Rheinpfalz Herausforderung „kraftvoll annehmen“
Knapp 7000 Katholiken, 68 Orte, drei Pfarrer, zwei Bundesländer: Das sind die Eckdaten der neuen katholischen Großpfarrei Heiliger Remigius. Gestern ist sie mit einem feierlichen Gottesdienst in der Kirche St. Ägidius offiziell gestartet.
Von Albersbach bis Welchweiler: Die Pfarrei mit dem Heiligen Remigius als Patron hat nach Angaben des Kuseler Dekans Rudolf Schlenkrich die meisten Ortschaften innerhalb des Bistums Speyer und ist zugleich die mit der größten Flächenausdehnung in der Diözese. Weiteres Charakteristikum: Die Diaspora-Pfarrei mit Sitz in der Kreisstadt erstreckt sich über drei Landkreise (Kusel, Kaiserslautern, St. Wendel) und zwei Bundesländer. „Das ist eine Herausforderung an die Seelsorge“, bemerkte der Pfarrer. Die von Speyer verordnete Verschlankung der Strukturen war an der Basis immer wieder hart kritisiert worden. Wie mehrfach berichtet, hatten sich viele Katholiken schwergetan, sich von liebgewonnenen Strukturen zu lösen. Der Einzug des Dekans in schwarz und das Läuten der Sterbeglocke war daher zwar zunächst etwas überraschend, dann aber doch einleuchtend. „Wir nehmen Abschied von den sieben Pfarreien und auch davon, dass im Ort ein Pfarrer war, der am gesellschaftlichen Leben teilnehmen konnte“, sagte Schlenkrich. Er wolle diesen „Schmerz“ nicht einfach übergehen, aber auch nicht darin verharren. Der Neuanfang sei auch eine Chance, betonte der Dekan. Er motivierte die zahlreich erschienenen Katholiken, „kraftvoll und freudig“ diese Herausforderung anzunehmen. Nach der Trauer gelte es einen neuen Anfang zu machen. Passend dazu sang der Chor das „Remigiuslied“. Kirche solle kein Club sein, dessen Mitglieder den Blick für ihre Nächsten verlieren, sondern Rettungsstation, predigte Schlenkrich. „Wir wollen mithelfen, die Welt wärmer und schöner zu machen“, sagte er. Künftig spielt sich das katholische Leben der Pfarrei des Heiligen Remigius in sieben Gemeinden ab. Dies sind St. Ägidius (Kusel) mit der Filiale Maria Königin Hüffler, St. Pirminius (Glan-Münchweiler) mit der Filiale St. Josef Steinbach, St. Remigius (Rammelsbach) mit der Filiale Hl. Kreuz Ulmet, Herz Jesu (Nanzdietschweiler), Maria Lichtmess (Reichenbach-Steegen), St. Remigius (Remigiusberg) sowie die Gemeinde Christkönig (St. Wendel-Hoof). Das Seelsorgeteam um den leitenden Pfarrer Rudolf Schlenkrich, die Kooperatoren Kazimierz Cwierz und Roland Spiegel sowie die Gemeindereferenten Jutta Klein und Michael Huber wird sich auf zehn Kirchen verteilen. Schlenkrich segnete die Vertreter der neuen Gremien. Im Verwaltungsrat ist neben dem Dekan als Stellvertreterin Anja Messemer-Kreutz (Reichenbach-Steegen). Den Vorsitz des Pfarreirates hat Christa Kuhn aus Kusel, ihre Stellvertreterin ist Andrea Orth aus Hoof. Die Vorsitzenden der Gemeindeausschüsse sind Beate Müller (Glan-Münchweiler), Oliver Gabriel (Hoof), Christel Wolf (Körborn), Martina Holzhauser (Nanzdietschweiler), Kurt Droll-Mosel (Altenglan), Anja Messemer-Kreutz (Reichenbach-Steegen) und Marina Kurek aus Theisbergstegen. Musikalisch wurde der Gottesdienst von Ulrich Königstein an der Orgel, Alf Müller (Trompete) sowie dem Geiger Vsevolod Starko begleitet. Der Blaubacher Tenor Sebastian Lebek sang das Largo von Georg Friedrich Händel „Ombra mai fù“. Beteiligt war ferner ein Projektchor aus drei Kirchenchören unter Leitung von Sebastian Lebek. Remigiuschor sowie die Kirchenchöre Nanzdietschweiler und Glan-Münchweiler hatten unter ihren Dirigenten Vsevolod Starko und Leo Stoffel die Stücke eingeübt. (suca)