Rheinpfalz Großer Rückhalt in der ganzen Region

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Als Pfarrer Heinrich Kimmle vor 50 Jahren anfing, soll es Politiker gegeben haben, die Bedenken hatten. Davon kann heute keine Rede mehr sein. Die Heinrich-Kimmle-Stiftung mit ihren Kindergärten, Schulen, Werkstätten und Betrieben ist eine anerkannte Größe. Das hat eindrucksvoll das Fest am 9. Mai mit 6000 Besuchern im Husterhöhe-Stadion bewiesen.

Marco Dobrani, Stiftungsvorstand, ist dieser Tage immer noch mit der Nachbereitung der großen Fete beschäftigt, während gleichzeitig die Arbeiten für die interne Feier am 1. Juni läuft. „Dieser unglaubliche Zuspruch und das viele Lob hat uns sehr stolz gemacht.“ Die enorme Besucherzahl von 6000 Menschen wertet der Stiftungsvorstand als Zeichen für den Rückhalt, den die Stiftung in der Region hat. Bei 6000 Besuchern war wegen behördlicher Auflagen Schluss. Dobrani hätte aber locker noch bis zu 2000 Karten mehr verkaufen können. „Das war ein echter Höhepunkt und hat gezeigt, dass in Pirmasens Bedarf besteht für so was“, erzählt Dobrani, der gerne wieder ein solches Ereignis veranstalten würde, allerdings nicht alleine. „Wenn ein anderer den Ball aufnimmt, würden wir uns gerne als Dienstleister anbieten.“ Dobrani selbst ist seit 18 Jahren bei der Kimmle-Stiftung und empfindet das Tempo, mit dem sich die Betriebe und Einrichtungen entwickelt haben, als überaus beeindruckend. 450 Mitarbeiter, die 1100 Menschen mit Behinderung betreuen, sind derzeit bei der Kimmle-Stiftung tätig. „Wir sind sehr innovativ und qualitativ hochwertig unterwegs“ lautet seine Selbsteinschätzung. Aus den eher abgeschlossenen Werkstätten habe sich ein Unternehmen entwickelt, das offen und offensiv nach außen gehe. Das geschehe auf einer Schiene mit der Integrationswerkstatt in der Adam-Müller-Straße, die sich bemühe, Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt in Betriebe zu bringen, die nicht Teil der Stiftung sind. Eine andere Schiene sind die Dienstleistungen der Stiftungsbetriebe, mit denen die Mitarbeiter und Betreuten überall in der Region außerhalb der Werkstätten arbeiten. Der Gartenbaubetrieb kümmert sich beispielsweise um die Grünanlagen der Wasgau-Märkte. Eine relativ neue Umzugs- und Entrümpelungsgruppe habe sich zu einem der gefragtesten Dienstleistungszweige entwickelt. „Wir gehen weg vom Image, dass wir nur einfachste Arbeiten erledigen können.“ Bei dem Schuhhandelsunternehmen Reno in Thaleischweiler-Fröschen habe die Kimmle-Stiftung eine ganze Arbeitsgruppe ausgelagert. Die Werkstattarbeit sei schon länger keine Einbahnstraße mehr. Einige der dort beschäftigten Mitarbeiter hätten sich dank der Betreuung weiter entwickeln können und seien inzwischen in anspruchsvolleren Bereichen tätig. Und wo soll es mit der Stiftung in den kommenden Jahren hingehen? „Wir müssen erstmal Luft holen. In den vergangenen zehn Jahren haben wir viel gemacht“, bremst Dobrani ein bisschen. Er werde beispielsweise öfter gefragt, wieso es in Pirmasens noch keinen Cap-Markt gebe, was bisher am geeigneten Standort gescheitert sei. „Das muss sich auch betriebswirtschaftlich rechnen und nicht nur gut ausschauen. Wir wollen ja nicht gleich wieder schließen.“ Ein besonderes Anliegen von Dobrani ist die Weiterentwicklung des Integrationsdienstes, mit dem Menschen mit Behinderung im ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Hier habe sich die Stiftung für ein neues Bundesprojekt beworben. Beim Wohnen möchte er ambulante Wohnplätze ausbauen – und überhaupt stehe bei ihm der Gedanke im Vordergrund den Betreuten nur so viel Hilfe zukommen zu lassen, wie sie letztlich auch brauchen. (kka) Termin Am 31. Mai, 10.30 Uhr feiert die Stiftung mit einem Pontifikalamt in St. Anton mit Bischof Karl-Heinz Wiesemann.

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