Rheinpfalz Frauen haben noch keine Stimme

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Am Wochenende finden die Europa- und Kommunalwahlen statt. Dabei wird von den Gemeinderäten über den Kreistag bis zum Bezirksverband Pfalz, dem „pfälzischen Parlament“, gewählt. In Brücken sind jüngst Dokumente aufgetaucht, die von der dortigen Bürgermeisterwahl im Jahr 1783 berichten. Die Wahlbeteiligung lag damals bei 86 Prozent.

In den Annalen von Brücken wird als erster Ortsbürgermeister 1730 ein Simon Jung erwähnt. Ausführlich wird in den Dokumenten über die Bürgermeisterwahl des Jahres 1783 berichtet. Die Wahl war notwendig geworden, weil im Herbst der amtierende „Oberbürgermeister“ Johannes Stemmler aus Altersgründen sein Amt niedergelegt hatte – nach mehr als zwei Jahrzehnten im Amt (1761 bis 1783). Am 6. Dezember 1783 fand die Neuwahl statt. Wahlberechtigt waren alle „Gemeinsmänner“, die „einen eigenen Haushalt führten“. Insgesamt waren 65 Brücker zur Wahl aufgerufen. Wahlleiter war der Gerichtsschöffe Adam Klinck aus Schönenberg, der die „Stimmenaufnahm“ im Namen des Schultheißen im Gericht Kübelberg durchführte und auf einen ordentlichen und geregelten Wahlablauf achtete. 56 Wahlberechtigte gaben ihre Stimme ab, also 86 Prozent. 33 Stimmen, und damit der Großteil, entfielen auf Jacob Lill. Abraham Wagner hatte zehn, Valentin Böhmer sechs, Johannes Weis und Jacob Guth je zwei Stimmen erhalten. Für Matthias Bettinger, Theobald Türk und Peter Lauer hatte jeweils ein Wähler gestimmt. Der „Ackersmann“ Lill war demnach mit absoluter Mehrheit gewählt worden. Das Wahlergebnis wurde von Wahlleiter Adam Klinck dem „hochlöblichen Oberamt Homburg gehorsamst berichtet“ und von diesem am 12. Januar 1784 bestätigt. Fünf Tage später trat Jacob Lill sein Amt als „Oberbürgermeister“ an. (bbö)

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