Rheinpfalz Frühe Kraniche, einmalige Farbtupfer

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Die unglaublich warmen Frühlingstage haben die Sickinger Höhe in einen bunten Farbenteppich verwandelt. Die letzten Kranichformationen sind über unsere Dörfer hinweg gezogen in ihre Brutgebiete. Auf dem Speiseplan der Landfrauen stehen gesunde Frühlingsgerichte aus Garten und Feldflur. Die Bauern beunruhigt die Trockenheit.

„Diese Landschaft mit ihren einmaligen Farbtupfern muss man einfach genießen. Wer von diesem Frühling nicht verzaubert wird, der hat keine Augen für das Erwachen der Natur“, sagt Hans Göppel vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). An diesen Frühlingstagen muss man einfach über die Sickinger Höhe gehen, dann ist man von der blühenden Natur überwältigt, erzählen Brigitte und Manfred Becker aus Battweiler. Der Wald bekommt bereits Farbe und grüne Blättchen, was sonst erst Anfang Mai der Fall ist, stellt Heinz Ruble verwundert fest. Vor einer Woche hat Kerstin Burgard aus Contwig mit Bekannten den Zug der Kraniche unterm blauen Sonnenhimmel vom Bohnrech aus verfolgt: Die langen Beine und selbst die Köpfe waren gut zu erkennen. In der typischen Keilflugformation waren die Tiere unterwegs. So erfrischend die Natur strahlt, so unüberhörbar zwitschert die Vogelwelt, schwärmt Peter Spieler aus Zweibrücken. Es ist für die Vogelkenner unglaublich, dass bereits Ende März Vogelarten anzutreffen waren, die sonst erst im Mai mit ihrem Balzgesang beginnen, wenn es ihnen warm genug ist. Dazu zählen im Moment Rohrammer, Mönchsgrasmücke, Feldschwirl, Dorngrasmücke, Gartenrotschwanz, Nachtigall und der Pirol. Ihn hat Ferdi Hüther aus Reifenberg schon im Wald über dem Auerbacher Kopf gesehen. In den letzten Tagen war frischer Schnittlauch aus dem Garten angesagt. „Dieser erste Salat, verfeinert und gemischt mit Eiern, ist eine echte Delikatesse“, sagt Elke Laborenz aus Battweiler. Ein beliebtes Sonntagsessen der Familie war die Lauchpflanze mit dem milden Zwiebelgeschmack, der von den Lauchölen verstärkt wird. Hoch im Kurs steht bei vielen Familien auch der Bärlauch mit seinem typischen Knoblaucharoma. Die würzigen Blätter, unter den Kartoffelsalat gemischt, ergeben einen pikanten Geschmack. Ein Genuss ist auch die selbst hergestellte Bärlauchbutter. Bärlauchpaste unter die Nudeln gemischt oder auf Baguette gestrichen, ist ein aufregendes Gaumenerlebnis, so die Liebhaber dieser alten Heilpflanze, die reich an Vitaminen und Mineralien ist. Möchte man den wildwüchsigen Bärlauch sammeln, dann muss man vorsichtig sein, da er leicht mit den giftigen Blättern der Maiglöckchen und der Herbstzeitlosen zu verwechseln ist. Man sollte an den schlanken Blättern reiben, dadurch kommt sofort der eigenwillige Knoblauchgeruch des Bärlauchs in die Nase. Die Landwirte in der Region finden den Frühling für die schwere Feldarbeit in diesem Jahr angenehm. Aber Regen sei nötig, meint Klaus Schwuchow aus Winterbach. Bei dem aus dem Boden spitzenden, neu ausgesäten Getreide und auf den Wiesen herrscht fast Stillstand. Der Boden ist hart und ausgetrocknet, denn Temperaturen um 20 Grad haben nicht nur den Raps zur außergewöhnlichen goldenen Blüte getrieben. Karl Ehresmann aus Winterbach kann sich nicht erinnern, dass der Raps jemals schon im März in voller Blüte stand. Dieser Frühling ist voller Überraschungen. Die Obstanlagenbesitzer sind froh, dass es in den letzten Tagen zumindest Morgenfeuchtigkeit gab, denn für die Blüten ist in der Hochphase ein bisschen Regen von Vorteil, damit Bienen und Hummeln erfolgreiche Arbeit leisten können. Beim Raps erwarten die Imker eine gute Honigausbeute. Gedüngt haben die Bauern ihre Wiesen und Getreidefelder, denn sie hoffen auf Regen. Der kann den Dünger auflösen. Würden in den nächsten Tagen Regen und Wärme zusammenpassen, könnte der erste Grünschnitt noch vor Mai erfolgen. (hac)

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