Rheinpfalz Holz selbst vermarkten

Der Forstzweckverband Holzland hat bei seiner Verbandsversammlung am Donnerstag grundsätzlich beschlossen, ab dem 1. Januar 2019 das Holz selbst zu vermarkten.
Drei der vier im Verband vertretenen Gemeinden – Schmalenberg, Steinalben und Geiselberg – haben bereits abschließend erklärt, sich daran zu beteiligen. Der Gemeinderat Waldfischbach-Burgalben wird im August entscheiden. Auch das Holz der Hembach-Genossenschaft wird künftig über den Verband verkauft. Ebenso wollen die Kommunen Heltersberg und Schopp, die dem Verband nicht angehören, ihr Holz künftig über den Forstzweckverband absetzen (die RHEINPFALZ berichtete). Höheinöd, Hermersberg und Horbach, in denen die kommunale Forstwirtschaft nur eine untergeordnete Rolle spielt, haben signalisiert, ihre Holzmengen über den Zweckverband vermarkten zu wollen. Die Bürgermeister stehen diesem Vorhaben positiv gegenüber, die Räte müssen abschließend noch entscheiden. „Das wäre eine positive Sache, dann wäre die gesamte Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben vereint“, stellte der Vorsitzende des Zweckverbands, Georg Spieß, fest. Die Verbandsgemeinde müsste dann nicht Mitglied in der regionalen Holzvermarktungsagentur in Maikammer werden. Die Vorteile der Vermarktung vor Ort waren in den Gemeinderäten eindeutig anerkannt worden. Zuvor hatte es ausreichend Gelegenheit gegeben, sich bei anderen Zweckverbänden, die ihr Holz schon selbst verkaufen, zu informieren und sich bei mehreren Veranstaltungen über die geplante Verkaufsstelle in Maikammer kundig zu machen, deren Arbeit noch mit sehr vielen Fragezeichen für die Gemeinden verbunden ist. Zuletzt hatte der Schmalenberger Gemeinderat einstimmig Ja zur Vermarktung über den Holzzweckverband gesagt. Vorteil sei, waren sich Spieß, Anna-Silvia Henne, Henning Kühn, Peter Seibert und Revierleiter Christoph Wagner einig, dass es den Zweckverband Holzland in seiner Grundstruktur bereits gibt. Die Verbandsordnung muss nicht neu erstellt, sondern lediglich um den Punkt Holzvermarktung ergänzt werden, erläuterte Schriftführer Hans Baldauf, der bereits verschiedene Satzungsentwürfe ausgearbeitet hat. Bisher hat der Zweckverband das Holz über das Forstamt Johanniskreuz verkauft. Dies ist, wie berichtet, künftig aufgrund eines Urteils des Bundesgerichtshofs und der Änderung des rheinland-pfälzischen Waldgesetzes nicht mehr möglich. Ausgearbeitet haben Wagner und Baldauf einen Entwurf für die allgemeinen Verkaufs- und Zahlungsbedingungen für Holzverkäufe durch den Zweckverband. Dabei diente die bisherige Vereinbarung mit dem Forstamt im Prinzip eins-zu-eins als Grundlage, erläuterte Baldauf. So werden beispielsweise die anteilig anfallenden Kosten für jede Kommune genau berechnet. Grundlage sind die verkauften Festmeter. Aus Sicht des Zweckverbandes spricht vieles dafür – vorausgesetzt, die beiden Kommunen möchten das –, Heltersberg und Schopp für den Bereich Holzvermarktung als Mitglieder aufzunehmen, um den Gemeinden Mitbestimmungsmöglichkeiten zu geben, da sie größere Holzmengen einbringen. Abgestimmt werden muss das auch mit der Kommunalaufsicht der Kreisverwaltung. Bei Heltersberg wird das als unproblematisch angesehen. Bei Schopp ist in diesem Fall, da es sich um eine interkommunale Zusammenarbeit handelt (Schopp gehört dem Kreis Kaiserslautern an), die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier gefragt. Baldauf hat verschiedene Satzungsvarianten entworfen, mal mit der Variante, dass Schopp und Heltersberg auf der Vermarktungsseite Zweckverbandsmitglieder werden, mal mit der Variante, dass die Holzvermarktung für diese beiden Kommunen zunächst über einen sogenannten Geschäftsbesorgungsvertrag abgewickelt wird. Diese Varianten werden nun zunächst mit der Kommunalaufsicht besprochen. Mit Höheinöd, Horbach und Hermersberg sollen – da nur geringe Holzmengen anfallen – Geschäftsbesorgungsverträge abgeschlossen werden. Geplant sei ohnehin, die Holzvermarktung mittelfristig in eine GmbH umzuwandeln, analog etwa zur bestehenden Trifels Natur GmbH, die im Bereich Annweiler seit Jahren Holz in Eigenregie vermarktet. Personell soll für den Holzverkauf zunächst eine Halbtagsstelle eingerichtet werden.