Rheinpfalz Folgekosten der Wanderwege kritisiert

Fast eine Stunde hat der Gemeinderat am Montagabend über die Modalitäten des geplanten Bergmannsbauern-Weges diskutiert, der im Rahmen der Weiterentwicklung des Wanderwegenetzes „Begehbares Geschichtsbuch“ auch die Gemarkung von Dunzweiler streift. Außerdem ist die vom Revierförster Werner Schramm im Dezember empfohlene Einstellung des Verkaufs von Kronenholz vorab vom Tisch.
Bei zwei Enthaltungen sowie unter dem Vorbehalt, dass die Zuschüsse mindestens 70 Prozent betragen, befürwortete das Gremium die Beantragung von Fördermitteln aus dem Leader-Programm, die zur Finanzierung des Wanderwegenetzes „Begehbares Geschichtsbuch“ verwendet werden sollen. Weiterhin stimmten die Ratsmitglieder mehrheitlich einer Zweckvereinbarung zwischen der Verbandsgemeinde Oberes Glantal und den am Projekt beteiligten Ortsgemeinden zu. Wie Ortsbürgermeister Volker Korst mitteilte, belaufen sich die Gesamtkosten der beiden geplanten Rundwanderwege voraussichtlich auf 303.600 Euro (wir berichteten mehrfach). Die geplanten Wanderwege sollen dem jüdischen Leben in der Region um Steinbach sowie den Bergmannsbauern aus Breitenbach, Waldmohr und Dunzweiler gewidmet werden. Die Verbandsgemeinde Oberes Glantal, die als Projektträger auftritt, schultert 77.500 Euro. Auf Dunzweiler kommen, entsprechend der Förderquote, knapp 4000 Euro zu. Im Vorfeld der Beschlüsse gab es eine emotionale Debatte, in der hauptsächlich die Folgekosten der Wanderwege kritisiert wurden: Wer pflegt die Wege, wer zahlt bei Vandalismus? lauteten die Fragen. Diese Kosten sollen laut Zweckvereinbarung ausschließlich zu Lasten der Gemeinden gehen. Insbesondere Beigeordneter Roland Fries sprach von einer „nicht ausgegorenen Planung“. Weiter monierte er, dass der Streckenverlauf des Bergmannsbauern-Weges im Bereich der Gemarkung Dunzweiler nichts mit den Wegen der Bergleute zu tun habe, die sie Anfang des 20. Jahrhunderts auf ihrem Marsch hin zu den Gruben im benachbarten Saarland gelaufen seien. In Sachen Kronenholz verständigte sich der Gemeinderat darauf, nur an Bürger der Gemeinde Dunzweiler und nur für deren privaten Gebrauch weiter Brennholz aus besagten Kronen anzubieten. Gleichzeitig appellierten die Gemeindevertreter an die Selbstwerber, den Anweisungen des Försters zu folgen. Dieser hatte in der Vergangenheit immer wieder beanstandet, dass es durch Nichteinhaltung seiner Anweisungen zu Schäden außerhalb der offiziellen Waldwege gekommen sei. Die Regelung soll im Dezember abermals auf den Prüfstand gestellt werden, sagte der Rat. Den Auftrag zur Sanierung der Regenrinne an der Trauerhalle vergab der Rat an die Firma Sofsky. Der Dachdeckerfachbetrieb aus Glan-Münchweiler gab mit knapp 6000 Euro das günstigste Angebot ab. Auch war sich der Rat einig, im Zuge einer Erdverkabelung eine bestehende Straßenlampe in der Waldstraße zu einem Angebotspreis von 1939 Euro versetzen zu lassen. Die Pfalzwerke erhielten den Auftrag, der Standort der Straßenleuchte soll durch den Bauausschuss bestimmt werden. Großes Lob gab es für das Kindergartenpersonal: Nach Aussage von Ortsbürgermeister Korst leisten die Erzieherinnen seit Monaten trotz eines Personalengpasses großartige Arbeit.