studium. Unterm Strich geht es um Sicherheit in der Lebensplanung. Vor allem aber um Mitsprache. Immer wieder wurde klar, dass der Gewerkschafts-Nachwuchs sich vor allem wünscht, sein Arbeitsumfeld aktiv und gerecht mitzugestalten. Die Mitsprache von Azubis bei der Schichtenplanung im Betrieb, Kosten des öffentlichen Nahverkehrs, Lerninhalte an der Berufsschule, Lehrerqualifikation, Themenrelevanz im Unterricht, Kommunikation in Betrieben und Schulen, Arbeitsplatzsicherung. Hier und an noch viel mehr Stellen will die IG Metall für Verbesserungen eintreten. „Viele wichtige Themen wurden angesprochen“, so Bezirksjugendsekretär Javier Pato Otero. Um die Zukunft zu verändern, sei das Engagement der jungen Gewerkschafter Voraussetzung. „Wir müssen Mehrheiten organisieren, um etwas zu verändern und Alternativen zu schaffen. Solidarität ist dafür das Fundament. Wir müssen Debatten führen, Lösungen suchen. „Es ist wichtig, dass eure Wünsche und Themen in die Diskussion eingebracht werden“, so Otero. Als Beispiel nannte er das Bundesbildungsgesetz. Das wollte die Große Koalition in der auslaufenden Regierungsperiode reformieren, doch passiert sei nichts. Aus dem Reformstau entstehe das Dauerthema Schichtarbeit für Auszubildende. Im Gesetz sei Schichtdienst für Azubis gar nicht vorgesehen, doch längst Realität. Am Engagement soll es nicht mangeln. 2300 Stunden haben die jungen Gewerkschafter 2015 und 2016 ehrenamtlich geleistet. In ihren Betrieben, auf Kundgebungen, auf Messen und bei Fahrten. „Davor müssen wir uns verneigen und Dank sagen“, fand Ralf Reinstädtler, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Saarpfalz. Durch diese Arbeit erreiche die IG Metall in der Region hervorragende Organsiationsgrade. Seinen Angaben nach sind 80 Prozent der Metall- und Elektro-Azubis im ersten Lehrjahr bereits gewerkschaftlich organisiert. |sach