Rheinpfalz
Geiselberg: VG-Wehr steht 2020 vor wichtigen Entscheidungen
Im kommenden Jahr stehen wichtige Entscheidungen bei der Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben an: Der neue Wehrleiter und der neue Wehrführer der Löscheinheit Waldfischbach-Burgalben sind zu wählen. Bis zum Frühjahr soll außerdem die Entscheidung über den Standort des neuen Feuerwehrgerätehauses in Waldfischbach-Burgalben fallen.
Beim Kameradschaftsabend der Feuerwehr der Verbandsgemeinde in Geiselberg gaben der kommissarische Wehrleiter Harald Bohl und Verbandsbürgermeister Lothar Weber am Montagabend einen Ausblick auf 2020 und blickten auf das bald endende Jahr zurück. Personell gab 2019 einige Veränderungen. Wie berichtet, trat der vormalige Wehrleiter Arno Bohl zurück, in Waldfischbach-Burgalben gab Wehrführer Michael Herrlich aus privaten Gründen sein Amt ab. Beide seien weiter in der Feuerwehr aktiv, sagte Weber erfreut. In Heltersberg wurde Michael Lanoe zum neuen Wehrführer gewählt. Dort fehlt bislang noch ein Stellvertreter. Auf das Feuerwehrgerätehaus, bekannte Bohl, „warten wir schon sehnsüchtig“. Der Feuerwehrausschuss hat sich mit der Standortfrage zuletzt intensiv befasst. Die Entscheidung wird in den nächsten Monaten fallen.
Tanklastunfall war gefährlichster Einsatz
Bis einschließlich Montag, rekapitulierte Bohl, hat die Feuerwehr in diesem Jahr 119 Einsätze geleistet. Die größte Gefahr habe bei dem Tanklastunfall auf der K25 zwischen Waldfischbach-Burgalben und Hermersberg bestanden. 30.000 Liter Benzin hatte der an Bord. Wäre das ausgelaufen oder hätte es sich gar entzündet, wäre es eine Katastrophe geworden. „Man mag sich nicht ausmalen, was hätte passieren können“, sagte Bohl. Der verwies darauf, dass 55 Feuerwehrangehörige in diesem Jahr 1000 Stunden aufgewendet haben, um sich fortzubilden. Dazu kämen bei allen Feuerwehrleuten wöchentlich mindestens zwei Übungsstunden.
Brände im Sommer setzten Wehrleuten zu
An ihre Leistungsgrenze seien die Wehrleute, die auch bei Hausbränden in Steinalben und Heltersberg gefordert waren, im Sommer bei den Bränden auf den Feldern gestoßen. Temperaturen von 35 bis 40 Grad forderten ihren Tribut. Wald- und Vegetationsbrände werden die Feuerwehr angesichts des sich verändernden Klimas intensiver beschäftigen, unterstrichen Bohl, Weber und Landrätin Susanne Ganster. Bohl und Weber verwiesen darauf, dass es entsprechender Ausrüstung bedarf, um solche Brände effektiv bekämpfen zu können. Zum Teil sei schon nachgerüstet worden. Susanne Ganster erläuterte, dass Gefahrenlagen durch den Klimawandel im kommenden Jahr kreisweit ein Thema sein werden. Es werde geübt, und Szenarien würden durchgespielt, von denen alle hoffen, dass sie nie eintreten: beispielsweise ein Waldbrand im Pfälzerwald, bei dem ein Zusammenspiel der Kräfte unabdingbar wäre.
Interkommunale Zusammenarbeit habe sich bewährt, mitunter bei den Bränden im Sommer. Sie hat aber auch ihre Grenzen, wenn die helfende Nachbarwehr zeitgleich im eigenen Gebiet gebraucht wird, erinnerte Bohl an den Sommer.
Zu den 119 Einsätzen mit originären Feuerwehraufgaben summierten sich in Heltersberg 14, in Schmalenberg fünf First-Responder-Einsätze, bei denen entsprechend ausgebildete Feuerwehrleute erste medizinische Hilfe leisteten, bis der Notarzt eintraf.
Wehr ist gut ausgerüstet
All diese Aufgaben könnten nur gemeinsam bewältigt werden, erinnerte Bohl an das Feuerwehrmotto: „Einer für alle, alle für einen“. Orientiert am Bedarf und der finanziellen Ausstattung der Verbandsgemeinde sei die Wehr gut ausgerüstet, sagte Bohl. Die neue Drehleiter ist in Dienst gestellt. Für die Landrätin ist das ein weiteres wichtiges Beispiel für die interkommunale Zusammenarbeit und dezentrale Struktur im Kreis, um im Katastrophenfall flächendeckend helfen zu können. Es ist die erste von vier im Landkreis zu stationierenden Drehleitern. Unter interkommunale Zusammenarbeit fällt auch die geplante Anschaffung eines Tanklöschfahrzeugs (TLF) 3000 für die Feuerwehr in Waldfischbach-Burgalben. In Heltersberg wird ein neues TLF stationiert. Welches Fahrzeug es wird, ist noch abzustimmen. Der Gerätewart, der derzeit eine 50-Prozent-Stelle inne hat, soll auf eine Vollzeitstelle aufgestockt werden. Bei einem Termin in der Landesfeuerwehrschule in Koblenz sei deutlich geworden, dass die Prüfanforderungen erheblich steigen werden.
Wehr muss Nachwuchs gewinnen
Für den Verbandsbürgermeister und den kommissarischen Wehrleiter ist die Mitgliedergewinnung für die Wehr ein wichtiger Punkt. Bei der Jugendfeuerwehr sei man auf einem sehr guten Weg, berichtete Bohl. Bei den Aktiven gebe es noch Potenzial. Weber verwies darauf, dass ein Ehrenamt auch jeden persönlich weiterbringe.
Die Leistung der Feuerwehr hob Geiselbergs Bürgermeisterin Marika Vatter hervor, die selbst Mitglied des Kriseninterventionsteams des Landes ist, das nach schwierigen Einsätzen Rettungskräften beisteht. Wenn man sich angesichts der Einsätze die Frage stelle, warum sich ein Mensch so etwas freiwillig antut, habe möglicherweise Bertha von Suttner die beste Antwort gegeben, sagte sie: „Nach lieben ist helfen das schönste Zeitwort der Welt“.
Ehrungen
10 Jahre: Johann Ebert, Jasmin Vatter, Ansgar Vatter (alle Löscheinheit Heltersberg), Jasmin Kaiser (Schmalenberg), Maximilian Kaiser (Waldfischbach-Burgalben), Patrick Müller, Marc-Justin Sommer (beide Hermersberg)
15 Jahre: Christina Bohl, Tobias Bohl, Christoph Breiner, Johannes Kulling (alle Waldfischbach-Burgalben), Kai Müller (Schmalenberg)
20 Jahre: Steffen Jochum (Schmalenberg), Nadine Leidecker (Hermersberg), Manuel Maurer (Steinalben)
30 Jahre: Marko Jochum, Carsten Schattauer, Torsten Bornträger (alle Schmalenberg), Dirk Palm (Hermersberg), Maik Wagner (Waldfischbach-Burgalben)
40 Jahre: Harald Bohl, Hans-Peter Eser, Siegfried Kaiser (alle Waldfischbach-Burgalben)
50 Jahre: Erhard Edinger (Waldfischbach-Burgalben)
Silbernes Feuerwehrehrenzeichen des Landes (25 Jahre): Frederik Lanoe (Heltersberg), Mathias Schmidt (Waldfischbach-Burgalben)
Silbernes Feuerwehrehrenzeichen am Bande (besondere Verdienste): Arno Bohl (Waldfischbach-Burgalben)
Goldenes Feuerwehrehrenzeichen (35 Jahre): Franz Heim (Heltersberg), Ralf Hüttenberg (Schmalenberg), Christoph Reichert (Waldfischbach-Burgalben)
Ernennungen
Feuerwehrmannanwärter: Thorben Götz, Lars Geisbüsch, Xenia Schneider, Jonas Semmet, Lukas Bähr (alle Waldfischbach-Burgalben), Amjed Shahzed, Oliver Martin (beide Heltersberg), Nataly Stephan (Heltersberg)
Oberfeuerwehrmann: Sven-Erik Ritter, Tamara Speiser, Laura Matros (alle Schmalenberg), Anna Käfer, Aaron Kraus, Jan Schumann (alle Waldfischbach-Burgalben)
Hauptfeuerwehrmann: Marc-Justin Sommer (Hermersberg)
Löschmeister: Kai Müller (Schmalenberg), Tobias Bohl (Waldfischbach-Burgalben), Ansgar Vatter (Heltersberg)
Brandmeister: Rainer Zippel, Christopher Heinz, Marko Jochum (alle Hermersberg), Steffen Jochum (alle Schmalenberg)
Oberbrandmeister: Christoph Leidecker (Hermersberg)
Bestellungen
Gruppenführer: Rainer Zippel, Christopher Heinz (beide Hermersberg), Marko Jochum, Steffen Jochum (beide Schmalenberg)
Zugführer zur besonderen Verwendung: Christoph Leidecker (Hermersberg), Arno Bohl (Waldfischbach-Burgalben)
Gerätewartin Dienst- und Schutzkleidung: Simone Bohl (Waldfischbach-Burgalben)
Leiter First Responder Heltersberg: Oliver Martin