Rheinpfalz Freie Fahrt schon früher möglich

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Mit einer guten Nachricht überraschte Kurt Ertel, der Leiter des Landesbetriebs Mobilität Speyer, gestern bei einem Ortstermin mit der CDU-Landtagsabgeordneten Susanne Ganster: Die Ampel in Hinterweidenthal, die den Verkehrsfluss seit jeher erheblich bremst, kommt noch in diesem Jahr weg – wenn alles perfekt läuft, sogar schon direkt nach den Sommerferien.

Dann wird der Verkehr auf die neue B 10 gelegt, zunächst in beide Richtungen zwar nur einspurig, aber ohne Hindernis. „Wir haben uns wegen der Verkehrsentwicklung dazu entschlossen, den Bauablauf auf den Kopf zu stellen“, sagte Ertel und dementierte zugleich, dass politischer Druck dazu geführt habe. Durch die früher als geplante Verlegung des Verkehrs auf zwei der vier Spuren der neuen B 10 würden die restlichen Bauarbeiten allerdings nicht nur erschwert, sondern auch teurer. Schwieriger gestalte sich nun nämlich der Bau des Fußgängerstegs zum Bahnhof und die Materialanlieferung zum Beispiel für die vorgefertigten Elemente der Lärmschutzwand. Die Wand soll bis zu vier Metern hoch werden und besteht – sozusagen aus psychologischen Gründen – nur zum Teil aus transparentem Material, denn, so Ertel: „Wir haben festgestellt, dass man Verkehr, den man nicht sieht, auch nicht hört.“ Die Fahrbahn der neuen B 10 bis zur Bahnquerung sieht zwar eigentlich schon fertig aus, doch es müssen noch die zweite Deckschicht gezogen, Markierungen aufgebracht, Pfosten gesetzt, Schilder aufgestellt und die Oberflächenentwässerung geregelt werden, so Ertel. Komplett fertig werde dieser letzte bereits ausfinanzierte Abschnitt zwischen Pirmasens und Hinterweidenthal aber erst im Jahr 2019. Als nächstes steht die Entscheidung an, wo der Mitfahrerparkplatz entstehen soll, der sich zuvor provisorisch direkt an der B 10 auf dem Gelände des ehemaligen Hotels „Zur Post“ befand. Möglich sind zwei Standorte beiderseits der B 10 (siehe Foto). Die Kapazität soll 50 bis 60 Stellplätze umfassen, bisher waren es gut 35. Dieser Parkplatz soll im nächsten oder übernächsten Jahr angelegt werden. Ein weiteres Projekt, das allerdings in der Verantwortung des Landesbetriebs Mobilität in Kaiserslautern steht, ist der Neubau eines Lkw-Parkplatzes an der Abfahrt Hermersbergerhof (die RHEINPFALZ berichtete). Hier sollen 40 Laster sowie sechs oder sieben Reisebusse stehen können. Noch in diesem Jahr soll das Baurechtsverfahren eingeleitet werden, dass zur Planfeststellung führt. Mit einem Baubeginn ist laut Ertel aber nicht vor 2019 zu rechnen. Wie es mit dem vierspurigen Ausbau zwischen Hinterweidenthal und Godramstein bei Landau weitergeht, hängt entscheidend vom neuen Bundesverkehrswegeplan ab, der bis Ostern feststehen soll. Der Bund hat die Unterlagen nicht für einzelne, sondern für alle weiteren Abschnitte angefordert. „Wir haben unsere Hausaufgaben jedenfalls gemacht“, versicherte Ertel. Die Frage sei nun, ob das Bundesverkehrsministerium die Strecke als Gesamtabschnitt oder als mehrere Abschnitte betrachtet, so Ertel. Ganster räumte ein, dass eine CDU-geführte Landesregierung die Verfahren zwar nicht beschleunigen könne, „aber es muss endlich eine Grundsatzentscheidung für den durchgehend vierspurigen Ausbau herbeigeführt werden“. Ertel hält eine Finanzierung des kompletten vierspurigen Ausbaus samt des kostspieligen Tunnelabschnitts Rinnthal-Annweiler durchaus „nicht für unrealistisch“. Bislang seien bereits 500 Millionen Euro in die Strecke zwischen A 8/Höheischweiler und Hinterweidenthal investiert worden; insgesamt müsse man von einem Finanzbedarf von einer Milliarde Euro für den kompletten Ausbau ausgehen. Die Kostenschätzung für den Tunnelbau belaufe sich auf 260 Millionen Euro. „Es wäre doch rausgeschmissenes Geld gewesen, wenn der vierspurige Ausbau jetzt nicht vollendet würde“, positionierte sich der Baudirektor eindeutig – und konnte sich des Beifalls des ebenfalls anwesenden Sprechers der B-10-Bürgerinitiative, Erich Weiss aus Pirmasens („Die B 10 ist unsere Nabelschnur“), natürlich sicher sein. (ow)

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