Rheinpfalz Gartenbauer ebenfalls vor Auflösung

Das Vereinssterben in Waldfischbach-Burgalben setzt sich fort: Nach Hausfrauenbund und Pfälzer Freizeitkrischer, die sich bereits aufgelöst haben, stehen der Verein für Hundefreunde und der Obst- und Gartenbauverein Burgalben vor dem Aus.
Die mögliche Auflösung des Obst- und Gartenbauvereins Burgalben (OuG), der dieses Jahr 93 Jahre alt wird, hängt nun auch von der Entscheidung der Ortsgemeinde ab, ob sie das Kelterhaus komplett oder nur die Obstkelteranlage übernimmt. Dies sagte der Vorsitzende, Kurt Kettering, der Mitgliederversammlung gestern im Schützenhaus. Nach einem Gespräch mit Ortsbürgermeisterin Anna Silvia Henne müsse nun der Gemeinderat – der tagt heute – entscheiden, was mit dem Kelterhaus in der Mühlstraße geschehen soll, zumal sich die Gemeinde an einem Programm für Streuobstwiesen beteilige, bei der laut Kettering eine Kelter reinpassen würde. Grundsätzlich sei Henne für den Erhalt der Kelteranlage, was auch dem Wunsch des OuG entspreche. Das Problem sei jedoch der Betrieb der Anlage. Wird der von Gemeindearbeitern übernommen, sei dies wohl ein Zuschussgeschäft. Bliebe der Betrieb beim OuG, würde dies keine Änderung für den Verein bedeuten, der nur noch auf dem Papier bestehe und dessen Aktivitäten altersbedingt ruhen. Falls die Gemeinde kein Interesse an der Anlage habe, werde man das Gebäude auf eigene Kosten abreißen müssen, so die Meinung der acht anwesenden Mitglieder. Denn laut Pachtvertrag müsse das von der Gemeinde zur Verfügung gestellte Gelände im ursprünglichen Zustand zurückgegeben werden. Schließlich komme diese auch für Pacht und Grundsteuern auf, so Kettering. Hartwig Entenmann plädierte dafür, nichts zu überstürzen und zunächst eine gesetzes- und satzungskonforme Abwicklung des Vereins prüfen zu lassen. Damit wurde der Vorstand einstimmig beauftragt. Er wurde auch ermächtigt, die dafür notwendigen Maßnahmen in die Wege zu leiten. Kettering ergänzte, dass das Vereinsvermögen, eine fünfstellige Summe, satzungsgemäß im Ortsteil Burgalben verbleiben solle, etwa zur Ortsverschönerung oder der Pflege von Grünanlagen. Gedacht habe man an eine Verteilung des Vermögens an Burgalber Vereine, sofern deren Satzung die Ortsverschönerung beinhalte. Zurzeit werde etwa ein Rosenbeet auf dem protestantischen Friedhof in Burgalben von einem Mitglied des Vereins „Bürgersinn“ gepflegt. Ein Vereinsmitglied kümmert sich auch seit Jahren um die Gestaltung einer Pflanzschale auf Maria Rosenberg. Viele Mitglieder wünschen sich, dass die Anlagen weitergepflegt werden. Dem OuG gehören 55 zahlende Mitglieder an sowie etwa 20, die über 80 Jahre alt und beitragsfrei sind. (jn)