Rheinpfalz Gemeinsam am Strommarkt bestehen
Die Gemeindewerke Waldfischbach-Burgalben und die Stadtwerke Kaiserslautern wollen kooperieren und, wie berichtet, gemeinsam eine neue Gesellschaft gründen. Am Mittwoch gab der Gemeinderat einstimmig grünes Licht für diesen Plan. Nach Ostern wird ein Kompetenzteam die Arbeit aufnehmen und die Details zur Gesellschaftsgründung ausarbeiten, die im Idealfall 2019 starten soll.
Für die Gemeindewerke werden Bürgermeisterin Anna-Silvia Henne (SPD), der erste Beigeordnete Roland Schumm (CDU), Werkleiter Martin Pfeifer und Wirtschaftsprüfer Harald Breitenbach dem Kompetenzteam angehören. Das Verhandlungsziel, mit der Gesellschaft 2019 zu starten, nannte Markus Vollmer, Vorstandsmitglied der Stadtwerke Kaiserslautern, bei einem gemeinsamen Pressegespräch der beiden Kooperationspartner am Donnerstag. In mehreren Schritten soll das Kooperationsmodell, das in Form einer GmbH realisiert werden soll, umgesetzt werden. Im ersten Schritt soll das Stromnetz in die neu zu gründende Gesellschaft übergehen. „Für uns ist das die vordringlichste Aufgabe“, erläutert Werkleiter Pfeifer mit Blick auf die ständig steigenden regulatorischen Anforderungen an die Netzbetreiber. Zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Messstellenbetriebsgesetz, das die Digitalisierung im Strommarkt vorantreibt und für kleine Werke im Prinzip allein nicht mehr zu überspringende finanzielle Hürden aufbaut. Im zweiten Schritt soll der Vertrieb des Stroms in die neue Gesellschaft übergehen. „Uns ist es dabei ganz wichtig, regionale Strukturen zu erhalten“, unterstrichen SWK-Vorstandsmitglied Vollmer und Nicole Klein, bei den Stadtwerken Abteilungsleiterin im Bereich Betriebsführung, die Philosophie, die beiden Kooperationspartnern wichtig sei. Ansprechpartner blieben vor Ort erhalten. Es werde im Zuge der Kooperation kein Personal abgebaut. Sieben Mitarbeiter haben die Gemeindewerke: vier im technischen, drei im kaufmännischen Bereich. Was mit der Sparte Wasser, um die sich die Werke auch als Eigenbetriebsanstalt kümmern, in einem weiteren Schritt passieren wird, darüber müsse zu gegebener Zeit der Rat entscheiden. Von einem Übergang an die Verbandsgemeindewerke bis zum Eintritt in einen Wasserzweckverband Westpfalz sei alles denkbar. Dem Beschluss des Rates waren fast sieben Jahre Vorarbeit vorausgegangen, die in den vergangenen zwei Jahren für die Rats- und vor allem die Werkausschussmitglieder besonders intensiv waren. Mehrere Modelle, auch gemeinsam mit anderen Anbietern wie den Pfalzwerken, wurden geprüft. Wichtige Ziele, die die Gemeinde mit Blick auf die Zukunft der Werke hatte, seien nun erreicht, unterstrich Bürgermeisterin Henne. Die Werke können in der neuen Gesellschaft als regionaler Anbieter weiter vor Ort tätig sein, Arbeitsplätze bleiben erhalten, Wertschöpfung findet in der Region statt. Die Ortsgemeinde habe als Gesellschafter weiter Mitbestimmungsrecht. Die Werke blieben leistungsfähig und „was ganz wichtig ist, wir können den Kunden diese Leistungen zu konkurrenzfähigen Preisen anbieten, den Kunden möglicherweise attraktive Angebotspakete schnüren“, sagt Henne. Deshalb sei der jetzt einstimmig getroffene Beschluss des Rates eine Entscheidung für die Zukunft, unterstrich Beigeordneter Schumm. Der Energiemarkt werde sich weiter rasant und gewaltig verändern, prognostiziert Vollmer, der die Kooperation gleichfalls als Zukunftschance wertet. Ganz wichtig sei, dass die zu gründende Gesellschaft offen sei für weitere Gesellschafter, etwa weitere kleine Gemeindewerke. Es gehe um die zukunftsweisende Form der Energieversorgung in der Westpfalz. Theoretisch sei denkbar, dass Gespräche, die die Stadtwerke Pirmasens und Kaiserslautern derzeit führen, auch zu dem Ergebnis kommen, dass Teile der Kooperation, die diese beiden Partner vereinbaren, in diese neue Gesellschaft einfließen. Für den Kooperationspartner Stadtwerke habe auch gesprochen, dass ein funktionierendes System beibehalten werde. „Never change a running system“, verwies Pfeifer auf die Tatsache, dass die Gemeindewerke seit 2011 mit der Demando GmbH aus Kaiserslautern im IT- und Abrechnungsbereich zusammenarbeiten, mittlerweile zu 100 Prozent. Die Demando ist eine 100-prozentige Tochter der Stadtwerke Kaiserslautern, ein Systemwechsel bei der IT (Informationstechnik) bleibe im Zuge der Kooperation erspart.