Rheinpfalz Geschichten aus dem Leben

Die 17-jährige Alina Scherer ist die einzige Büttenrednerin des Altenglaner Carneval-Vereins und über die Kreisgrenzen hinaus ge
Die 17-jährige Alina Scherer ist die einzige Büttenrednerin des Altenglaner Carneval-Vereins und über die Kreisgrenzen hinaus gefragt.

Die „Westricher Fastnacht“ (Wefa) hält am morgigen Sonntag ihre Kinder- und Jugendprunksitzung in Herschberg ab. Mit dabei ist die 17-jährige Alina Scherer vom Altenglaner Carneval-Verein (ACV). Sie wird als „Schwester einer Fasnachtsprinzessin“ in die Bütt gehen.

Im Altenglaner Ortsteil Patersbach, wo sie aufgewachsen ist, ist Alina Scherer meist nur am Wochenende zu sehen. Sie wohnt zurzeit in der Vorderpfalz, denn sie erlernt im zweiten Ausbildungsjahr bei BASF den Beruf der Chemielaborantin. Was allerdings ihr Hobby angeht, ist sie in der Bütt schon fast ein alter Hase. Schon im siebten Jahr tritt sie vor großem Publikum auf. In diesem Jahr ist sie besonders gefragt. Neun Mal wird sie auf Prunksitzungen aktiv sein, bis die närrische Jahreszeit am Aschermittwoch zu Ende ist. War sie in der Vergangenheit lediglich im Landkreis Kusel aufgetreten, so ist sie dieses Jahr alleine drei Mal in Kaiserslautern zu sehen. Das Interesse, einmal in die Bütt zu gehen, hat sich bei ihr schon früh abgezeichnet, berichtet Alina Scherer. „Ich habe schon als kleines Kind gerne in der Familie Witze erzählt“, meint sie lachend. Doch bevor es als Humoristin auf die Bühne ging, war sie als Tänzerin im ACV aktiv. Schon mit fünf Jahren ging es los. Vorbilder hat sie in der eigenen Familie: Ihre Mutter ist in der ACV-Vorstandschaft und Mitglied im Elferrat. Alinas ältere Schwester Jasmin tanzte in den Garden des ACV und ist nun im zweiten Jahr ACV-Fasnachtsprinzessin. Alina durchlief ebenfalls alle Garden ihres Vereins. Auf die Kindergarde folgten die Jugendgarde, die Juniorengarde und die Funkengarde. Wegen einer Knieverletzung musste sie mit dem Tanzen allerdings aufhören. Zwischenzeitlich bereicherte sie die ACV-Prunksitzung nicht nur als Tänzerin, sondern auch als Büttenrednerin, zunächst mit ihrer Freundin Laura Stich. Ihren ersten Auftritt hatten die damals Elfjährigen als „gestresste Teenies“. In dieser Rolle waren die beiden vier Jahre zu sehen, ehe sie im letzten Jahr ihrer gemeinsamen Auftritte als „Engelchen und Teufelchen“ Lustiges zu erzählen wussten. Im vergangenen Jahr habe Laura Stich aus zeitlichen Gründen nicht mehr mitmachen können, berichtet Alina Scherer. Doch das war für sie kein Grund, ihre karnevalistische Laufbahn ebenfalls zu beenden. Also ist sie seitdem allein in der Bütt – 2017 als „Feuerwehrfrau“ und diesmal als „Schwester einer Fasnachtsprinzessin“. „Am besten kommen beim Publikum Geschichten aus dem wahren Leben an“, weiß die junge Büttenrednerin. So konnte sie auch die Feuerwehrfrau gut mimen, denn Alina ist seit acht Jahren Mitglied der Altenglaner Freiwilligen Feuerwehr – neben der Fasnacht ihr zweites Hobby. Schon seit Jahren ist Alina – teils eben mit ihrer Freundin – die einzige Büttenrednerin ihres Vereins. Warum eine immer kleinere Anzahl an Fasnachtern in die Bütt steigt, dafür hat Alina Scherer auch eine Erklärung. Sie meint, das Tanzen stehe bei den Prunksitzungen immer mehr im Vordergrund. Und: „In die Bütt gehen auch immer weniger, weil sich immer weniger trauen. In einer Tanzgruppe fällt man nicht so auf.“ Angst vorm Publikum hat Alina nicht. „Mir macht es großen Spaß, wenn ich die Zuschauer zum Lachen bringen kann“. Sie ist auch stets gut vorbereitet. Schon Monate vorher arbeitet sie mit ihrer Vereinskameradin Ute Seinwill den Vortrag aus. Und etwa vier Wochen vor der ersten Prunksitzung lernt sie den Text und übt, wie sie ihn am besten vortragen kann. „Und wenn ich dann auf der Bühne stehe, dann will ich auch mein Bestes geben“, sagt sie.

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