Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Girls- und Boys-Day der Realschule plus Lauterecken/Wolfstein

Im Seniorenzentren Ingweilerhof war ein Rollator- und Rollstuhlparcours aufgebaut. Moritz Kullack probiert, wie’s geht. Foto: Sa
Im Seniorenzentren Ingweilerhof war ein Rollator- und Rollstuhlparcours aufgebaut. Moritz Kullack probiert, wie’s geht.

Im Seniorenzentrum Ingweilerhof einen Pflegeberuf kennenlernen, in der Schule Roboter programmieren oder mit einem Computerprogramm das eigene Traumhaus designen. All das und noch einiges mehr war möglich beim Girls- und Boys-Day am Donnerstag an der Realschule plus Lauterecken/Wolfstein.

Marcel Goll-Gregorius, Leiter des Seniorenzentrums Ingweilerhof, wartet mit seinem Team auf eine Gruppe von Achtklässlern. Lehrer Michael Schwarz und Schulsozialarbeiter Björn Albrecht sind dabei. „Erfahrungsgemäß ist das für die Jungs ziemlich gut. Allerdings sind sie am Anfang immer etwas skeptisch, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt“, weiß Schwarz.

Der Heimleiter informiert erst einmal darüber, welche beruflichen Möglichkeiten die Altenpflege bietet. Denn nicht nur im Pflege-, sondern auch im administrativen Bereich gebe es stets Bedarf. Danach geht es direkt los.

Anzug simuliert Einschränkungen

Die erste Gruppe geht in den zweiten Stock, wo Victor Assigno mit dem Simulationsanzug wartet. Dieser besteht aus einer Art Bleiweste, die den Bewegungsradius des Oberkörpers, der Arme und der Schultern einschränkt. Zwei Pads kommen an die Oberschenkel und erhöhen dort das Gewicht. Die Hände sind in Handschuhe eingepackt und ein Visier schränkt die Sicht erheblich ein.

Als erstes ist Noel Geyer an der Reihe. In voller Montur soll er versuchen, Plastikhütchen mit einer Art Gehstock aufzusammeln. Danach muss er Bälle fangen und versuchen, mit dem klobigen Handschuh einen kurzen Text zu schreiben. Funktioniert alles tatsächlich recht gut. Assigno erklärt das so: „In Eurem Alter sind die Sinne und die Motorik noch geschärft – da klappt das noch und ihr könnt die Defizite kompensieren.“ Dennoch gesteht der 14-jährige Schüler: „Schreiben war schon ziemlich schwierig. Aber man fühlt sich im Anzug schon schwerer. Es fällt zum Beispiel auch nicht so leicht, die Arme zu heben oder abzuspreizen.“

Selbstversuch auf Rollstuhlparcours

Als nächstes geht es zum Rollstuhlparcours. Dort gibt es noch einige Dinge mehr, die zeigen, welche Gebrechen im Alter kommen können. Mehrere Brillen simulieren die Schwächen, die im Alter auftreten: einseitige Netzhautablösung, grüner Star, Diabetes-bedingte Augenprobleme und vieles mehr. Nun sollen Ziele mit Bällen getroffen werden. Bei der einseitigen Netzhautablösung noch recht einfach. Beim grünen Star versperrt ein milchiger Schleier jegliche Sicht.

Das Zittern bei der Parkinsonkrankheit. wird durch Nylonhandschuhe mit Elektroden verdeutlicht. Bereits kleinste elektrische Impulse sorgen für ein unkontrollierbares Zucken und Zittern.

Hochschulen helfen bei Workshops

Im Schulgebäude in Wolfstein gibt es Workshops in den Mint-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) für Mädchen und Jungs zusammen. Gemeinsam mit Mitarbeitern und Studenten der Hochschule Kaiserslautern werden Lego-Roboter programmiert, mit dem Computer Häuser entworfen oder Kriminalfälle durch die Ermittlung von Blutgruppen gelöst. Außerdem gibt es mit dem Ada-Lovelace-Projekt der Technischen Hochschule Kaiserslautern die Möglichkeit, einen Elektromotor zu bauen.

„Den Girls- und Boys-Day gibt es bereits seit 2012, die Mint-Tage richten wir zum ersten Mal aus“, erklärt Nicole Seyler, Mint-Beauftragte der Schule. Das sei vor allem für die Schule sehr gut: „Das ist ja die reinste Materialschlacht, wenn man sieht, welche Geräte für die Projekte mitgebracht werden. Diese Technik können wir so kaum zur Verfügung stellen“ erläutert die Lehrerin.

In einem Chemiesaal untersuchen die Schüler gemeinsam mit Karen Hilss, Mitarbeiterin der Hochschule Kaiserslautern, und den studentischen Hilfskräften Lydia Isheim und Katja Schmidtke die Blutproben. Die Lego-Roboter sollen sich mithilfe von Infrarot-Sensoren am Boden entlang „tasten“. Funktioniert nicht immer auf Anhieb, aber schnell lernen die Schüler, wie ihre Roboter Kreise ziehen oder im Viereck fahren.

Besonders interessant für viele: die Pythons. Anmutige Tiere, die in den Händen der Schüler ruhen, während diese alles über deren Zucht, Haltung und Fortpflanzung lernen.

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