Rheinpfalz Geheimer Raum unter Kirche gibt Rätsel auf
Die Teilrenovierung der Kirchenfassade der katholischen Kirche Mariä Himmelfahrt ist fast beendet. Obwohl es erst 80 Jahre alt ist, birgt das Gotteshaus unter dem Kirchenschiff bisher unbekannte (Hohl-) Räume. Zur näheren Erkundung dieser Entdeckung fehlten jedoch Geld und Zeit.
Ausgangspunkt der Sanierungsmaßnahmen waren Putzschäden direkt unterhalb des Dachs an der Außenwand des Chors. Dieser Schaden wurde nur durch Zufall entdeckt, denn dieser Teil der Wand kann nur vom erhöhten Schulhof aus 100 Metern Entfernung eingesehen werden. Ursache waren zerbrochene Randziegel. So floss das Regenwasser nicht in die Dachrinne, sondern tropfte auf das Mauerwerk. Bei einer Begehung mit Alexandra Ruffing, der Gebietsingenieurin beim Bischöflichen Bauamt in Speyer wurden weitere Schäden festgestellt, die dringend zu beheben waren. Das Mauerwerk an der Süd- und Nordseite war durch aufsteigendes Wasser feucht, so dass an verschiedenen Stellen der Verputz abplatzte. Auch das Dach des Sakristeianbaus musste neu gedeckt werden. Bis zur Höhe von etwa zwei Metern wurde der durchfeuchtete und teilweise abgeplatzte Verputz entfernt. Beim Abschlagen des Putzes an der Südseite entdeckte dann der Gipser direkt über dem Sandsteinsockel einen Eisenträger. Er vermutete, dass es hier einmal einen Zugang zu einem Raum unter die Kirche gab. Die Anordnung der gemauerten Sandsteine ließ auf einen früheren Zugang schließen. Unter dem rostigen Träger hatten sich einige Sandsteine teilweise aufgelöst. Nachdem diese vom Steinmetz ausgebaut waren, konnte man dahinter einen Hohlraum sehen. Es war aber nur eine kleine Öffnung durch die entnommenen Steine entstanden. Die Hand passte durch den Hohlraum, nicht dagegen das Objektiv einer Kamera. Man blickte nur ins Dunkel. Die Größe des Raums war nicht erkennbar. Was war hier früher? Baupläne fanden sich keine mehr, ebenso gab es keine Zeitzeugen aus der Bauzeit. Im Verwaltungsrat wurde spekuliert: dass sich dort möglicherweise ein Luftschutzbunker befunden habe oder gar ein Kohlenkeller. Letzteres ist gar nicht so abwegig. Denn nach dem Bau der Kirche befand sich in diesem Bereich im Kirchenschiff ein großer Ofen zum Beheizen der Kirche. Doch wie dieser beheizt wurde, wusste niemand mehr. Sollte der Raum unter der Kirche näher untersucht werden? Dazu hätten Sandsteine entfernt werden müssen und das hätte zusätzliches Geld gekostet. Geld, das eine Kirchengemeinde wie Mariä Himmelfahrt nicht hat. Die Kosten der Renovierung waren mit 80.000 Euro veranschlagt. Die Diözese gewährte nicht den üblichen Bauzuschuss in Höhe von 50 Prozent, sondern nur 30 Prozent, da Hinterweidenthal eine Filiale von Dahn ist. Von der „Mutter“ war aber nichts zu erwarten. Diese schickte die Tochter, obwohl diese damals nicht wollte, Mitte der 30er Jahre in die „Selbstständigkeit“ durch Gründung einer eigenen Kirchenstiftung. Doch das Stiftungskapital beträgt nur 4100 Euro. Die Erträge sind somit gleich Null. Während die Pfarrgremien noch überlegten, wie man dem Geheimnis des Raums auf die Spur kommen könne, schuf der Steinmetz Tatsachen und schloss das Loch mit neu eingesetzten Sandsteinen. Damit erledigten sich weitere Nachforschungen. Das Geheimnis des zugemauerten Zugangs bleibt für die nächsten Jahre oder Jahrzehnte gewahrt. Es sei, dass sich noch ein Sachkundiger fände, der zu diesem Raum unter dem Kirchenschiff der katholischen Kirche von Hinterweidenthal noch etwas beitragen könnte.