Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Forstamt Kusel warnt vor Eichenprozessionsspinner

Ab Anfang Mai wird der Eichenprozessionsspinner vermehrt auftreten. Foto: dpa
Ab Anfang Mai wird der Eichenprozessionsspinner vermehrt auftreten.

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners, deren Brennhaare schwere allergische Reaktionen hervorrufen können, kommen auch im Kreis Kusel immer stärker vor. Gabi Kleinhempel, Leiterin des Forstamtes Kusel, erklärt im Gespräch mit der RHEINPFALZ, wo man besonders vorsichtig sein sollte, und was zu tun ist, wenn man ein Nest entdeckt.

Noch herrscht Ruhe. Doch wenn die Temperaturen steigen, werden auch die Raupen des Eichenprozessionsspinners aktiv. Anfang Mai schlüpfen die Tiere, deren Brennhaare auch bei Menschen zum Teil schwere allergische Reaktionen hervorrufen können. In den Monaten Mai und Juni sieht man die kleinen, haarigen Raupen mit der durchgängig dunklen Rückenpartie dann allabendlich von ihren Gespinstnestern am unteren Stammbereich in Reih' und Glied, quasi in einer Prozession, zum fressen in die Baumkronen wandern.

„Anfangs geht von den Tieren aber noch keine Gefahr aus“, sagt Gabi Kleinhempel, Leiterin des Kuseler Forstamtes. „Erst ab dem dritten Verpuppungsstadium entwickeln sich die Brennhaare.“ Was diese Haare so gefährlich macht, ist des in ihnen enthaltene Nesselgift Thaumetopein.

So früh wie möglich reagieren

Schon jetzt erkundigen sich viele Menschen beim Forstamt und fragen unter anderem nach Unterstützung bei der Beseitigung der sogenannten Gespinstnester auf ihrem Privatgrundstück. Grundsätzlich stehe man diesen Menschen zwar gerne beratend zur Seite. „Für die Beseitigung von Nestern auf Privatgrundstücken sind wir allerdings nicht zuständig“, erklärt Kleinhempel. „Da muss sich dann eine Fachfirma um die Beseitigung kümmern.“

Wer auf seinem Grundstück ein Nest entdeckt, sollte am besten schnell handeln. „Am geschicktesten ist es, die Nester zu entfernen, bevor die Raupen das dritte Entwicklungsstadium erreichen, weil es dann noch ohne große Gefährdung möglich ist“, sagt Kleinhempel. Die Sache auszusitzen, das sei hingegen keine gute Idee. „Selbst wenn aus den Raupen schon längst Falter geworden sind, bleibt das Nest gefährlich“, weiß die Forstamtsleiterin. „Die Brennhaare, die in den Nestern zurückbleiben, können noch bis zu acht Jahre lang eine Gefährdung darstellen.“

Nach Kontakt sofort zum Arzt

Seit 2005 treten die Tiere auch verstärkt in Rheinland-Pfalz auf, weil die Sommer als Folge des Klimawandels immer wärmer und trockener werden. „Im Wald selbst findet man die Tiere aber seltener, weil es ihnen dort zu feucht und kühl ist. Meist treten Populationen an Wald-, Straßen- und Wegesrändern auf – aber auch manchmal auf Lichtungen, wie an Waldspiel- oder -parkplätzen“, informiert Kleinhempel. „Wer dort eine Population bemerkt, kann uns informieren. Wer hingegen innerhalb einer Ortschaft oder in einem Park ein Nest entdeckt, der sollte den Ortsbürgermeister oder das Ordnungsamt verständigen“, sagt Kleinhempel.

Wer ein Nest entdeckt, der sollte am besten einen großen Bogen darum machen. Sollte man aber trotzdem mit den Brennhaaren in Berührung kommen, und entsprechende Symptome (zum Beispiel Juckreiz, Ausschlag oder Atemnot) entwickeln, ist ein sofortiger Gang zum Arzt ratsam. „Und man sollte den Arzt dann auch ausdrücklich darauf hinweisen, dass man im Wald war und es einen Kontakt mit den Haaren des Eichenprozessionspinners gegeben haben könnte.“

Außerdem sollte man die Kleidung so schnell als möglich ausziehen und waschen. Doch auch dann gibt es noch keine generelle Entwarnung. „Die Brennhaare können zum Teil auch nach dem Waschen noch in der Kleidung hängen und nach wie vor Reaktionen auslösen“, weiß Kleinhempel.

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