Kultur Südpfalz Frei und doch nah an der Natur

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„Leichtigkeit und Ideal“ steht über einer Gemeinschaftsausstellung von Christine Schön aus Landau und Franz Leschinger aus Lug, die in der Artgalerie am Schloss der Südpfälzischen Kunstgilde in Bad Bergzabern heute eröffnet wird.

Obwohl sich die beiden Künstler vorher nicht kannten, haben sie die Herausforderung gemeistert, eine sinngebende Korrespondenz ihrer Werke zu schaffen. Dabei stehen Franz Leschingers Objekte für das „Ideal“ und Christine Schöns Bilder für die „Leichtigkeit“. Besonders spannend wirkt die Kommunikation der weißen Mauer mit den grenzenlosen Zeichnungen im mittleren Raum auf die Besucher. „White sculptures“ (Weiße Skulpturen) nennt Franz Leschinger die Objekte, die er in Bad Bergzabern zeigt und die sich weg vom Porträtieren, für das der studierte Bildhauer bekannt und gefragt ist, zur freien Kunst hin bewegen. Frei arbeitend und doch nah an der Natur zeigt Leschinger sein „Barock-Girl“, eine kauernde opulente weibliche Figur, deren Haltung sich in den zufällig im weiß gestrichenen Sockel vorhandenen Serpentinenlinien fortzusetzen scheint. Obwohl die von der Natur inspirierte vorgegebene Form das Individuelle und Einmalige hervortreten lässt, projizieren Leschingers Darstellungen des Menschen allgemeingültige Vorstellungen wie Schönheit, Eleganz oder Heroismus. Nicht ein bestimmter Ausdruck, sondern die objektive reine Form ist dem Künstler in der weißen Serie wichtig. In der freien Kunst werden aus konkreten Alltagsgegenständen Metaphern für allgemeingültige Begriffe. Dann zum Beispiel, wenn er aus zwei Schwimmhilfen ein strichmännchenartiges Gebilde schafft, dem er mit einer dritten, in Gips verpackte Schaumstoffstange einen Knoten um den Bauch legt und das Werk „captured“ (gefangen), nennt. Die aktuellen Werke greifen unter anderem das derzeit überaus und überall aktuelle Flüchtlings-Thema auf. Im mittleren Raum hat der studierte Bildhauer und sehr gefragte Porträtist für Persönlichkeiten im öffentlichen Raum eine Mauer aus weiß gestrichenen Backsteinen aufgebaut. Jeder Stein ist signiert und kann von den Ausstellungsbesuchern ersteigert werden. Den Erlös will der freischaffende Bildhauer aus Lug für einen noch nicht konkretisierten guten Zweck spenden. Stehen die Objekte von Leschinger für das Ideal im Titel der Schau, so übernehmen die Bilder in großem Format und die kleinformatigen Zeichnungen von Christine Schön den Part der Leichtigkeit. Die Malerin aus Landau arbeitet ausschließlich gegenstandslos und ohne Titel: „Frei und doch nah an der Natur“. Ihre bevorzugten Malmittel sind Acrylfarben, die mit Öl überlasiert werden. Ohne vorgegebene Konturen aber von der Erschafferin gelenkt wählen die Farben relativ frei ihren Verlauf und grenzen sich aufgrund der unterschiedlichen Beschaffenheit voneinander ab. So entstehen Blumenmeere oder Wolkengebilde mit Tiefenwirkung, die an Deckengemälde in Kirchen erinnern. Auch die weichen gegenstandslosen Bleistiftzeichnungen wirken luftig leicht, erwecken im Betrachter Assoziationen zu Federn, Gräsern im Wind oder Wellen. Mal dicht zu schwarzen Flächen schraffiert, dann wieder punktartig aufgesetzt oder in mehr oder weniger dicht aneinandergesetzten kurzen, geraden oder welligen Strichen entstehen Fantasiegebilde, deren Auslegung jedem Betrachter selbst überlassen bleibt. Info Eröffnung ist heute, 19 Uhr in der Schlossgasse 3, Bad Bergzabern, Ausstellung bis 12. Juni, Öffnungszeiten Donnerstag und Freitag 16 bis 18 Uhr, Sonntag 15 bis 18 Uhr. Die Bilder von Christine Schön sind zusätzlich am Rosenmarktwochenende, 18. und 19. Juni von 15 bis 18 Uhr in der Artgalerie zu sehen. (srs)

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