Rheinpfalz Große Konkurrenz droht
Sollte auf der Truppacher Höhe bei Contwig ein Möbelmarkt in der Dimension von 39.500 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen, käme es zum Verdrängungswettbewerb, und die regionalen Möbelhäuser müssten mit teils deutlichen Umsatzeinbußen rechnen. Die Handelsberatungsfirma BBE aus Köln prognostiziert für den neuen Markt einen Jahresumsatz von 90 Millionen Euro.
Im Einzugsgebiet des Möbelhauses, das große Teile der Pfalz und des Saarlandes umfasst, leben gut 1,8 Millionen Einwohner, die über ein projektrelevantes Nachfragevolumen von 1,15 Milliarden Euro verfügen, hat BBE ermittelt. Darüber hinaus sollen französische Kunden 18 Prozent des Umsatzvolumens beisteuern. Streuumsätze mit Kunden aus einem erweiterten Marktgebiet – darunter könnten Outlet-Kunden fallen, die nach dem Kleiderkauf noch im Möbelhaus vorbeischauen – würde zwei Prozent des Umsatzes ausmachen. BBE hat im Auftrag des Investors André Kleinpoppen vor allem städtebauliche Auswirkungen eines neuen Möbelmarkts untersucht und bewertet. Ein Wegbrechen des Möbeleinzelhandels schließt BBE aus. Jedoch weist das Unternehmen auf hohe Umsatzeinbußen für Möbelanbieter in Zweibrücken, Pirmasens und Homburg hin. „Selbst Betriebsschließungen einzelner Anbieter in Folge des steigenden Wettbewerbsdrucks würden jedoch keine Beeinträchtigung der Versorgung der Bevölkerung im Untersuchungsgebiet verursachen“, heißt es im Bericht des Büros Pröll-Miltner, das die Auswirkungen in der Begründung des zu ändernden Flächennutzungsplans „Truppacher Höhe“ thematisiert. Auf Einrichtungshäuser im weiteren Umfeld – Neunkirchen, Saarlouis und Kaiserslautern – wirke sich das neue Möbelhaus hingegen nicht existenzgefährdend aus. Das Vorhaben überschreite in seiner Versorgungsfunktion den Bereich des Mittelzentrums Zweibrücken erheblich. Nur etwa zehn Prozent des geplanten Umsatzes werden laut dem Gutachten voraussichtlich mit Kunden aus dem Zweibrücker Einzugsgebiet erzielt. Das Möbelhaus zieht laut BBE 87 Prozent des Umsatzes von Anbietern außerhalb der Innenstädte ab. Wesentliche Auswirkungen auf die Funktions- und Entwicklungsfähigkeit der Innenstädte schließt das Gutachten aus, da Randsortimente nicht mehr als zehn Prozent der Verkaufsfläche im Möbelhaus einnähmen. Angebotsüberschneidungen mit innenstadtrelevanten Sortimenten gebe es bei Glas, Porzellan, Keramik/ Haushaltswaren, Bildern, Deko- und Geschenkartikeln. Lampen würden in größerem Umfang nur noch in Homburg geboten. Bodenbeläge seien in der Region nicht zentrenprägend. |ts