Rheinpfalz
Waldfischbach-Burgalben: Drehleiter für alle Wehren im Kreis
Ihre ersten Einsätze hat sie erfolgreich bewältigt: die neue Drehleiter der Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben. Sie ist die erste von vier modernen Drehleitern dieser Art, die im Landkreis stationiert werden. Seit Montag ist das 320 PS starke Gefährt offiziell in Dienst gestellt und, wie die gesamte Mannschaft, mit Gottes Segen unterwegs.
Eine Drehleiter in Dienst zu stellen, das sei etwas Besonderes, was nicht jeder Feuerwehrmann in seiner aktiven Dienstzeit erlebt, sagte der stellvertretende Wehrleiter der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben, Harald Bohl. Die örtlichen Pfarrer Matthias Leineweber (katholische Kirche) und David Gippner (evangelische Kirche) segneten Fahrzeug und Wehrleute und unterstrichen den Wunsch aller Redner, dass die Feuerwehrleute jederzeit gesund von ihren Einsätzen zurückkommen. Die Wehr verbinde Menschen, die sich gemeinsam dafür einsetzen, anderen zu helfen, sagte Gippner. Leineweber stellte fest, dass jeder froh sei, dass es die Feuerwehr gibt – noch froher, wenn er sie nicht braucht. Aber wenn sie benötigt wird, „dann bitte schnell“, sagte Leineweber. Mit dem neuen Fahrzeug könne die Feuerwehr schnell und zielgerichtet helfen.
Bei einem Einsatz vor zehn Tagen half die Wehr mit ihrer neuen Drehleiter bei einem Krankentransport, erinnerte Verbandsbürgermeister Lothar Weber. Die Drehleiter habe ganz flach ausgefahren werden müssen. Der Korb, der nicht mehr eingehängt werden muss, kann jetzt bis zu 400 Kilogramm Last tragen (Vorgängermodell 150 Kilogramm). Bei der Personenrettung, schätzt Weber, wird die Drehleiter künftig eine wichtige Rolle spielen.
Wehr hat Konzept selbst erstellt
Stationiert ist die Drehleiter, offiziell ein Hubrettungsfahrzeug, in Waldfischbach-Burgalben. Andreas Dirr von der Firma Magirus, die für den Aufbau auf dem Iveco-Fahrgestell verantwortlich zeichnete, übergab Weber und Bohl den symbolischen Schlüssel und berichtete lachend, dass es noch eine Menge Zubehör gebe. Den Schlüssel reichten Weber und Bohl an den stellvertretenden Wehrführer von Waldfischbach-Burgalben, Christian Küntzler, weiter.
Was die Drehleiter an Bord hat und kann, ist beeindruckend (die RHEINPFALZ berichtete ausführlich im August). 10,20 Meter lang, 3,20 Meter hoch, 2,50 Meter breit, 16 Tonnen schwer. Was Rettungseinsätze anbelangt, „liegen Welten zwischen dieser Drehleiter und dem Vorgängermodell“, erläuterte Harald Bohl. Das alte Fahrzeug, gebraucht gekauft, war nach 33 Jahren, in denen sie 5400 Einsatzstunden geleistet hatte, wegen Hydraulikproblemen ausgemustert worden.
Bereits 2011 begann die Feuerwehr zu überlegen, was eine neue Drehleiter mitbringen muss, erinnerte Weber. Die Wehr selbst habe ein Konzept erstellt, „wir brauchten kein Ingenieurbüro“, lobte er die Feuerwehrleute. Die Planungen funktionierten – es wurde auch beachtet, dass das Fahrzeug in die vorhandene Feuerwehrhalle passt. Es sei gelungen, die neue Drehleiter schnell zu beschaffen, nachdem das Vorgängermodell sich verabschiedet hatte. „Binnen 15 Monaten, fast ein Rekordwert“, bilanzierte Bohl.
Wehren kreisweit können Drehleiter anfordern
Es ist das erste von vier Hubrettungsfahrzeugen im Rahmen des Kreiskonzeptes, erläuterte Kreisfeuerwehrinspekteur Stiven Schütz. Alle vier müssen so ausgestattet sein, dass sie jeder Drehleitermaschinist – egal, welcher Wehr er angehört – zukünftig bedienen kann. Zudem könne und solle das Fahrzeug von allen Wehren im Kreis angefordert werden, erläuterten Schütz und der Kreisbeigeordnete Josef Bauer (CDU). Für Bauer ist die Indienststellung der Drehleiter ein gelungenes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit, die hier auf allen Ebenen funktioniert habe.
150.000 Euro gibt der Kreis zum Kaufpreis von 632.000 Euro dazu. 227.000 Euro Zuschuss kommen vom Land. Bauer, der einst eine Truppmannausbildung absolviert hat, unterstrich, dass es eine zeitgemäße Ausstattung der Wehren brauche. Auch um Nachwuchs für die Feuerwehr zu gewinnen.