Rheinpfalz Geschäftsleute beklagen herbe Umsatzeinbußen

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Geschafft! An vier Wochenenden war die B 10 zwischen Hauenstein und Hinterweidenthal gesperrt. Jetzt rollt der Verkehr auf der West-Ost-Achse wieder auf einer Piste, die zwischen Bahnüberführung bei Hinterweidenthal und Katharinenhof grundlegend saniert wurde (die RHEINPFALZ berichtete). Aus der Hauensteiner Schuhmeile kommt allerdings harsche Kritik an Zeitpunkt und Umsetzung der Maßnahme, für die der Landesbetrieb Mobilität verantwortlich zeichnete.

Wen unter den Schuhhändlern in der Schuhmeile man auch befragte: Die Antworten waren ähnlich. Um bis zu 70 Prozent seien die Umsätze unter denen vergleichbarer Wochenenden ohne Sperrung geblieben, hieß es. „Definitiv weniger Kunden“ habe man begrüßen dürfen, sagte Melanie Schunck (Josef Seibel), „deutliche Umsatzeinbußen“ beklagte Luise Marke (Schuh-Marke). „An den langen Wochenenden mit Brückentagen rappelt es immer. In diesem Jahr war es wegen der Sperrung ungewohnt ruhig“, bedauert Philip Seibel (Jump’n Shoez) die Situation. „Der Termin mit dem Pfingstwochenende sowie dem Brückentag an Fronleichnam war absolut unmöglich“, kritisiert Seibel. Rosi Fröhlich (Schuh-Fröhlich) bestätigt: „Das sind mit die umsatzstärksten Wochenenden des Jahres.“ Seibel findet es deshalb „mehr als ärgerlich und eigentlich nicht hinnehmbar, dass im Vorfeld solch einschneidender Maßnahmen kein offener Dialog mit den Gewerbetreibenden geführt wird“. Von den Terminen, die der Landesbetrieb Mobilität festgelegt hatte, habe man erst gehört, als der Hase längst über dem Berg war. „Und dann hat man unsere Bedenken ignoriert.“ Zu dem Ärger wegen des Termins gesellt sich erneut Unmut über die Beschilderung: „Die Beschilderung aus Richtung Vorderpfalz machte nicht eindeutig klar, dass die B 10 bis Hauenstein frei ist“, stellt Otto Bold (Ossi-Schuhe) fest. In der Tat: Ortsunkundige, die aus der Vorderpfalz nach Hauenstein wollten, mussten auf den wenigen hundert Metern vom Kostenfelstunnel bis zur Abfahrt Rinnthal/Wellbachtal auf den Umleitungsschildern so viele Informationen aufnehmen, dass die Aussage „Hauenstein frei“ für viele einfach im Info-Orkus unterging. Hinzu kam, dass die quer über die Richtungsfahrbahn Pirmasens gestellte Sperrbake ja nicht eben zur Weiterfahrt nach Hauenstein einlud: Man musste die Sperrbake über die Gegenfahrbahn, die Richtungsfahrbahn Landau, umfahren. Das macht nicht jeder gerne (siehe: Zur Sache). „Vielleicht zwei von zehn Kunden aus der Vorderpfalz haben geschnallt, dass sie hätten weiterfahren können“, berichtet Seibel von Gesprächen mit Kunden. Auch Kunden, die aus dem Westen Hauenstein ansteuerten, waren mit der Beschilderung unzufrieden. Sie wurden in Hinterweidenthal auf der B 427 über Dahn und Busenberg umgeleitet. Manch einer verpasste dann die mögliche Abfahrt Richtung Hauenstein an der Erlenbacher Kreuzung. „Ganz schlecht“ sei hier die Beschilderung gewesen, die Hinweise Richtung Hauenstein nur sehr spärlich. Viele seien dann im Raum Bad Bergzabern herumgeirrt, war zu hören: „Sie kommen dann gefrustet ins Geschäft“, hat Luise Marke festgestellt und auch Melanie Schunck berichtete von „aufgebrachten“, Rosi Fröhlich von „verärgerten Kunden“. Auch bei Ossi sei Ärger über die irreführende Beschilderung laut geworden. Einbußen hatte auch die Gastronomie zu verzeichnen. „Deutlich weniger Gäste“ konnte Thomas Engel („Zum Ochsen“) begrüßen. Auch er moniert die Terminwahl: „Die langen Wochenenden im Frühsommer sind normalerweise Umsatzgaranten. Ausgerechnet da war die B 10 dicht“, moniert er. Ganz besonders heftig betroffen war das Landgasthaus „Am Frauenstein“, das ziemlich in der Mitte des jetzt sanierten B-10-Abschnitts liegt. „Eine Katastrophe“ sei die Sperrung für den Gastronomiebetrieb gewesen, sie habe „unheimliche Umsatzeinbußen“ zur Folge gehabt, teilte Juniorchef Steffen Brand mit. „So schlimm wie in diesem Jahr ist es noch nicht gewesen“, klagte er. Er ist auch sauer darüber, dass die ihm eigentlich garantierte Zufahrt zum Betrieb nicht immer möglich war, und kritisierte die Kommunikation im Vorfeld: „Von einer Besprechung mit den Anliegern haben wir nur per Zufall erfahren.“ Zusammen mit Geschäftsleuten aus der Schuhmeile und mithilfe eines Anwalts habe man dann versucht, die Terminierung der Sperrung zu verändern: „Aber da haben wir auf Granit gebissen.“ Für nächstes Jahr ist die nächste Sperrung angekündigt. Dann wollen die Geschäftsleute aus Gastronomie und Handel darauf drängen, dass zeitig ein weniger „schädlicher“ Termin festgesetzt wird. Sie wollen ihre Vorschläge für eine sinnvollere Beschilderung machen und beachtet wissen.

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