Rheinpfalz Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof beendet

97975770.jpg

Aufatmen in Köln: Die Polizei hat eine Geiselnahme am Hauptbahnhof nach stundenlanger Anspannung beendet. Der Geiselnehmer hatte eine Frau in seiner Gewalt, dann griffen die Einsatzkräfte zu. Nun ist die Frage: Gibt es einen terroristischen Hintergrund?

Die Kölner Polizei schließt nach der Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof einen terroristischen Hintergrund nicht aus. «Wir ermitteln in alle Richtungen», sagte eine Polizeisprecherin am Montagabend in Köln. Bei der Geiselnahme soll der Mann nach Angaben eines weiteren Sprechers auch geäußert haben, dass er zur Terrorormiliz IS gehöre. Der Geiselnehmer habe zuvor einen Molotowcocktail in einem Bahnhofsrestaurant gezündet.

Gaskartuschen und Brandbeschleuniger

Der Mann soll auch mehrere Gaskartuschen genutzt und in der Apotheke im Hauptbahnhof gelagert haben. Es seien blaue Campinggaskartuschen und Brandbeschleuniger gefunden worden, von denen einige mit Klebeband verbunden gewesen seien, sagte ein Polizeisprecher am Montagabend bei einer Pressekonferenz in Köln. Die Geiselnahme hatte die Polizei stundenlang in Atem gehalten und für ein Chaos auf den Bahnstrecken rund um die Millionenmetropole gesorgt. Der Geiselnehmer erlitt beim Zugriff schwere Verletzungen und musste reanimiert werden, auch ein unbeteiligtes Mädchen wurde nach Polizeiangaben schwer verletzt. Die Geisel erlitt leichte Verletzungen. Der Bahnhof wurde evakuiert, Züge wurden weiträumig umgeleitet, einige Züge endeten vorzeitig. In den Mittagsstunden hatte der Mann eine Frau in seine Gewalt gebracht und sich in der Apotheke im Bahnhofsgebäude verschanzt. Zeugenaussagen über Schüsse oder Rauch bestätigte die Polizei zunächst nicht.

Geiselnehmer musste wiederbelebt werden

Nach einem ersten Kontakt mit dem Geiselnehmer versammelte sie Spezialeinsatzkräfte vor dem Gebäude und drang schließlich in die Apotheke ein. Der Geiselnehmer musste nach dem Einsatz wiederbelebt werden. Auf welche Weise und von wem er verletzt wurde, sagte die Polizei zunächst nicht. Der Polizeieinsatz brachte den Bahnverkehr rund um den zentralen Knotenpunkt Köln nahezu zum Erliegen . Hinzu kam, dass auch die Schnellstrecke nach Frankfurt nach einem ICE-Brand mehrere Tage gesperrt ist. Erste Notrufe vom Bahnhof hatten die Polizei am Mittag erreicht. Der Vorplatz des Hauptbahnhofs zum Dom wurde gesperrt und gesichert. Auch den Breslauer Platz an der Rückseite des Bahnhofs, an dem die Apotheke liegt, sperrten Einsatzkräfte großräumig ab.

Keine Angaben zu Forderungen

Spezialeinsatzkräfte sammelten sich dort und bereiteten sich auf den Zugriff vor. Im Kurznachrichtendienst Twitter warnte die Polizei: «Bitte meiden Sie den Bereich.» Zu Forderungen des Mannes äußerte sich die Polizei zunächst nicht. Der Kölner Hauptbahnhof gehört zu den meistfrequentierten in Deutschland. Er liegt im Stadtzentrum direkt neben dem Kölner Dom. Täglich durchströmen ihn rund 1300 Züge und bis zu 280.000 Reisende auf elf Gleisen.

110329681.jpg
110330277.jpg
110329913.jpg
110332735.jpg
110329004.jpg
110332979.jpg
Mehr zum Thema
x