Rheinpfalz Helfer besser schützen
Unfälle auf der Autobahn sind nicht nur für die Beteiligten eine heikle Sache – auch Retter befinden sich immer wieder in Gefahrensituationen. Polizei, Feuerwehr und Autobahnamt in Kaiserslautern wollen enger zusammenarbeiten, um die Abläufe bei Großschadensereignissen zu optimieren.
„Bei dem Konzept geht es vor allem um Abläufe bei Großschadensereignissen, also wenn viele Einsatzkräfte an einem Unfallort zusammenkommen“, sagt Siegfried Ranzinger, Leiter der Autobahnpolizei Kaiserslautern. Als Beispiel für Fragen, mit denen sich das Konzept beschäftigt, nennt er: „Wo steht welches Fahrzeug?“ Klar sei, dass der Rettungsdienst nah zu den Verletzten müsse, aber wo stehen die anderen Einsatzfahrzeuge? Incident Management, frei übersetzt Unfall- oder Ereignisorganisation, laute das Stichwort. Wichtig sei auch der Helferschutz: „Bei größeren Unfällen sind ja Dutzende Helfer von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, US-Polizei, Autobahnmeisterei beteiligt.“ In einem Workshop ist ein Konzept zur verbesserten Zusammenarbeit bei Autobahnunfällen entwickelt worden. Neben Ranzinger haben die Kreisfeuerwehrinspekteure aus Kaiserslautern, Kusel und der Südwestpfalz, Feuerwehr-Referatsleiter Konrad Schmitt, Vertreter des Autobahnamts Montabaur und der US-Militärpolizei teilgenommen. „Einen konkreten Anlass gab es bei uns nicht, die Einsätze haben immer gut funktioniert“, so Ranzinger, „aber auch wenn etwas gut läuft, heißt das nicht, dass es nicht noch verbesserungsfähig ist.“ Aus der Luft gegriffen sei der Workshop jedenfalls nicht, betont Ranzinger. In der Vergangenheit habe es bereits heftige Unfälle im Bereich der Autobahnpolizei Kaiserslautern gegeben. Einen Unfall mit tödlichem Ausgang bei Waldmohr 2016 oder einen Gefahrgutunfall vor zwei Jahren nennt Ranzinger als Beispiele: „Das kommt in unserem Beritt schon vor.“ Also habe man sich zu dem Thema in der Jugendherberge in Hochspeyer einquartiert und mit Moderator Daniel Hoffmann nach Ideen gesucht. Die Ergebnisse der Tagung sind protokolliert worden und werden von der Polizei jetzt aufbereitet, dann wird das Konzept zur Optimierung an alle beteiligten Behörden geschickt. Eine der Ideen sei, einen Ereignismanager vor Ort zu bestimmen, der während des Einsatzes alles koordiniere und dessen Befugnisse nicht auf eine Organisation beschränkt sind. Spruchreif sei das noch nicht, betont der Polizist: „Wir sind im Gespräch.“ Weitere Punkte seien schnelle Hilfe für Verletzte sowie die Reduzierung von Staus und Folgeunfällen. Angesprochen wurden von den Fachleuten in Hochspeyer außerdem die Themen „Rettungsgasse“ und „Gaffer“. In beiden Fällen wolle man gemeinsam stärker aufklären, aber auch deutlich gegen Unbelehrbare vorgehen.