Eisenberg Gegen den „Akademiker-Wahn“

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Aus wirtschaftlicher Sicht erfolgreich agiert, den Mitgliederbestand erhöht, zudem die vielen Facetten des Handwerks bei besten Gelegenheiten ins rechte Licht gerückt: All dies sei der Kreishandwerkerschaft Westpfalz im vergangenen Jahr gut gelungen. Für Hauptgeschäftsführer Helmut Knieriemen und den Vorsitzenden Kreishandwerksmeister Gerrit Horn war das auch Anlass, bei der Frühjahrsversammlung von einem „guten Jahr 2013“ zu sprechen.

Repräsentanten der Innungen, die unter dem Dach der Kreishandwerkerschaft organisiert sind, hatten sich in dieser Woche zur turnusgemäßen Frühjahrs-Delegiertenversammlung eingefunden. Bei der Tagung im Berufsbildungs- und Technologiezentrum im Kaiserslauterer Stadtwald gab es wenig Grund zu klagen. Die Regularien waren Formsache, zeugt doch der Geschäftsbericht nach den Worten von Helmut Knieriemen von erfolgreicher Arbeit im vergangen Jahr. In finanzieller Hinsicht stehe die Kreishandwerkerschaft, wie die Zahlen belegten, gut da. Bedingt durch Fusionen auch über die Landesgrenzen hinweg sei es gelungen, den gesamten Mitglieder-Bestand sogar noch mal zu erhöhen. Was Sorgen bereitet und die Unternehmer sowie ihre Innungen alleine nicht richten können: Dem Handwerk drohe ein eklatantes personelles Problem. Dass es längst höchste Eisenbahn sei, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, wurde deutlich: In diese Kerbe schlug Rita Petry. Die Leiterin des Geschäftsbereichs Berufsbildung bei der Handwerkskammer der Pfalz beleuchtete gestern jenes brisante Thema. Sie stellte das „Leitbild zur Fachkräfte- und Nachwuchssicherung im Handwerk“ vor – dies skizziert Strategien, mit denen einer beängstigenden Entwicklung entgegengewirkt werden soll. „Wir leiden unter einem Akademiker-Wahn“, formulierte es Rita Petry. Die Zahl jener jungen Leute, die Abitur anstreben, sei binnen zehn Jahren von 37,5 auf rund 52 Prozent hochgeschnellt. Viele Ausbildungsstellen seien dagegen in der Westpfalz unbesetzt. „Vor vier, fünf Jahren war das Verhältnis noch anders, da fehlten Stellen, suchten nicht wenige Schulabgänger lange nach einem Ausbildungsplatz.“ Und doch gebe es auch heute noch junge Leute, die keine geeignete Lehrstelle fänden, auf der anderen Seite suchten Betriebe händeringend nach Azubis. Da gelte es, gute Koordinationsarbeit zu leisten. 43 Innungen gehören der Körperschaft an, die Sitz und Geschäftsstelle in der Kaiserslauterer Burgstraße hat und die die Geschäfte für Handwerker-Verbände in den Landkreisen Kaiserslautern, Donnersberg, Kusel und Südwestpfalz sowie in den Städten Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken führt. Immerhin 31 der 43 Innungen hatten Vertreter entsandt, um auch die üblichen Formalien zu erledigen. So galt es, Vorstand und Geschäftsführung zu entlasten, Haushalt und Stellenpläne für das Geschäftsjahr 2014 abzusegnen. (cha)

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