Rheinpfalz Genug Geld für eine kleine Krankenstation

Wie bereits mehrfach berichtet, unterstützt Ludwig Heim seit einigen Jahren Schwester Maria Goretti Nakate, die in Uganda ein kleines Kinderkrankenhaus führt. Mit einem „gewaltigen Finanzbrocken“ steht sein jüngstes Hilfsprojekt vor der Verwirklichung: Die Aktion „Ein Herz für Kinder“ gewährt nach Einsicht und Prüfung 12.000 Euro. Damit kann eine kleine Krankenstation verwirklicht werden, die etwa 22.000 Euro kostet.

Heim beschreitet viele Wege, um den Menschen in Uganda zu helfen, manchmal wählt er auch ganz ungewöhnliche. „Aufgrund der Schlagzeilen über den Limburger Bischof und die Vermögen der deutschen Bischöfe, die mehr oder weniger veröffentlicht wurden, kam ich auf die Idee, sämtliche 27 deutsche Bischöfe anzuschreiben“, erzählt der Münchweilerer. Er bat sie um Unterstützung für sein Uganda-Projekt. „Die meisten Antworten waren negativ. Teilweise auch mit interessanten Begründungen“, erzählt Heim. Kurz hintereinander kamen dann zwei Zusagen. Eine von Speyerer Weihbischof Otto Georgens und eine vom Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch. Beide sagten ihm je 1000 Euro zu.

Das war nicht die einzige Aktion von Heim. Im Oktober schrieb er die Organisation „Bild hilft helfen – Ein Herz für Kinder“ an. Auch dort bat er um finanzielle Unterstützung. Er stieß nicht auf taube Ohren. Zunächst forderte man von ihm Pläne und eine Kostenaufstellung. Außerdem musste er eine Registrierungsurkunde des zukünftigen Trägers der Krankenstation vorlegen. Fotos des Baugrundstückes wurden übermittelt, Heim musste nachweisen, wie und mit welchen finanziellen Mitteln in Zukunft der Betrieb gesichert wird, erzählte er im RHEINPFALZ-Gespräch.

„Man war wohl mit den Unterlagen zufrieden“, fasst Heim zusammen. Denn „Ein Herz für Kinder“ sagte Anfang März eine Förderung über 12.000 Euro zu. „Ich bin überglücklich“, gesteht der Bankkaufmann. So kamen über viele Spenden, darunter die der Bischöfe, des Lionsclubs Pirmasens, des Rotary-Clubs Pirmasens, aber auch Menschen, die öffentlich nicht genannt werden möchten, seit Herbst 9000 Euro zusammen. Hinzu kommt nun der stattliche Betrag von 12.000 Euro von „Ein Herz für Kinder“. Da auch die katholische Hilfsorganisation Missio 2000 Euro dazugibt, ist die Finanzierung in trockenen Tüchern. Mit dem Bau kann begonnen werden, stellt Heim fest.

Seit 2010 hat Heim viele Unterstützer für sein Uganda-Projekt gewonnen. Neben Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten sind es auch die Chöre aus Münchweiler, in denen das Ehepaar Heike und Ludwig Heim singt, die sich engagieren. In knapp drei Jahren kam so 20.000 Euro zusammen. Unter anderem konnten ein gebrauchter Geländewagen angeschafft, eine Solaranlage auf dem Dach der Krankenstation installiert, eine Dusche eingebaut und ein Wassertank für 50.000 Liter Regenwasser gebaut werden.

Während eines Besuchs in Uganda im Juli 2013 zeigte Schwester Maria dem Ehepaar Heim auch das kleine Dorf Kiryanga, wo eine weitere, wenn auch kleinere Krankenstation geplant ist. Dieser Ort liegt so weit von der nächsten Stadt Hoima entfernt, dass eine medizinische Versorgung praktisch nicht möglich ist. Denn bei sehr schlechten Wegeverhältnissen benötigt man während der Trockenzeit zirka vier Stunden, um von Kiryanga nach Hoima zu fahren, in der Regenzeit ist die Strecke dagegen fast unpassierbar.

Um einen Puffer für unvorhergesehene Kosten zu haben, möchte Heim weitere 2000 bis 3000 Euro sammeln, so dass er rund 25.000 Euro zur Verfügung hat, um den Bau der Krankenstation zu sichern. „Schwester Maria reagierte überglücklich im Telefonat. Sie bedankt sich bei allen Spendern und verspricht nochmals ausdrücklich, dass alles Geld zweckgebunden für die neue Krankenstation verwendet wird,“ hebt Heim hervor. (mt)

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