Rheinpfalz Hochsaison bei der Holzernte

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„Dem Wald kommt neben seiner ökologischen Bedeutung – im Wesentlichen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen – und den Schutz- und Erholungsfunktionen für die Gesellschaft auch eine wirtschaftliche Nutzfunktion zu.“ So beschreibt Michael Grünfelder, Leiter des Forstamtes Hinterweidenthal, den gesetzlichen Auftrag an die Forstwirtschaft und das sich daraus ergebende Spannungsfeld – „nicht zuletzt in der gesellschaftlichen Wahrnehmung“, wie er sagt (dazu auch der Leserbrief unten).

Der wirtschaftliche Nutzen des Waldes sei in erster Linie in der Bereitstellung von Holz, einem klimaneutralen, stetig nachwachsenden Rohstoff mit einer Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten, zu sehen. Daneben bringe die Nutzfunktion vor allem in den Wintermonaten auch Einschränkungen für die Bevölkerung mit sich. Gesperrte oder durch die Holzabfuhr beschädigte Forst- und Wanderwege sorgten häufiger für Unmut bei den Waldbesuchern. „Dem Forstamt ist es deshalb ein besonderes Anliegen, Transparenz zu schaffen und auf diese Weise für Akzeptanz und Toleranz in der Bevölkerung zu werben“, so Grünfelder. Pflege- und Durchforstungsarbeiten seien kein Selbstzweck. Die Forstwirtschaft verfolge dabei eine ganze Reihe von Zielen: Erziehung stabiler Wälder, Waldumbau in Zeiten des Klimawandels, Steigerung von Ertrag und Wertschöpfung, Rohholzbereitstellung für die Holzindustrie und Brennholzversorgung der Bevölkerung. „Damit wirken forstwirtschaftliche Maßnahmen von sich aus bereits auf eine Stärkung der Schutz- und Nutzfunktionen des Waldes“, sagt der Forstamtsleiter. Daneben engagierten sich die Landesforsten Rheinland-Pfalz aktiv für die Belange des Naturschutzes. So würden in älteren Wäldern vor Beginn von Waldarbeiten Biotopbaumgruppen ausgewählt und dauerhaft geschützt. Waldbesucher erkennen diese Bäume anhand einer weißen, wellenförmigen Markierung. Die Ergebnisse der jüngst vorgelegten Bundeswaldinventur III belegen laut Grünfelder das erfolgreiche und zukunftsgerichtete Handeln der Forstwirtschaft, bezogen auf den gesellschaftlichen Auftrag, gleichermaßen Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktion in den Vordergrund des Handelns zu stellen. So seien im vergangenen Jahrzehnt in den Staatswäldern von Rheinland-Pfalz nur 81 Prozent des Holzzuwachses der Wälder geerntet worden. Zugleich ließen „ökologische Weiser“ – etwa die Totholzmenge in Wäldern als wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen oder der Anteil alter Wälder – eine positive Entwicklung erkennen. „Die Forstleute in Rheinland-Pfalz leben den ganzheitlichen Gedanken der Nachhaltigkeit aktiv bei der Waldbewirtschaftung“, resümiert der Forstamtsleiter. (ugo)

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