Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Glan-Münchweiler: Wird aus Kita „Pfiffikus“ eine Kinderkrippe?

Die Kita „Pfiffikus“ in Glan-Münchweiler.
Die Kita »Pfiffikus« in Glan-Münchweiler. Foto: Sayer

Eigentlich wollte Ortsbürgermeister Karl-Michael Grimm in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch nur über den künftigen Bedarf an Kita-Plätzen informieren. Doch dann berichtete er über Lösungsansätze, die den Kindergarten fundamental verändern würden. Aber auch die Umbaupläne von Steinbach und der geplante Anbau in Matzenbach spielen bei diesen Überlegungen eine Rolle.

Auch der Kindergarten der Gemeinde Glan-Münchweiler kommt mit einer Auslastung von 98 Prozent im nächsten Jahr an seine Kapazitätsgrenzen. Nach einer im September vorgestellten Analyse des Kreisjugendamts bezifferte der Ortsbürgermeister die aktuellen Plätze auf 60 bis 65. Langfristig rechnet das Jugendamt mit bis zu 80 Kindern. Grimm gab zu bedenken, dass die Einrichtung so geplant worden sei, dass eine Erweiterung und die Etablierung einer vierten Gruppe möglich seien. Dennoch räumte er ein, dass die Kindertagesstätte derzeit keine Möglichkeit habe, Kinder unter zwei Jahren aufzunehmen.

Auf die Frage eines Ratsmitglieds zu Ausweichmöglichkeiten beziehungsweise der Schaffung einer Vorschulgruppe in Räumen der Glantal-Schule berichtete Grimm, dass ihm erst Stunden vor der Sitzung von der Verbandsgemeindeverwaltung ein Foliensatz zugestellt worden sei, der die bisherigen Gespräche mit Verantwortlichen der sechs Gemeinden, des Verbandsbürgermeisters und des Kreisjugendamts widerspiegelt: Der Idee, eine Vorschulgruppe in der Glantalschule unterzubringen, habe das Jugendamt widersprochen. Auch Vorschulkinder sollten aus pädagogischen Gründen nicht ein Jahr vor der Einschulung aus ihrer Einrichtung herausgenommen werden. Sie bräuchten eine Eingewöhnung bis zu zwei Jahren, so die Argumentation des Jugendamtes.

Umzug in Glantalschule

Unter diesem Aspekt habe die Kreisverwaltung eine Alternative vorgestellt, die es allerdings, wie Grimm sagte, „für Glan-Münchweiler in sich hat“: Demnach soll aus dem Kindergarten „Pfiffikus“ eine Kinderkrippe werden. Die soll dann Kinder zwischen Null und dem vierten Lebensjahr aus den Gemeinden Steinbach, Henschtal, Quirnbach, Rehweiler, Matzenbach und Glan-Münchweiler aufnehmen.

Umgekehrt würde der Regelkindergarten von Glan-Münchweiler in Räume der Glantal-Schule umziehen. Um Matzenbach zu entlasten, sollten die Kinder von Rehweiler diese Einrichtung mitbenutzen – Rehweiler würde mit Glan-Münchweiler eine neue Zweckvereinbarung abschließen.

Gefragt nach der Trägerschaft, schob Grimm nach, dass die Verbandsgemeinde nicht in die hoheitlichen Aufgabe der Kommunen eingreifen wolle, dennoch bereit wäre, als Träger der neuen Einrichtung „Kinderkrippe“ aufzutreten. Wie Grimm abschließend berichtete, sei ein Planungsbüro beauftragt worden, die Kosten einer solchen Lösung zu evaluieren.

Nicht grundsätzlich abgelehnt

Die Begeisterung für diese Alternative hielt sich eher in Grenzen, dennoch lehnte das Gros der Ratsmitglieder den Vorschlag nicht grundsätzlich ab. Verlierer, so die Meinung einer Gemeindevertreterin, seien bei all diesen Überlegungen die Kinder, die wegen fehlender Räumlichkeiten hin und her geschoben würden. Ein Ratsmitglied warnte vor der katastrophalen Verkehrssituation, der, so seine Befürchtung, insbesondere in den Morgenstunden Anlieger ausgesetzt seien. Was, wenn der Platz an der Glantalschule wieder für schulische Zwecke gebraucht würde?, fragte ein weiteres Ratsmitglied.

Wichtig sei nun, so der Ortsbürgermeister abschließend, dass alle betroffenen Gemeinde sowie die Leitungen der Einrichtungen auf den gleichen Stand gebracht würden. Dann sollten alle sechs Ortsgemeinderäte plus die Kindergartenleitungen gemeinsam mit Verbandsbürgermeister und Kreisjugendamt nach einer für alle tragfähigen Lösung suchen.

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