Rheinpfalz Gegen die Zerschlagung
Seit der Ankündigung des Kranbauers Terex, 25 bis 30 Prozent des Personals abbauen, das Werk Bierbach und die Verwaltung in Zweibrücken schließen zu wollen, laufen Gespräche zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat. Es geht um Interessenausgleich und Modalitäten. Die IG Metall will darüber hinaus die Zerschlagung des Standorts über einen geltenden Tarifvertrag, das Pforzheimer Abkommen, verhindern.
Für den heutigen Montag, 15.30 Uhr, sind die IG-Metall-Mitglieder zu einer Informationsveranstaltung in die Zweibrücker Festhalle geladen (wir informierten). Nicht-Gewerkschaftler bei Terex seien willkommen, Unternehmensfremde müssten draußen bleiben. „Ich will nicht, dass Details aus den laufenden Verhandlungen und unseres weiteren Vorgehens öffentlich werden“, gibt sich Ralf Cavelius von der IG Metall Homburg-Saarpfalz ungewohnt zugeknöpft. Er sagt aber: Man habe grünes Licht von der Bezirksleitung in Frankfurt, die Auseinandersetzung auf einer anderen Ebene, nicht nur mit der Terex-Geschäftsführung, zu führen. In der mit dem Appell „Ohne Dich kein Wir“ gezeichneten Einladung heißt es: „Wir sind davon überzeugt: Terex Zweibrücken mit seinen Standorten und Beschäftigten in der Dinglerstraße, auf dem Wallerscheid und in Bierbach stellt eine hocheffiziente, wettbewerbsfähige und zukunftsfähige betriebliche Einheit dar. Diese Einheit gilt es zu erhalten. (...) Wir haben ein Ziel: Der Betriebsrat und die IG Metall möchten die Weichen in eine gute und sichere Zukunft stellen. Die IG Metall hat daher beim Arbeitgeberverband Pfalzmetall den Antrag gestellt, Verhandlungen über einen Ergänzungsvertrag zur Standort- und Beschäftigungssicherung bei Terex aufzunehmen. “ Anders als bei Interessensausgleich und Sozialplan sind bei Tarifverhandlungen Gewerkschaft und Arbeitgeberverband Verhandlungspartner. Terex ist Mitglied von Pfalzmetall, Tarifverträge finden daher Anwendung., auch das Pforzheimer Abkommen von 2004. Es verpflichtet Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Jobs zu erhalten und Investitionen zu ermöglichen. Es ermöglicht eine zeitweilige Lösung vom Flächentarifvertrag. Ein Tarifvertrag Beschäftigungssicherung etwa könnte Terex von Personalkosten durch eine Absenkung der Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich entlasten. Im Gegenzug könnte die Gewerkschaft ihr Wichtiges, etwa die Vermeidung von Auslagerung ganzer Abteilungen, herausverhandeln. Ob das angesichts der Vorgaben aus der Terex-Zentrale in Westport/USA realistisch ist, muss sich zeigen. Weitere Entscheidungen über Stellenstreichungen seien noch nicht gefallen, hieß es von Terex-Personalchef Frank Schättle. Wie berichtet, honorierte Terex 24 Mitarbeitern die Unterzeichnung von Aufhebungsverträgen mit jeweils 5000 Euro, mit 33 weiteren führe man noch Gespräche, hieß es. Mitte der Woche wird Steve Filipov, seit Oktober Spartenchef für Krane bei Terex, in Zweibrücken erwartet. Man erwarte viele neue Erkenntnisse von Filipovs neuerlichem Auftreten, heißt es in den Werken. Oberbürgermeister Kurt Pirmann will Filipov eine Resolution des Stadtrats übergeben. Und Hilfen anbieten, die den Erhalt von Arbeitsplätzen und Substanz bei Zweibrückens größtem Arbeitgeber zum Ziel haben. |cps