Rheinpfalz Großes Vergnügen unterm Wahrzeichen der Südwestpfalz
HINTERWEIDENTHAL. Wenn es sich der Nachbar im fernen Urlaubsparadies unter Palmen gut gehen lässt, ist das kein Grund, neidisch zu sein. Wandern, Radfahren, im Badesee schwimmen – Möglichkeiten, durch den Sommer zu kommen, gibt es in der Region viele. Die RHEINPFALZ testet sie. Heute: Der Erlebnispark Teufelstisch.
Riesenrutsche, Felsenmeer oder Labyrinth? Diese Frage stellt sich den vier Jungs aus Rodalben und Münchweiler, die im Erlebnispark Teufelstisch einen Feriennachmittag verbringen, nicht. Ganz klar zieht es sofort alle zur großen Rutsche. Der etwa drei Hektar große Spielplatz liegt inmitten des Pfälzerwalds und bietet Kindern vieles, was das Spiel- und Abenteuerherz begehrt. Den Blick zum „Teufelstisch“, einem der Wahrzeichen der Südwestpfalz, gibt’s inklusive. Vin und Nino, vier und fünf Jahre alt, sind schnell enttäuscht, weil sie nicht auf die erst ab sechs Jahre zugelassene Rutsche dürfen. Auch wenn sie noch so liebevoll um ein „Ausnahmsweise“ betteln, verboten ist nun mal verboten. Die Wippe wird schnell zur ersten Alternative. Die beiden älteren Jungs beschließen, die Felsentreppe zur Rutsche hochzusteigen „Komm, wir laufen gleich nach oben“, freuen sich die beiden Klassenkameraden, Len und Leon, acht und neun Jahre alt. Auf großen Sandsteinfindlingen klettern sie geschickt zum Start der 50 Meter langen Metallrutsche, bevor es in rasanter Fahrt abwärts gehen soll. Währenddessen setzt Regen ein, erst tröpfchenweise, dann wolkenbruchartig. Fluchtartig verlassen viele Besucher den Spielpark. Einige stellen sich erst einmal unter, andere flüchten in die Gaststätte oder direkt zu ihren Autos. Weil wir nicht aus Watte sind, bleiben wir. Etwas enttäuscht kommen die beiden Jungs wieder von der Rutsche heruntergelaufen. „Jetzt war der ganze Weg umsonst“, klagt Len ziemlich genervt. Werner Müller, der zuständige Gemeindearbeiter, der zusammen mit seinem Kollegen Anton Krebs für die kompletten Arbeiten im Spielpark zuständig ist, sperrt derweil die Rutsche ab. Aufgebracht kommt er von der Riesenrutsche zurück und ärgert sich vor allem über Eltern, die die Sicherheitsvorschriften nicht beachten. Ein Besucher ist trotz Nässe mit seinem Kind losgerutscht, obwohl das Hinweisschild nicht zu übersehen ist und bevor Müller die Rutsche sperren konnte. „Unten sind die eingeschlagen wie eine Bombe“, empört sich Müller, der andere Besucher mahnt. Rutschen bei Nässe ist extrem gefährlich, so nah hängen Spaß und Risiko zusammen. Die vier Jungs stellen sich kurz unter und warten, bis der Regen nach einigen Minuten aufhört. Bis dahin heißt es andere Spielgeräte ausprobieren. Wenn schon Petrus die Regenschleusen zeitweise öffnet, spricht ja auch nichts gegen Wasserspiele. Die Kombination aus klassischen Spielgeräten und der Naturlandschaft lässt alle Kinderherzen höher schlagen. Dazu gehört das Felsenmeer, eine Art Sandsteinweg mit großen, geheimnisvollen Öffnungen, die allerdings bei den Jungs wenig Beachtung finden. Selbst bei den nicht sonderlich warmen Temperaturen stehen der Wasserspielparcours und die Matschstation bei den Kindern hoch im Kurs. Len, seines Zeichens Nachwuchs-Tier- und -Naturforscher, durchsucht die kleinen Tümpel nach Lebewesen. Es dauert nicht allzu lange, dann sind die Schuhe samt Strümpfen nass. Vin, der kleinere Bruder, löst das Problem souverän und entledigt sich gleich seiner Schuhe und Strümpfe. Mit hochgekrempelten Hosen steht er schnell mitten im Wasserspielparcours und genießt das Wasser nach Herzenslust. Auch die klassischen Spielgeräte wie Wippen, Schaukeln und ein Labyrinth, in dessen Zentrum ein Glockenturm gebaut ist, eine Nestschaukel und eine Minigolfanlage bietet das Idyll am Fuße des Teufelstischs. Und all das kostet keinen Eintritt. Großes Vergnügen bereitet den Jungs – neben der „brutal geilen Rutsche“ – die Seilbahn. „Nino, Du bist dran“, ruft Vin bereits während des Absprungs und läuft schon wieder zum Startpunkt der Seilbahn. Nach gut zwei Stunden guter Unterhaltung, einer Menge Spaß, des Erlebens und Lernens hat sich die Rasselbande eine Stärkung verdient. Praktisch, dass direkt am Spielplatz Einkehrmöglichkeiten zu finden sind. Während die Jungs ihre Pommes verspeisen, gönne ich mir einen Wurstsalat, natürlich „Pfälzer Art“.