Eisenberg Handy weg, Stift in die Hand

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Gestern haben am Wirtschaftsgymnasium der Berufsbildenden Schule Donnersbergkreis am Standort Eisenberg die schriftlichen Abiturprüfungen begonnen. 16 Jungen und sechs Mädchen der Schule, an der die Oberstufe im Gegensatz zu anderen Gymnasien volle drei Jahre dauert, brüteten über Mathematikaufgaben. Erstmals war ein Teil der Fragen zentral über das Bildungsministerium gestellt worden.

Landeseinheitliche Elemente gibt es außer in Mathe in den Fächern Deutsch, Englisch und Französisch. Vom echten Zentralabitur ist man in Rheinland-Pfalz damit noch weit entfernt. „Es ist ein halbherziger Versuch, die Anforderungen im Land anzugleichen“, sagt die Abteilungsleiterin Gisela Glas-Lorenz. „Wenn man eine echte Vergleichbarkeit erreichen wollte, müssten alle gymnasialen Oberstufen genau dieselben Abiturarbeiten schreiben, und zumindest die Zweitkorrekturen müssten schulfremde Personen übernehmen.“ So würde schnell deutlich werden, wo die Schüler wirklich auf die Allgemeine Hochschulreife vorbereitet werden und welche Einrichtungen geneigt seien, ihre Prüflinge „durchzuwinken“, um eine höhere Quote an erfolgreichen Absolventen vorweisen zu können. In Eisenberg seien die Gymnasiasten seit der Klassenstufe elf durch Übungen und Kursarbeiten speziell auf die vom Gewohnten abweichenden landeseinheitlichen Fragestellungen vorbereitet worden. So gibt es in den Fremdsprachen Multiple-Choice-Fragebögen, mit denen das Verständnis von Inhalten vorliegender Manuskripte überprüft wird. Auch müssen sich die Abiturienten 30 Minuten lang Audiodateien anhören, die neben dem eigentlichen Text – zum Beispiel ein Interview – auch Fragestellungen und Anweisungen enthalten. Nachdem die 22 Abiturienten gestern die Lose für ihre Plätze gezogen hatten, nahmen sie in der Aula Platz. „Alle Handys und Uhren bitte in die Rucksäcke stecken und diese dann hinten an die Wand stellen“, gab Glas-Lorenz klare Instruktionen. Nachdem Doppelbögen Papier ausgeteilt und jeder seinen Namen darauf geschrieben hatte, verlas sie den Täuschungsparagrafen 29 der Abiturprüfungsordnung. Dabei betonte sie, dass auch das erst nachträgliche Bekanntwerden eines Betrugsversuchs zur Aberkennung des Schulabschlusses führen könne. Dann wurde es spannend: Sabrina durfte den Umschlag aus Mainz mit den Matheaufgaben öffnen. Zwei der drei genehmigten Fragestellungen waren aus den vom Wirtschaftsgymnasium eingereichten Vorschlägen ausgewählt worden, die dritte war die zentral gestellte Aufgabe. „Letztere bezieht sich auf das Thema Analysis“, verriet Glas-Lorenz. Die Abteilungsleiterin freut sich, dass alle 42 Jugendlichen der MSS 13 die Zulassung zur Abiturprüfung erhalten haben. Mehr als die Hälfte (26) sind männlich. Am morgigen Freitag stehen die Klausuren der nächsten beiden Fächer an: Informationsverarbeitung und Volkswirtschaftslehre. Beide Arbeiten beginnen um 8.10 Uhr. Erst um 9 Uhr startet die Klausur in Deutsch am Dienstag, 9. Mai. „Die Uhrzeit hat das Ministerium für alle betroffenen Schulen im Land festgelegt, weil da wieder zentrale Elemente drin sind“, informierte Glas-Lorenz. Am Freitag, 12. Mai, steht ab 9 Uhr Englisch auf dem Programm. Betriebswirtschaftslehre bildet in diesem Jahr den Abschluss: am Montag, 15. Mai, um 8.10 Uhr. „Für die mündlichen Prüfungen haben wir drei Tage angesetzt, vom Montag, 19., bis Mittwoch, 21. Juni“, informierte Glas-Lorenz. Die erfolgreichen Absolventen können sich dann auf die Abiturfeier freuen. Sie findet am Samstag, 24. Juni, im Haus Gylnheim in Göllheim statt.

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